Janek Taplan ohne Hüpfer schneller

Luftig übers Hindernis: Die Heltersbergerin Natascha Hartel beim Kreuznacher Crosslauf. Foto: Sturm

Der Bad Kreuznacher Cross-Trophy-Run zieht nur noch 130 Läuferinnen und Läufer ins Moebusstadion. Aber die hatten ihren Spaß.

Anzeige

BAD KREUZNACH. „Wir machen die Veranstaltungen, weil wir die Region lieben“, sagte Benjamin Oertel vom LDR Bad Kreuznach beim traditionellen Cross-Trophy-Run im Moebusstadion. Dafür opfere man dann gerne die Zeit, auch wenn nichts hängen bleibe, sagte der Sieger der Laufliga, der als Helfer im Organisationsteam auf seinen Start verzichtet hatte. Bei zurückgehenden Teilnehmerzahlen seien solche Läufe ohnehin nur noch mithilfe von Sponsoren zu stemmen, unterstrich Oertel.

Mit 130 Teilnehmern hatte auch dieser Crosslauf durchs Moebusstadion über die alte Reitbahn mit „Dreierkombinationen“ über Strohballen einen deutlichen Rückgang erfahren. „Im vorigen Jahr waren es noch 160, wir hatten aber auch schon 200 Starter“, sagte LDR-Vorsitzender Sebastian Gebhardt. Möglicherweise kann das kalte und windige Wetter mitgespielt haben, denn es hatte fast keine Nachmeldungen gegeben. Insgesamt sei aber derzeit ein etwas nachlassendes Interesse an allen Läufen zu verzeichnen. „Derzeit konzentriert sich alles auf große Läufe“, sagte Lauffreunde-Trainer Hans-Peter Tiedje, der aus Alzey weiß, dass sich etwa in Rheinhessen die Wingertsläufe totlaufen. „Bevorzugt werden Veranstaltungen mit 5000 Startern und Event drumherum“, denkt er etwa an die Karlsruher Laufnacht, bei der man ein beleuchtetes Zelt mit Musik über die Strecke baut.

Im überschaubaren Feld der Langstrecke war mangels anderer Topläufer mit Janek Taplan (Bingen) der Favorit schon am Start ausgemacht: Mit interessanter Hindernistechnik, bei der er nur knapp über die Strohballen lief und dabei das Knie seitlich abwinkelte, büßte er deutlich weniger Kraft ein als die hüpfende Konkurrenz. Als er nach 22:39 Minuten über die Ziellinie kam, hatte ein Großteil des Felds fast noch eine Runde zu laufen. Um die Medaillenplätze kämpften zwei starke Frauen Julia Piper vom TV Waldstraße Wiesbaden (25:30) wurde Zweite des Gesamtfelds vor Natascha Hartel vom TV Heltersberg (26:39), die ihren Namen zum Programm machte. Bauchfrei im Beachoutfit war sie angesichts der Temperaturen wirklich „hart“ im Nehmen. „Da kann man froh sein, dass sie nicht noch in kurzen Hosen läuft“, verriet Tiedje schmunzelnd, dass die Läuferin immer derart luftig mit viel hitzigem Adrenalin unterwegs ist. Erst nach dem weiblichen Duo kam mit dem Kreuznacher Sebastian Maiwald (26:51) der zweite Mann ins Ziel (26:51).

In der Laufliga der Frauen wurde es enger: Die Ligadritte Iris Walter (29:56) holte als viertschnellste Frau acht Punkte und machte zwei Punkte auf die Zweite Sandra Dolby (Baumholder) gut. Zudem schmolz auch der Vorsprung der Führenden Diana Janicke Speh. Lauffreundin Jana Eisenbrandt, die auch schon einmal die Liga angeführt hatte und lange Zweite war, verzichtete auf eine Aufholjagd und startet nur über die kürzere Strecke, die ihr als Bahnsportlerin besser liegt. In einem engen Finish bei dem 20 Sekunden über vier Plätze entschieden, wurde sie Vierte hinter den Vereinskameradinnen Tatjana Kehrein und Sharon sowie Siegerin Karin Schenk (11:06) von Wiesbaden Waldstraße. In der männlichen Konkurrenz gab es einen hauchdünnen Sieg Abdullahi Bare (TV Bad Sobernheim 8:55), der nur einen Wimpernschlag schneller war als der Wiesbadener Thomas Kunstmann.