Konkurrenzkampf bei Eintracht Frankfurt spitzt sich zu

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Trainer Adi Hütter. Foto: dpa

Gegen Union Berlin will Eintracht Frankfurt endlich den ersten Auswärtssieg landen. Personell kann Trainer Hütter aus den Vollen schöpfen. Der Konkurrenzkampf spitzt sich zu.

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FRANKFURT. Keiner mehr verletzt, alle gesund, alle fit, (fast) alle einsatzfähig. Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter hat vor dem Auswärtsspiel (Freitag, 20.30 Uhr) beim 1.FC Union Berlin die Qual der Wahl. Mijat Gacinovic und Johnny de Guzman haben sich nach Verletzungen zurückgemeldet und auch Sebastian Rode hat das Training wieder aufgenommen. Das engere Aufgebot umfasst aktuell 22 Feldspieler und vier Torhüter. Der Frankfurter Trainer wird vor dem Abflug nach Berlin am Donnerstag-Nachmittag also vier Feldspieler und zwei Torhüter streichen müssen. „Ich bin froh über den großen Konkurrenzkampf, da wird intern schon Druck aufgebaut“, sagt Hütter, „daran sieht man, dass wir ein hohes Niveau haben.“

Die neue Regelung der Deutschen Fußball-Liga, dass zwanzig statt wie in der Vergangenheit nur achtzehn Spieler dem Spieltagsaufgebot angehören können, hilft nur ein wenig weiter. Persönliche Enttäuschungen wird es dennoch, Gesundheit der Spieler vorausgesetzt, weiter Woche für Woche geben. „Ich kann keine Wünsche erfüllen, ich muss die Auswahl auch nicht moderieren und sie jedem erklären“, gibt sich der Frankfurter Coach knallhart, „manchmal tut es mir leid, aber es ist nun mal das Geschäft eines Profis und die Entscheidung eines Trainers.“

Einige Positionen sind besonders hart umkämpft

Schon beim Training hat in dieser Woche ein willkommenes Gedränge geherrscht. Dass die jungen Spieler wie Sahverdi Cetin oder Nils Stendera oder Marijan Cavar und Nicolai Müller, die im Grunde keine Rolle mehr spielen, beim taktischen Üben nicht dabei sind, gehört inzwischen zum Alltag. Jetzt hat Hütter sogar noch andere streichen müssen. „Leider“, sagt er, „aber wenn wir taktische Dinge einstudieren, sind 25 Spieler einfach zu viel.“ Der Kampf um die Positionen im Team und im Kader habe allerdings grundsätzlich positive Auswirkungen, „denn jetzt geht es schon im Training ganz anders zur Sache.“ Speziell mit Blick auf das zu erwartende Kampfspiel in Berlin sei dies schon sehr hilfreich gewesen, „Wir haben gut trainiert, aggressiv, bissig, mit viel Tempo“, sagt Hütter, „so müssen wir auch gegen Union auftreten.“

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Ein paar Positionen sind ganz besonders hart umkämpft. So auf der rechten Außenbahn defensiv und offensiv. In der verteidigenden Dreierkette hatte zuletzt gegen Dortmund David Abraham zuschauen müssen und war von Almamy Touré gut vertreten worden. Jetzt sagt Hütter: „Mal sehen, wer am Freitag spielt. David ist unser Kapitän und ich bin der Letzte, der einen fallen lässt. Er wird sich sicher zurückkämpfen.“ Hört sich so an, als würde Abraham ins Team zurückkehren.

Liste der Anwärter auf die Anfangself ist groß

Auf der rechten Seite offensiv stehen sie Schlange. Danny da Costa ist der Platzhirsch, dem gegen Dortmund eine Pause eingeräumt worden ist. Erik Durm hat an seiner Stelle gut gespielt. Und Timothy Chandler nach seiner Einwechslung maßgeblich zum Punktgewinn beigetragen. „Wenn ich daran denke, dass ich in der letzten Saison jedesmal den Atem angehalten habe, wenn Danny nur ein wenig gehumpelt ist, ist mir das jetzt viel lieber“, sagt der Trainer. Da war Da Costa noch konkurrenzlos gewesen und hat alle Spiele machen müssen.

Die Liste der Anwärter auf die Anfangself ist also groß. Da ist bei den Spielern Geduld gefragt und beim Trainier das nötige Fingerspitzengefühl, die richtige Auswahl gegen den jeweiligen Gegner zu finden. Selbst leicht angeschlagene Profis können aktuell ihre Verletzungen in Ruhe auskurieren. Genau darum wird Sebastian Rode in Berlin wohl noch nicht spielen. Die Knieverletzung, die er sich im Training zugezogen hat, ist zwar ausgeheilt und auch der Arzt seines Vertrauens, der das Knie im Mai operiert hat, hat „grünes Licht“ geben. Dennoch ist Hütter vorsichtig. „Seppl hat sich das Knie anschauen lassen, alles ist gut, er hat auch trainiert“, erklärt der Trainer, „der Plan ist, dass er nächste Woche im Europacup in Portugal wieder spielt.“

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Von Peppi Schmitt