Siegtreffer in der Nachspielzeit: Eintracht gewinnt 3:2 gegen...

aus Eintracht Frankfurt

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Frankfurt jubelt nach der furiosen Aufholjagd. Foto: dpa

Fußball verrückt in Frankfurt: Die Eintracht dreht eine fast schon verloren geglaubte Partie gegen Hoffenheim. Den Siegtreffer zum 3:2 markiert Goncalo Paciencia in der 96. Minute.

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht hat in den letzten Minuten die erste Niederlage des Jahres verhindert. Sebastien Haller und Goncalo Paciencia drehten in der 89. und 96. Minute das Spiel gegen die TSG Hoffenheim und sorgten für einen 3:2(1:1)-Sieg. Es war ein hochverdienter Sieg vor 49.500 Zuschauern. Die Eintracht hatte es in der ersten Halbzeit verpasst, mehr als das eine Tor von Ante Rebic zu erzielen. Hoffenheim kam durch Joelinton zum Ausgleich und in der zweiten Halbzeit durch Ishak Belfodil zur zwischenzeitlichen Führung.

Die Zuschauer hatten sich zunächst mit der „Beuth-Affäre“ beschäftigt. In der Arena hingen unzählige Plakate, die sich mit dem hessischen Innenminister und den umstrittenen Polizeieinsatz beim Euro-League-Spiel gegen Donezk beschäftigten. Freundliche waren nicht darunter. Das Spiel lief dann vor allem in eine Richtung, die Eintracht spielte eine halbe Stunde lang unglaublich schnell und direkt nach vorne. Sie versuchte so die personellen Probleme der Hoffenheimer in der Defensive auszunutzen. Und dies gelang einige Male. Da beide Teams konsequent den Weg nach vorne suchten, wurde es ein attraktives Spiel. Ishak Belfodil köpfte in der 5. Minute nach einer Ecke von Karem Demirbay knapp vorbei, dann kamen die Frankfurter zu ihren Gelegenheiten. Evan Ndicka köpfte knapp vorbei und in der 20. Minute gelang die nun schon verdiente Führung. Nach einem Freistoß von Filip Kostic hielt Ante Rebic den Kopf dazwischen, Torwart Oliver Baumann hatte keine Abwehrchance.

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Der letzte Pass kommt nicht an

Die Eintracht verpasste es in der Folge, höher in Führung zu gehen. Kostic bereitete ein ums andere Mal auf der linken Seite vor, doch der letzte Pass kam nicht an. Dass es zur Pause nur Unentschieden stand, war allerdings eher unglücklich. Die Hoffenheimer profitierten von einem umstrittenen Einwurf, den sie noch in der eigenen Hälfte zugesprochen bekamen. Der Angriff lief schnell und flüssig, Joelinton stand am Ende der Kombinationskette ganz frei und schob den Ball in der 43. Minute über die Linie. Danach stand dann Schiedsrichter Manuel Gräfe im Mittelpunkt. Der Unparteiische leitete das Spiel so wie er Spiele immer leitet, er pfiff nur das allernötigste. Pech für die Eintracht in diesem Fall. Als Mijat Gacinovic kurz vorm Strafraum von Kasim Adams gefoult wurde, blieb die Pfeife ebenso stumm wie bei einer Attacke von Stefan Posch gegen Sebastien Haller im Strafraum.

Die Gäste kamen besser aus der Pause. Nun schienen die Hoffenheimer frischer, ausgeruhter, die Eintracht zollte ganz offenbar den Belastungen der letzten Wochen Tribut. Für den wohl angeschlagenen Rebic war Luka Jovic gekommen, auch das tat dem Spiel der Frankfurter zunächst nicht gut. Hoffenheim hatte Chancen durch Belfodil, der knapp verpasste und des eingewechselten Adam Szalai, der mit einem mächtigen Weitschuss die Latte traf. Zweimal konnte Trapp den Rückstand noch verhindern. In der 60. Minute war er machtlos, Belfodil nutzte seine Freiheiten im Strafraum zu einem trockenen Flachschuss ins kurze Eck. 1:2, die Eintracht musste wieder einen Zahn zulegen. Sie tat es. In der 65. Minute flog TSG-Abwehrspieler Adams von Platz, er hatte Haller von den Beinen geholt, sah die gelbe Karte. Es war seine zweite in diesem Spiel. Nach 19 Minuten hatte er Rebic gefoult. Also „Gelb-Rot“, Platzverweis.

Trotz Überzahl wenig Chancen

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Natürlich war die Eintracht nun feldüberlegen. Aber Torchancen blieben Mangelware gegen die dicht gestaffelte TSG-Abwehr war es schwer, welche herauszuspielen. Ein Kopfball von Jovic, ein Schuss von Hasebe, den Baumann glänzend hielt, zu viel mehr reichte es trotz einer halbstündigen Überzahl nicht. Und dann kamen die letzten Minuten.

Von Peppi Schmitt