Mit Fanprotest und Videobeweis: Eintracht siegt gegen Fortuna

aus Eintracht Frankfurt

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Düsseldorfs Niko Gießelmann (re.) und der Frankfurter Goncalo Paciencia im Zweikampf um den Ball. Foto: dpa

Aus Protest gegen die Montagsspiele blieben vor dem Duell zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt beide Fan-Blöcke zunächst leer. Für Aufregung sorgte wieder der...

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht darf mit einem positiven Gefühl ins Europacup-Rückspiel bei Inter Mailand gehen: Die hessischen Bundesliga-Fußballer setzten sich im Montagsspiel 3:0 (0:0) bei der zuletzt so starken Fortuna aus Düsseldorf durch. Goncalo Paciencia (48.) und der eingewechselte Sébastien Haller (90.+1/90.+3) trafen vor 41.419 Zuschauern für die Hessen, die am Donnerstag (21 Uhr) bei Inter ins Viertelfinale der Europa League einziehen wollen. Die SGE rückte durch den lange umkämpften, letztlich aber verdienten Erfolg am Rhein bis auf drei Punkte an die Champions-League-Ränge heran.

„Dieser Sieg gibt uns Kraft für Inter. Hier zu gewinnen, ist nicht einfach“, freute sich Eintracht-Kapitän Gelson Fernandes. „Wir haben gezeigt, dass wir einen großen Kader haben. Die Qualität lässt nicht nach, egal wer reinkommt“, meinte Paciencia.

Die Partie begann mit „I don‘t like Mondays“. Die Stadionregie der Fortuna spielte den Song der „Boomtown Rats“ beim Einlauf der Profis – und unterstützte damit den Protest der beiden Fanlager gegen die verhassten Montagsspiele, die eh zur Saison 2021/2022 abgeschafft werden. Der Gästeblock blieb die komplette erste Halbzeit verwaist, die mitgereisten 3500 Eintracht-Anhänger kamen erst zu Beginn der zweiten Hälfte ins Stadion. Auch die Düsseldorfer brachten ihren Unmut zum Ausdruck: Die Ultras warteten bis zu Minute 15:30, ehe sie ihre Plätze einnahmen – und plädierten mit Bannern „für fangerechte Anstoßzeiten“ samstags um 15.30 Uhr. Bis zur Pause verzichteten auch die Düsseldorfer auf lautstarke Unterstützung.

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Umstrittene Szenen

Auf dem Rasen gab es sofort Aufregung. Nach nicht mal 90 Sekunden traf Düsseldorfs Dawid Kownacki. Doch Schiedsrichter Robert Hartmann gab das Tor nicht – Abseits. Zwar hatte Frankfurts Jonathan de Guzman den Ball in Kowanckis Lauf gespielt, doch Fortuna-Stürmer Dodi Lukebakio fälschte diesen noch entscheidend ab. "Das war eine krasse Fehlentscheidung", schimpfte Düsseldorf-Trainer Friedhelm Funkel. Hartmann habe sich später bei ihm entschuldigt, dass er zu früh gepfiffen habe, so konnte der Videoassistent nicht eingreifen. Zwei Minuten später prüfte Benito Raman SGE-Torwart Kevin Trapp per Kopf. Und die Eintracht? Bei der gab Makoto Hasebe quasi den verspäteten Startschuss: Der Japaner, der trotz seines vier Tage zuvor im Hinspiel (0:0) gegen Mailand erlittenen Nasenbeinbruchs in der Anfangsformation stand, warf seine Schutzmaske weg, wollte zum Angriff blasen. Luka Jovic (7.), der beim 7:1 im Hinspiel fünf Tore erzielt hatte, köpfte kurz darauf knapp daneben. Wirklich spannende Szenen blieben anschließend jedoch Mangelware.

Eintracht-Trainer Adi Hütter setzte auf eine „kleine Rotation“: Der Österreicher ließ Evan Ndicka, Haller und Mijat Gacinovic draußen, brachte Paciencia, de Guzman und Almamy Touré. Erst in der 25. Minute wurde es wieder gefährlich: Jovic schoss haarscharf über die Latte. Auf der anderen Seite probierte es Matthias Zimmermann aus spitzem Winkel, traf das Außennetz (33.). Kurz vor der Halbzeit rettete Fortuna-Keeper Michael Rensing gerade noch vor Jovic (44.). Die Hessen verzeichneten zwar mehr Ballbesitz und Chancen, die Gastgeber gewannen aber mehr Zweikämpfe.

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Nach der Pause nahm die Partie dann Fahrt auf – in jeglicher Hinsicht. Die Eintracht-Fans strömten nach einem ohrenbetäubendem Böllerknall in die Arena, beide Lager feuerten nun leidenschaftlich an. Und Paciencia durfte direkt in die Kurve zum Jubeln laufen: De Guzman flankte, der Portugiese war mit dem Kopf zur Stelle. Dann die 61. Minute: Hartmann sprach den Hausherren einen Handelfmeter zu – und nahm den Pfiff nach Ansicht der Videobilder wieder zurück. Raman hatte den Ball hoch reingebracht, Frankfurts Martin Hinteregger erwischte diesen mit dem angelegten Arm – eine vertretbare Entscheidung. Die Fortuna drängte auf den Ausgleich. Den Trapp mit einer Glanztat verhinderte: Der Schlussmann, der schon in der 53. Minute Raman klasse gestoppt hatte, parierte reaktionsschnell gegen Rouwen Hennings (76.). In der Nachspielzeit machte Haller dann mit einem Doppelpack alles klar.