Nordwest-Landebahn in Frankfurt wird vorerst gesperrt

Stillstand auf der Nordwest-Landebahn in Frankfurt. Foto: dpa

Lufthansa wird den Flugplan wegen der Corona-Krise weiter reduzieren und die Nordwest-Landebahn in Frankfurt vorerst sperren. Etwa 700 Flugzeuge sollen am Boden geparkt werden.

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FRANKFURT/MAIN. Lufthansa wird im Zuge der Corona-Krise den Flugplan noch stärker reduzieren. Von 763 Flugzeugen des Konzerns werden 700 vorübergehend am Boden geparkt. Dafür solle am Frankfurter Flughafen eine Landebahn komplett gesperrt werden, kündigte Vorstandschef Carsten Spohr in Frankfurt an. Von Montag an wird die Nordwest-Landebahn vorerst aus dem Betrieb genommen, bestätigte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport in Frankfurt.

Der Krisen-Flugplan der Lufthansa entspricht laut Spohr in etwa dem Flugplan des Jahres 1955. „Das macht die ganze Dimension der Krise deutlich.“ Die Lufthansa sei aber finanziell besser aufgestellt als die Konkurrenz und werde sich als „Fels in der Brandung“ beweisen. „Es wird Gespräche mit der Politik geben müssen, welcher Flugbetrieb aus politischen Gründen aufrechterhalten werden muss“, betonte der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende. Aus kommerzieller Sicht mache Fliegen derzeit keinen Sinn. Staatshilfe benötige Lufthansa noch nicht. Das könne sich aber ändern.

Lufthansa bietet 140 Sonderflüge an

In enger Absprache mit den Regierungen bietet die Lufthansa in diesen Tagen rund 140 Sonderflüge an. Mehr als 20.000 Passagiere fliegen so zurück nach Hause. Weitere Sonderflüge folgen in den nächsten Tagen. Gleichzeitig hält die Lufthansa ihre gesamte Frachtflotte in der Luft, um die Frachtströme nicht abreißen zu lassen.

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Zusätzlich werde geprüft, Passagierflugzeuge ohne Fluggäste als reine Frachtflugzeuge einzusetzen, um die Frachtkapazität zu erhöhen. „Diese Flüge können die Einnahmeausfälle in der Passage aber nicht ausgleichen“, sagte Sport. Langstreckenflüge werden nur noch von Frankfurt aus angeboten. Von Frankfurt, München und Zürich aus werden nur noch einige europäische Metropolen angeflogen. Der Flugplan werde innerhalb kurzer Zeit auf fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Kapazität zurückgefahren.

Die Lufthansa will sich gegen die Folgen des weltwirtschaftlichen Einbruchs stemmen. Bereits für 33.000 Beschäftigte ist Kurzarbeit beantragt worden. Weitere Anträge sollen in dieser und nächster Woche gestellt werden. Die Personalkosten summieren sich auf neun Milliarden Euro.

Je weniger Lufthansa das Kurzarbeitergeld aufstocken müsse, umso mehr der 140.000 Beschäftigten könnten an Bord bleiben, berichtete Spohr weiter. Der Lufthansa-Vorstand habe sich den Bonus für das vergangene Jahr nicht auszahlen lassen und verzichte auf 20 Prozent der Grundvergütung in diesem Jahr. Der Hauptversammlung werde vorgeschlagen, die Dividende für das gute Jahr 2019 zu streichen.