Trotz 3:3 in Köln: FCK-Party ist vertagt

aus 1. FCK

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Jean Zimmer (links) und der FCK zeigen in Köln nach der Pause eine gute Reaktion.  Foto: imago/Jan Hübner

Der 1. FC Kaiserslautern erkämpft sich ein Remis, darf aber noch nicht den Klassenerhalt feiern. Das könnte sich bereits am Sonntag ändern.

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KÖLN. Der Anfang war vielversprechend, die Kulisse auch. Dennoch darf der Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern noch nicht den Klassenerhalt feiern. Nach 1:0-Führung und zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand holen die Pfälzer am Samstag noch ein 3:3 bei Viktoria Köln. Daniel Hanslik (14.) brachte den FCK in Führung, ehe Ex-Teamkollege Timmy Thiele (18./19.) und Kai Klefisch (32.) die Partie drehten. Elias Huth (72.) und nochmals Hanslik (88.) brachten den FCK zurück. Dennoch durften die zahlreichen mitgereisten FCK-Fans, die außerhalb des Stadions lautstark mitfieberten noch nicht feiern. Durch den Erfolg des KFC Uerdingen im Parallelspiel gegen Magdeburg (1:0) muss der FCK nun mindestens bis Sonntag warten und auf einen Punktverlust von Bayern München II hoffen, um noch ein „Endspiel“ am kommenden Samstag zu vermeiden.

Trainer Marco Antwerpen musste sein Team auf einer Position verändern. Für den gelbgesperrten Hendrick Zuck rückte Kenny Prince Redondo auf die linke Defensivseite. Ansonsten durfte das Team ran, das in der Vorwoche 4:1 gegen Uerdingen gewonnen hatte. Auch das System mit Dreierkette und offensiven Flügeln behielt Antwerpen bei. Zunächst knüpfte die Mannschaft auch an den starken Auftritt an, vor allem erneut über die starke rechte Seite, die nach sechs Minuten erstmals für Gefahr sorgte. Wenig später vergab dann Marvin Pourié die Chance zum 1:0 (13.). Der Anfangsdruck der Roten Teufel mündete dann aber doch noch in der verdienten Führung. Jean Zimmer leitete ein, Pourié hatte das Auge für Daniel Hanslik, der ins lange Ecke vollstreckte (14.).

Doppelschlag vom Ex-Kollegen

Großer Jubel bei den zahlreichen FCK-Fans, die im Umfeld des Stadions ihr Team zum Klassenerhalt anfeuern wollten. Der Anhang musste im Anschluss jedoch miterleben, wie die Roten Teufel zunehmend den Faden verloren. Mit teilweise eklatanten Defensiv-Patzern lud der FCK die Kölner zum Toreschießen ein. Zunächst verstolperte Kevin Kraus den Ball, leitete so den Angriff der Hausherren ein, den Ex-FCK-Spieler Timmy Thiele zum 1:1 vollendete (18.). Eine Minute später leistete sich Tim Rieder einen katastrophalen Fehlpass, wieder rauschte Thiele dazwischen, lupfte über Avdo Spahic – 2:1 (19.). Nun war Viktoria deutlich am Drücker, der FCK konnte sich kaum noch befreien. Die logische Konsequenz war dann das 3:1 in der 32. Minute. Diesmal leistete sich Spahic einen Patzer, spielte einen flachen Abschlag genau auf den Gegner, Köln fuhr direkt den Konter, den Kai Klefisch per Kopf vollendete – und das völlig unbedrängt. Die Party-Stimmung war den FCK-Anhängern damit längst vergangen. Auch wenn vor der Pause nochmals das 3:2 in der Luft lag. Nach einem starken Angriff über rechts, vollendete Hanslik im zweiten Anlauf, der Schiedsrichter entschied jedoch auf Abseits (42.).

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Schiedsrichter-Ärger in der Schlussphase

Auch Marco Antwerpen hatte genug gesehen, wechselte zur Pause dreifach aus. Nicolas Sessa (für Carlo Sickinger), Marvin Senger (für Rieder) und Elias Huth (für Pourié) durften nun ran und der FCK wirkte zunächst wieder deutlich fokussierter. Die erste Chance gehörte dennoch Köln, Mike Wunderlich verpasste jedoch knapp (49.). Felix Götze (52.), Sessa per Freistoß (53.) und nochmals Sessa aus der Distanz (63.) hatten dann jedoch Chancen für die Roten Teufel. Auch Köln machte weiterhin Druck, fand gegen eine nun etwas stabilere FCK-Abwehr aber weniger Lücken. Und Kaiserslautern ließ nicht locker. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte brachte Redondo den Ball nachvorne, Ouahim bediente Huth – das 3:2 (72.). Nun war Kaiserslautern wieder am Drücker und die Partie wurde hitziger. Kurz nachdem Huth knapp den Ausgleich verpasste (79.) herrschte Aufregung im Strafraum der Kölner. Hanslik ging nach einem Ellbogenstoß zu Boden, der Schiedsrichter ließ jedoch weiterspielen. Das hätte Elfmeter für den FCK geben müssen (80.).

Mit Wut im Bauch war der FCK nun wieder deutlich überlegen, rannte an. Die größte Chance vergab Hercher in der 86. Minute, nachdem die Pfälzer in einer Kontersituation Überzahl vor dem Tor der Gastgeber hatten. Zwei Minuten später machte es Hanslik dann besser. Eine Ecke von Sessa wurde zunächst geblockt, dann brachte Marlon Ritter die Kugel doch noch gefühlvoll nach innen, wo Hanslik per Kopf vollstreckte (88.). Es war der verdiente Ausgleich, mehr gelang aber nicht mehr. Die Roten Teufel haben somit zwar ihre Hausaufgaben gemacht, können auch vom SV Meppen nun nicht mehr überholt werden. Noch hängt der vorzeitige Klassenerhalt aber am FC Bayern München II. Die spielen am Sonntag im Derby gegen 1860 und wären im Falle eines Sieges weiterhin noch in der Lage, den FCK zu überholen. Gewinnen die Bayern nicht, darf der FCK am Sonntag auf der Couch feiern.

Von Tommy Rhein