Wieder nur ein Remis: Holebas lässt Bulut-Elf verzweifeln

Erneut schafft es der Fußball-Hessenligist FSV Fernwald nicht, eine Führung in Überzahl über die Ziellinie zu bringen.

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ALZENAU/FERNWALD. Oh, wie bitter! Da führt der FSV Fernwald in der Gruppe A der Fußball-Hessenliga am Samstag beim FC Bayern Alzenau mit 2:0, spielt eine Halbzeit lang in Überzahl, und muss sich am Ende beim 2:2 (1:0) mit einem Punkt zufriedengeben.

Bayern Alzenau - FSV Fernwald 2:2

Verständlich, dass FSV-Trainer Daniyel Bulut nach dem siebten Saison-Unentschieden total angefressen war: "Dieses Remis war völlig unnötig. Wir hatten nicht die Cleverness, die Partie einfach runterzuspielen. Stattdessen wurden Risikopässe gespielt und Fehler gemacht. Das hatte auch nichts mit jungen Spielern zu tun, wir hatten heute genug Erfahrung auf dem Platz."

Im ersten Durchgang war der FSV schon vor dem 1:0 der Führung näher als die Gastgeber, die ihren prominenten Neuzugang von Olympiakos Piräus, Jose Holebas, zunächst auf der Bank ließen. Nach einer Viertelstunde ohne Höhepunkte hatte Tim Richter das 1:0 auf dem Fuß, aber sein gefühlvoller Heber flog über das Gehäuse von Alzenaus Torwart Pascal Maier. In der 32. Minute verfehlte Richter erneut den Kasten nur knapp, als er nach einem Rückpass Kevin Göbels von der Grundlinie das Leder neben den langen Posten setzte. Richter war es auch, der die Möglichkeit von Erdinc Solak (41.) per Kopfball-Verlängerung vorbereitete, aber dessen Volleyabnahme verfehlte das Ziel. Aber kurz vor dem Pausenpfiff zielte Solak besser, als er den Ball vorbei an Bayern-Keeper Maier zum 1:0 (45.) ins Netz setzte, nachdem ihn Ceyhun Dinler mit einem präzisen Zuspiel bedient hatte. Die Hausherren kamen nach einer halben Stunde nur einmal in der ersten Hälfte gefährlich vor das FSV-Tor, aber der Neuzugang zwischen den FSV-Pfosten, Joao Borgert, reagierte super im 1:1-Duell gegen Maximilian Brauburger und wehrte dessen Schuss gekonnt ab.

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Nach dem Wechsel dezimierten sich die Alzenauer selbst, als Serkan Pancar (49.) zunächst Gelb wegen eines Fouls sah und im Anschluss wegen Meckerns mit der Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt wurde. Und als dann eine Minute später Richter einen langen Freistoß von Solak am langen Pfosten per Kopf zum 2:0 (50.) nutzte, schien es für das Bulut-Team endgültig in Richtung zweiten Saisonsieg zu gehen. Aber wie in Flieden, als beim 2:2 in Überzahl nach 2:0-Führung noch der Dreier verloren ging, und zuletzt daheim gegen die Hanauer, die in doppelter Unterzahl nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt beim 2:2 mitnahmen, schafften es die Fernwälder nicht, den Sieg zu sichern.

Die Gastgeber kamen mit dem 1:2-Anschlusstreffer zurück ins Spiel, den Philipp Topic (67.) nach einem Eckball mit dem Kopf markierte. Zwar hatte Solak (85.) noch die Riesenchance, auf 3:1 zu erhöhen, aber nachdem Richter bei seinem Konter allein aufs Bayern-Tor zugesteuert war und schon den Torwart umspielt hatte, blieb der angespielte Solak an einem Alzenauer Abwehrspieler hängen. Stattdessen nahm das tragische Geschehen für die Fernwälder eine Minute vor Schluss seinen Lauf. Jose Holebas, der prominente Neuzugang, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden war, verwandelte eine hohe Hereingabe von Marcel Wilke mit dem Kopf zum 2:2. Und sorgte damit für ein weiteres vermeidbares Deja-vu des FSV.

Bayern Alzenau: Maier - Pancar, Alexander, Brauburger, Desveaux (54. Topic), Grünewald, Fecher, Burcu (46. Holebas), Kang (80. Petrone), Wilke, Porporis.

FSV Fernwald: Borgert - Bender, Solak, Markiewicz (76. Freese), Richter, Sesay, Mukasa (71. Goncalves), Hendrich, Vural, Dinler, Göbel (54. Schäfer).

Tore: 0:1 Solak (45.), 0:2 Richter (50.), 1:2 Topic (67.), 2:2 Holebas (89.). - Schiedsrichter: Wecht (Heppenheim). - Zuschauer: 250.