Weinsheim holt Punkt beim Tabellenzweiten

In dieser Situation ist TSV-Torschütze Luca Czarnecki (rotes Trikot) im Kopfballduell unterlagen. Foto: Mario Luge

Der TSV Langenlonsheim muss sich mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben. Ein Tor nach Morse-Code eröffnete dabei einen Chancenwucher bei den Hausherren.

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LANGENLONSHEIM. Die rund 80 Zuschauer rund um den Sportplatz am Langenlonsheimer Flugplatz rieben sich fast 20 Minuten lang verwundert die Augen. Im Duell des Tabellenzweiten mit dem Vorletzten hatten die Weinsheimer Gäste aus dem Bezirksliga-Keller den Hut auf, setzten den TSV unter Druck und waren allemal besser in der Partie gestartet. „Da müssen wir schon 1:0 führen“, sollte SGW-Coach Marc Förster nach der Partie konstatieren. In dieser 20. Minute konstatierte er erst einmal Fußball nach dem Morsealphabet: kurz-kurz-lang. Will heißen: 1:0.

Übersetzt gestaltet sich das erste Tor im vermeintlich ungleichen Duell so: Die Kopfball-Rückgabe von Weinsheims Julian Fischer gerät zu kurz, der daraus resultierende Befreiungsschlag durch Keeper Niclas Kramm ebenfalls zu kurz. Dafür ist der folgende Schuss von Luca Czarnecki lang. Etwa 35 Meter lang vom Fuß des TSV-Zehners bis ins Weinsheimer Netz. Die Führung für den Favoriten. Überraschend und vom Matchglück begünstigt.

Anfangsphase unter verkehrten Vorzeichen

Die Anfangsphase gab Langenlonsheims Trainer Alexander Stumm denn auch Rätsel auf. „20 Minuten waren wir überhaupt nicht im Spiel. Ich weiß nicht warum, glaube aber nicht, dass die Kerb Schuld daran ist.“ Geradezu „ängstlich“ sei der Auftritt seiner Mannschaft gewesen mit „vielen ungewohnten Fehlern“, bevor sie dann doch dank ihrer besseren spielerischen Möglichkeiten die Kontrolle übernahm.

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Was folgte, ist mit dem Begriff Chancenwucher am besten beschrieben. Mindestens ein halbes Dutzend Mal tauchten alleine Valentin Guckelsberger und Daniel Secker frei vor Gästekeeper Kramm auf. Zudem wurde ein Kopfball von Ali Az-Taeife gerade noch auf der Torlinie geklärt. „Und so ist es eben immer eine enge Kiste geblieben“, führte Stumm die Spielanalyse in Richtung der Fußballer-Weisheit, die allzu oft zutrifft: Wer vorne seine Chance nicht nutzt...

Diesmal war es Steven Thiel, der die Weinsheimer 20 Minuten vor Schluss zurück zum Punktgewinn schoss, als er einen der wenigen Gästekonter der zweiten Halbzeit erfolgreich abschloss. Damit sorgte er wieder für erhobene Köpfe seiner Mitspieler, denn nach dem unglücklichen Rückstand waren die Schultern sofort nach unten gegangen. „Jeden Spieltag ist es dasselbe: Mit einem verdammten Fehler bringen wir uns in die Bredouille“, haderte SG-Coach Förster nicht zum ersten Mal in dieser Runde. In der zweiten Halbzeit hatte er einen „offenen Schlagabtausch“ gesehen, freilich mit den „besseren Chancen bei den Langenlonsheimern.“

Die ersten 20 Minuten machen ihm aber Mut, auch wenn in der aktuellen Situation ein Zähler fast zu wenig sei. „Aber jetzt haben wir gegen die Eintracht, Planig und Langenlonsheim Punkte geholt. So weit weg sind wir nicht.“ Und auch sein Gegenüber Alexander Stumm hat‘s das Wochenende nicht vollständig verhagelt. „Mit dem Unentschieden kann ich mich gerade noch auf der Kerb sehen lassen.“

TSV Langenlonsheim: Baumann – Espenschied, Scheel, Filomela, Pallara, Secker, Czarnecki, Az Taeife, Keber (85. Acar), Guckelsberger, Doll (68. Kuhn).

SG Weinsheim: Kramm – Friedrichs, Stellwagen, Fischer, Walg, Müller, Kuß, Kühner (13. Biegeler), Mittwich, Rheinländer (85. Messer), Thiel (90. Wagner).