Oliver Glasner: „Ich habe richtig Bock auf die Eintracht“

aus Eintracht Frankfurt

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Bestens gelaunt voller Tatendrang präsentierte sich der neue Eintracht Coach Oliver Glasner bei seiner ersten Pressekonferenz. Foto: Jan Hübner

Bei der ersten Pressekonferenz sprach Neutrainer Oliver Glasner unter anderem über seine Spielidee, die Vorfreude auf die Euro League und äußerte sich zu Kostic und Silva.

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FRANKFURT/MAIN. Zwei Tage vor dem offiziellen Trainingsstart am Donnerstag hat die Frankfurter Eintracht am Dienstag den neuen Trainer Oliver Glasner vorgestellt. „Er ist jemand, der zur Idee wie wir spielen wollen, sehr, sehr gut passt“, sagte Sportvorstand Markus Krösche, „Wir sind froh, dass er hier ist.“ Glasner hat eine Stunde lang über seine große Vorfreude, seine Pläne und seine Hoffnungen gesprochen. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat Fragen und Antworten aufgezeichnet.

Glasner will Wolfsburger Erfolg auch mit Frankfurt

Über die Gründe seines Wechsels zur Eintracht: „Als Markus Krösche angerufen hat, war schnell klar, dass wir dieselbe Idee und den gleichen Blick von Fußball im Kopf haben. Auch den Status quo sehen wir sehr ähnlich. Das Wichtigste war dann, im Gespräch herauszufinden, wie wir die Zukunft gestalten wollen. Ich habe richtig Bock darauf, gemeinsam was auf die Beine zu stellen, anzupacken, erfolgreich Fußball spielen zu lassen. Die Mannschaft spielt sehr aktiv, sehr offensiv. Ich denke, wir passen sehr gut zusammen. Ich freue mich auf die Aufgabe. Es ist schön hier in Frankfurt zu sein.“

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Über die ersten Kontakte: „Die waren zunächst nur telefonisch. Mir war es persönlich wichtig, die Saison in Wolfsburg erfolgreich zu Ende zu spielen. Das ist ja auch gelungen. Jetzt wäre es mir andersrum ein Stück lieber gewesen.“

Über den Kader: „Der Kader sieht sehr, sehr gut aus. Er ist gut zusammengestellt, eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen, hungrigen Spielern. Gemeinsam mit Markus habe ich das Ziel, nicht allzuviel zu ändern. Unsere Herangehensweise ist also, dass wir keinen großen Umbruch haben werden. Aber dass bis zum September noch etwas passiert, ist natürlich nie auszuschließen.“

Über ein Gespräch mit seinem Vorgänger Adi Hütter: „Ich war bei Adi zu Hause, wir haben ein bisschen gequatscht. Es war ein spannender und netter Plausch. Er hat mir vorgeschwärmt von der Eintracht und erzählt, dass hier gerade in der Europa-League in Bezug auf Stimmung noch einer draufgesetzt wird.“

Über die Unterschiede der Trainer Hütter und Glasner: „Das wird man am Platz sehen. Ich schätze Adi sehr als Mensch und als Trainer. 69 Tore, das war schon super. Wir wollen diese Kreativität und Unberechenbarkeit beibehalten und vielleicht ein Stück mehr Balance ins Spiel bringen, um hinten den Laden öfter dicht zu halten. Wir werden im Training viel Intensität einfordern, das sind die Spieler ja gewohnt. Es liegt an uns, den einen oder anderen Spieler und das gesamte taktische Verhalten noch zu verbessern.“

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Teamgedanke unter Glasner ganz weit oben

Über die Ziele mit der Eintracht: „Eine genaue Festlegung können wir machen, wenn alle da sind. Am Ende ist der Tabellenplatz das Ausschlaggebende. Mir ist wichtig, den Spielern unsere Ideen zu vermitteln, ihnen etwas mitzugeben, dass sie wachsen, sie besser zu machen. Manchmal kann man sogar mit einer Niederlage zufriedener sein als mit einem Sieg. Teamspirit ist ganz wichtig, da kann man auch mal verlieren. Ich habe Probleme damit, wenn ich wir auf einer PK sitzen und wir haben gewonnen und ich weiß nicht warum.“

Über die Europa League: „Ich weiß, dass die Europa-League hier außergewöhnlich ist, ich gehe da mit riesengroßer Vorfreude rein.“

Über Spielerwünsche: „Wir sprechen gemeinsam über den Kader, wo gibt es Verbesserungspotential. Die Mannschaft hat über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau gespielt. Viele Spieler sind im besten Alter, es gibt viele erfahrene auf hohem Niveau und ein paar junge mit viel Potential. Darum werden wir nicht groß rumrühren auf dem Transfermarkt. Ein bisschen Tempo vielleicht noch in der Offensive und neben André Silva noch den einen oder anderen torgefährlicher machen, um uns als Mannschaft unberechenbarer zu machen. Allerdings: Wenn eine Mannschaft 69 Tore schießt, ist da sehr viel richtig gelaufen. Der Fokus liegt auf jenen, die hier sind. Das hat sich hier jeder verdient. Als Trainerteam werden wir jeden Tag unser Bestes geben.“

Kostic und Silva sollen bleiben

Über Filip Kostic und André Silva: „Wir kämpfen darum, dass sie bleiben, sie sind außergewöhnlich gute Spieler. Aber bis Anfang September wissen wir nicht genau, was passiert.“

Über die Vorbereitung: „Wir werden die fünfeinhalb Wochen bis zum ersten Pflichtspiel bestmöglich nutzen. Wir werden gemeinsame Ideen auf dem Platz entwickeln: Für mich als Trainer ist eine schöne Zeit, das ist jetzt Fußball pur, das macht mir am meisten Spaß. Ab September ist das Training da de facto ja eingestellt.“

Vierer- oder Dreierkette: „Ich bin da völlig vorbehaltlos. Wichtig ist, was zur Mannschaft passt, in welcher Formation sie sich wohlfühlt. Entscheidend ist, welche Verhaltensweisen legen wir an den Tag. Wir brauchen größtmögliche Synchronität im Defensivverhalten, da ist Systemfrage erstmal zweitrangig.“

Von Peppi Schmitt