In der Schlussphase zugeschlagen: Eintracht Frankfurt gewinnt...

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Hannovers Julian Korb (rechts) setzt sich im Zweikampf gegen Kevin-Prince Boateng durch. Foto: dpa

In der 90. Minute kann sich Eintracht Frankfurt noch die vollen drei Punkte in Hannover sichern. Ante Rebic erzielte für die Frankfurter den entscheidenden Treffer in der...

Anzeige

HANNOVER. Und wieder hat Eintracht Frankfurt in der Schlussphase zugeschlagen: Beim 2:1 (1:1) bei Hannover 96 sorgte diesmal Ante Rebic (90.) für den umjubelten Siegtreffer der hessischen Bundesliga-Fußballer. Sébastien Haller (10.), der vor zwei Wochen beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart für die späte Entscheidung gesorgt hatte, brachte die selbstbewusst zu Werke gehenden Frankfurter vor 43.500 Zuschauern in Front, Salif Sané (36.) glich für die Niedersachsen in der Phase vor der Pause, in der die Gäste sich zu weit zurückzogen, aus. In der zweiten Halbzeit hatte die Eintracht mehr vom Spiel. "Mit so einem Schuss zu gewinnen, ist natürlich glücklich, aber nicht unverdient", befand Frankfurts Trainer Niko Kovac. "Der Siegtreffer hatte sich in der zweiten Halbzeit angedeutet. In den vergangenen Wochen gab es Kritik an unserer spielerischen Leistung. Heute fand ich uns gut", meinte SGE-Vorstand Axel Hellmann. Es waren bereits die Auswärtspunkte acht, neun und zehn für die Hessen.

Anzeige

Vor dem Anpfiff gab es rechtzeitig Entwarnung: Die wieder genesenen Frankfurter Makoto Hasebe und Haller konnten von Anfang an mitwirken. Den gesperrten Innenverteidiger Simon Falette (Rot) ersetzte Marco Russ, der erstmals seit dem 30. April wieder in der Startelf stand. Kovac brachte zudem die 96-Leihgabe Marius Wolf von Beginn an, Jonathan de Guzman (Oberschenkel) und Marc Stendera (Erkältung) hatten die Reise nach Hannover wie angekündigt nicht antreten können. Kovac stellte daher um: Hasebe, Mijat Gacinovic und Kevin-Prince Boateng agierten im Mittelfeldzentrum. Eine richtig gute Vorstellung bot Gacinovic. "Er war danach so platt, dass er zusammengeklappt ist", berichtete Kovac.

Beherzter Start

Die Gäste begannen beherzt, suchten die Zweikämpfe gegen den heimstarken Aufsteiger. Eine Balleroberung im Mittelfeld führte nach zehn Minuten auch zur Führung: Der sichtlich motivierte Wolf, der seine beste Leistung im SGE-Trikot ablieferte, schickte Haller, der den Ball über Hannovers Torwart Philipp Tschauner beförderte. Es war der dritte Saisontreffer für den Rekordtransfer. Und gleichzeitig das erste Gegentor für die "Roten" in der ersten Halbzeit und im eigenen Stadion. Die Gastgeber bemühten sich um die Spielkontrolle, mehr als Halbchancen von Matthias Ostrzolek (22.) und Sané (23.) sprangen jedoch nicht heraus. Die Eintracht lauerte auf Konter, wirkte in der Folge aber zu passiv. Und kassierte letztlich den Ausgleich. Nach einem der 96-Standards, vor denen Kovac noch gewarnt hatte. Der Ex-Frankfurter Primin Schwegler brachte eine Ecke hoch in den Strafraum, Sané köpfte ein. Sechs Minuten später zielte Hannovers Martin Harnik haarscharf am Kasten vorbei. Es ging daher mit dem 1:1 in die Kabine. "Wir haben das Spiel in dieser Zeit unnötig aus der Hand gegeben. In der zweiten Halbzeit sind wir dann spielbestimmender aufgetreten", meinte SGE-Sportvorstand Fredi Bobic.

In der Pause tauschte Kovac: Jetro Willems kam für Taleb Tawatha. Die Hessen investierten nun wieder deutlich mehr. Boateng übernahm als Sechser, gefiel mit Übersicht. Vier Minuten nach Wiederanpfiff probierte es Wolf aus 18 Metern, zwang Tschauner zu einer Glanzparade. Die Eintracht wurde immer stärker, einzig der letzte Pass kam nicht an. In der 68. Minute brachte Kovac Aymen Barkok, der zuletzt nicht einmal mehr im Kader gestanden hatte, nun sein Saisondebüt gab, für Wolf. Zwei Minuten danach zog Willems, der enorm viel Schwung reinbrachte, im Strafraum ab - schoss aber weit drüber. Hannover kam in der Schlussphase noch zwei Mal vor das Tor, es traf aber Rebic mit einem fulminanten Distanzschuss aus 25 Metern. "Wir wollen jetzt zuhause gegen Borussia Dortmund mindestens einen Punkt mitnehmen", warf Frankfurts Timothy Chandler den Blick direkt nach vorne.