Svenja Clemens unterstreicht Talent

Bad Königer Lauftalent kommt beim Güttersbacher Volkslauf über 10,8 Kilometer auf den zweitenPlatz.

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GÜTTERSBACH. Laufstrecken können schnell und bequem sein – oder besonders. Zweifelsohne zur zweiten Kategorie rechnen die Routen, die das Läuferteam des Skiclubs Güttersbach vor nun bald 25 Jahren ausgeheckt hat, um sie seit dem erfolgreich unter die Leute zu bringen. Zu denen gehörten bei der 2018er-Ausgabe neben vielen ambitionierten Hobby- und Vereinsläufern auch mehrere prominente Asse wie die in ihren Altersklassen zur nationalen Spitze zählenden Simone Raatz und Stefanie Hock (beide ASC Darmstadt), die denn auch den Sieg im 10,8-Kilometer-Hauptlauf unter sich ausmachten – fast jedenfalls. Denn zwischen beide schob sich ein Odenwälder Talent, das auf dem besten Weg ist, selbst in den Olymp der Laufszene aufsteigen.

Die noch in der Jugendklasse startberechtigte Svenja Clemens (TSG Bad König) rannte in für den Anspruch der Strecke atemberaubenden 45:37 Minuten auf Platz zwei und konnte es so an Glanz mit ihrem schon viel beachteten Vereinskameraden Jonas Uster aufnehmen. Der nämlich gewann in 39:09 die Männerkonkurrenz deutlich vor Rolf Ciesielski (Main-Lauf-Cup) und Jan Homberg (Tria-Team Michelstadt).

Schmidt und Gerhard gewinnen Halbmarathon

Etwas schlechter war es um die Lokalmatadoren in Halbmarathon bestellt, wo Gesamtsiege und -plätze an die nähere und weitere Nachbarschaft gingen. Es gewannen Corinna Schmidt (Goldbach) in 1:52:27 Stunden vor Sonja Gabriel (ASC Dillenburg) und der ohne Vereinsangabe gestarteten Pamela Moura Cavalcante sowie bei den Männern Johannes Gerhard (TuS Griesheim) in beeindruckenden 1:26:47 vor Martin Borgenheimer (Heppenheim) und Holger Finkelmann (LUT Aschaffenburg).

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Mit diesen Spitzentrios hatten sich rund 80 Sportler auf die Halbmarathon- und 140 auf die Zehn-Plus-Distanz gemacht und sich damit einer der Herausforderungen der südhessischen Ausdauersportszene gestellt. Denn wer in Güttersbach mitmacht, muss 280 oder gar 450 Höhenmeter unter sich bringen. Und auch wenn diese Aufgabe den wohl stärksten Eindruck hinterlässt, werden die Läufer im und rund um das 450-Einwohner-Dorf reichlich mit Impressionen versorgt.

Das beginnt, mittelt und endet in der stimmungsvollen Start-, Ziel- und Festmeile in der Ortsmitte, die dank der Aufteilung in zwei Runden ausgiebig genossen werden kann – und wird flankiert von kulturellen, landschaftlichen und sportlichen Akzenten. Der erste davon wird schon kurz nach dem Start gesetzt, wenn es rampengleich auf Asphalt einen steilen Wiesenhang hinaufgeht. Wohl dem, der das folgende Flachstück zum Durchatmen nutzt, denn gleich anschließend stellt sich die Strecke noch stärker auf, um nach zwei Kilometern endlich in Serpentinen überzugehen und damit gemäßigter dem Scheitelpunkt zuzustreben, der beim Halbmarathon über 500 Meter hoch am Gipfel des Spessartskopfs liegt. Der teilt sich den Kulissen-Reiz mit der alt-ehrwürdigen Güttersbacher Quellkirche, dem Mornsbachtal, den Drei Buchen, dem Grasellenbacher Tal, der Köhlerhütte oder der Fuchseiche.

Zur Siegerehrung ins Freibad

So ausgesetzt die Läufer hier in der Natur unterwegs sind, so sicher befinden sie sich stets in der Nähe einer Gruppe jener 120 Helfer, mit denen der Skiclub alljährlich rund ein Viertel der Dorfbevölkerung motiviert, für die Versorgung auf der Strecke und nach der Ankunft zu sorgen. Die Güttersbacher Gastfreundschaft gilt dabei neben den Teilnehmern der Hauptläufe auch Walkern und vor allem Kindern und Jugendlichen, die mit Freistarts zum sportlichen Tun animiert und mit einer originellen Siegerehrung im Freibad belohnt werden. Für Kenner bietet das nach dem Lauf eine schönere Erfrischung als jede Dusche, für die der SC jeweils improvisieren muss und diesmal sogar einen Shuttlebus in die Mossautalhalle organisierte.

Ihre Bemühungen haben die Organisatoren um den SC-Vorsitzenden Hans Joachim Schmidt und seinen Stellvertreter Matthias Gerlach diesmal mit insgesamt fast 400 Startern belohnt gesehen, davon 300 in den zahlungspflichtigen Klassen. Damit hat sich der Lauf nach dem terminlich bedingten Rückgang im vorigen Jahr wieder stabilisiert, freilich ohne wieder an seine Rekordzahlen von Anfang des Jahrzehnts heranzukommen.

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Altersklassensieger Hauptlauf, 10,8 km

Frauen: Svenja Clemens (TSG Bad König/Jugend B), Celina Kortüm (Ilvesheim/Jugend A), Carina Mühl (Michelstadt/Hauptklasse), Monique Richter (On-Running/W30), Neringa Uzomeckiene (Germania St. Ilgen/W35), Simone Raatz (ASC Darmstadt/W40), Peggy Nieratzky (SC Güttersbach/W45), Bettina Noth (SC Güttersbach/W50), Stefanie Hock (ASC Darmstadt/W55), Maria Arbogast (Schnauftreff Oberursel/W60).

Männer: Niklas Kürten (TV Hersfeld/Jugend B), Jonas Uster (TSG Bad König/Hauptklasse), Tobias Dehmer (SV Dorndiel/M30), Michael Helferich (SV Mörlenbach/M35)), Jan Homberg (Tria-Team Michelstadt/M40), Michael Ullrich (KSV Reichelsheim/M45), Rolf Ciesielski (Main-Lauf-Cup/M50), Achim Schumacher (LAZ Mosbach-Elztal/M55), Reinhold Schwarz (Michelstadt/M60), Ronald Pätel (SG Güttersbach/M65), Karl-Heinz Menzel (KSV Reichelsheim/M70), Eugen Friedrich (LT BASF Ludwigshafen/M75), Günter Schledt (VfL Münster/M80).

Halbmarathon:

Frauen: Sonja Gabriel (ASC Dillenburg/Hauptklasse), Corina Schmidt (TV Goldbach/W35), Wienke Rühl (Reichelsheim/W40), Sarah von Kutzleben (Odenwälder Rennschnecken/W45), Pamela Moura Cavalcante (Team Nobody/W50), Andrea Niemeyer (SC Güttersbach/W55), Olivia Spiegelhalter (AVA-Vita Runners/W60), Ruth Weimer (TSG Wiesloch/W65), Regine Braun (SV Rohrbach/W70).

Männer: Nils Rebscher (TV Hetzbach/Hauptklasse), Johannes Gerhard (TuS Griesheim/M30), Peter Sternkopf (LV Aschaffenburg/M35), Sebastian Planer (Frei Laufen Rodgau/M40), Martin Borgenheimer (Heppenheim/M45), Alexander Di Lella (Löhrbach Birkenau/M50), Uli Muth (LG Friedberg-Feuerbach/M55), Ulrich Amborn (ELT Großheubach/M60), Olaf Berger (KSV Reichelsheim/M65), Herbert Rochelt (Lauftreff m3/M70), Werner Broß (TV Sinsheim/M75).

Schülerläufe, 1,35 km: Viktoria Dubik, Sarah Köcher, Patrick Lorenz, Bjarne Aelken (alle TSG Bad König), Malea Volk (SC Beerfelden), Ruya Alatas, Leando Santos (beide TSO Erbach), Tom Nikel (TSG Bad König), Charlotte Haag, Julius Haag (beide TSO Erbach)

Sieger Staffeln, drei Mal 7,5 km: Männer: WG Runners (Braun, Scheck, Pustelnik), Frauen: Powergirls TSG Bad König (Daum, Kunkelmann, Kunkelmann), Mixed: Need for Speed (Nico Bartsch, Ines Trumpfheller, Manfred Schubart).

Sieger Walking: Bruno Bernauer, Elisabeth Bernauer (beide LT Asbach).