Nur eine der vielen Chancen genutzt: Eintracht Frankfurt...

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Der Frankfurter Makoto Hasebe setzt sich gegen Ja-Cheol Koo (links) und Alfred Finnbogason aus Augsburg durch. Foto: dpa

Frust bei Eintracht Frankfurt: Der Fußball-Bundesligist verliert am vierten Spieltag auch das zweite Heimspiel der Saison gegen einen effizienten FC Augsburg mit 1:2 (0:1).

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FRANKFURT. Frust bei Eintracht Frankfurt: Der Fußball-Bundesligist verliert am vierten Spieltag auch das zweite Heimspiel der Saison gegen einen effizienten FC Augsburg mit 1:2 (0:1). Vor 46.500 Zuschauern erzielten Philipp Max (20.) und Caiuby (77.) die Tore für den FCA. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Luka Jovic (79.) kam aus Sicht der Gastgeber zu spät. "Das ist eine bittere Niederlage", meinte Frankfurts Makoto Hasebe. "Gegen Wolfsburg war es fast genauso. Wir haben 90 Minuten unser Spiel durchgezogen. Der FCA hatte nur wenige Chancen, aber sie haben zwei davon genutzt. Das ist der Unterschied zwischen uns und unseren Gegnern." SGE-Trainer Niko Kovac bedauerte: "Wir haben in der ersten Halbzeit alles falsch gemacht. Deswegen ist Augsburg verdient in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Reaktion gezeigt, es besser gemacht und uns einige Chancen erspielt. Unterm Strich hat es aber nicht gereicht." Für die Eintracht geht es bereits am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr) beim FC Köln in der Bundesliga weiter.

Kovac veränderte seine Elf nach dem 1:0-Sieg in Gladbach nur auf einer Position. Hasebe, der gegen Gladbach noch angeschlagen war, begann anstelle von Gelson Fernandes. Von Beginn an versuchten die Frankfurter, die Kontrolle zu übernehmen und hatten 60 Prozent Ballbesitz. Zur ersten Halbchance kam aber der FCA durch Alfred Finnbogason (3.), dessen Schuss im letzten Moment geblockt wurde. Nur fünf Minuten später zeigte sich auch die Eintracht in einer munteren Anfangsphase erstmals vor dem gegnerischen Tor. Der Versuch von Mijat Gacinovic aus halblinker Position stellte Marwin Hitz im Augsburger Tor aber vor keine größeren Probleme. Vor allem die Frankfurter kombinierten durchaus gefällig, kamen aber in letzter Konsequenz nicht gefährlich vor das Gästetor. Exemplarisch war eine weitere Halbchance von Hasebe (17.). Der Japaner kam nach feinem Doppelpass mit Kevin-Prince Boateng zum Schuss – der allerdings geblockt wurde.

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Max trifft per Freistoß

Die Augsburger überließen der Eintracht den Ball und setzten auf schnelle Gegenstöße. Einen dieser Konter konnte Simon Falette nur mit einem Foul am Ex-Darmstädter Marcel Heller stoppen. Mit Folgen. Denn den daraus resultierenden Freistoß von der rechten Seite zog Philipp Max scharf vor das Tor der Eintracht, alle Spieler verpassten - und plötzlich stand es 1:0 für den FCA. Davon ließen sich die Gastgeber allerdings nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Das Team von Niko Kovac wirkte plötzlich entschlossener. Und zeigte sich in der 27. Minute vor dem gegnerischen Tor. Der Kopfball von Falette nach einer Ecke war allerdings zu hoch.

Diesen Schwung konnte die Eintracht aber nicht mitnehmen. Stattdessen kam Augsburg besser in die Partie, die Elf von Trainer Manuel Baum gewann zunehmend die Oberhand bei den Zweikämpfen. Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe ein Freistoß von Jetro Willems aus gut 25 Metern für etwas Gefahr sorgte, doch Hitz ließ sich nicht überraschen. Mehr passierte vor der Pause dann nicht mehr, die Eintracht ging mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit reagierte Kovac und brachte Ante Rebic für Carlos Salcedo ins Spiel. Willems rückte in die Abwehr, Boateng spielte etwas zurückgezogen und Rebic stürmte fortan an der Seite von Sebastien Haller. Die Umstellungen brachten zwar neuen Schwung, dennoch mangelte es den Hessen weiter an Präzision. Auch vielversprechende Situationen wurde nicht zu Ende gespielt, Hitz im FCA-Tor musste kaum eingreifen.

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Haller vergibt die große Ausgleichschance

Doch nach einer knappen Stunde bot sie sich plötzlich. Die große Chance auf den Ausgleich. Mijat Gacinovic flankte von der rechten Seite und Haller stand auf Höhe des Elfmeterpunkts komplett frei. Der Franzose – der den Ball sogar noch annahm - verzog jedoch völlig und traf den Ball nicht richtig, der Ball kullerte am linken Pfosten vorbei. Sieben Minuten später zeigte sich dann der FCA mal wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor. Nach einem schnellen Konter über die rechte Seite bediente Finnbogason den mitgelaufenen Ja-Cheol Koo im Rückraum. Völlig blank setzte aber auch er den Ball links neben das Tor. Kurz darauf wechselte Kovac zum zweiten Mal und brachte Luka Jovic, der damit sein Bundesligadebüt feierte, für Gacinovic in die Partie. In der 74. Minute forderte dann das ganze Stadion einen Elfmeter. Rebic ging nach einem Zweikampf zu Boden. Schiedsrichter Christian Dingert forderte den Videobeweis an – und zeigte an, dass kein Foul vorlag.

Und es kam noch dicker für die Eintracht. Statt der großen Chance auf den Ausgleich schlug der FCA erneut eiskalt zu. Der nur neun Minuten zuvor eingewechselte Caiuby zog aus 26 Metern einfach mal mal ab und überwand mit einem Traumtor Hradecky im Kasten der SGE. "Er hat ihn gut getroffen", sagte Hradecky. "Trotzdem darf der so nicht reingehen. Das ist aktuell eben typisch." Daraufhin kam Taleb Tawatha für Willems ins Spiel. Und wie schon in der ersten Halbzeit reagierte die Eintracht wütend auf den Nackenschlag. Zuerst scheiterte Jovic noch an Hitz. Doch nach der anschließenden Ecke machte er es besser – und verkürzte mit einem schönen Kopfball auf 1:2 (79.). In der 84. Minute war die Eintracht nah dran am Ausgleich, doch Boateng köpfte nach einer Tawatha-Flanke über das Tor. Und auch die Schüsse von Rebic und Timothy Chandler (87.) fanden nicht ihr Ziel. Trotz fünf Minuten Nachspielzeit passierte dann in einer hektischen Schlussphase nicht mehr viel, sodass der FC Augsburg am Ende drei Punkte aus Frankfurt entführte. "Wir müssen es jetzt auswärts besser machen", forderte Kovac. "Das liegt uns derzeit vielleicht mehr."