Frankfurter Befreiungsschlag gegen Hannover

aus Eintracht Frankfurt

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Hannovers Ihlas Bebou (links) und der Frankfurter Evan N'dicka kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Gegen Hannover gelang Eintracht Frankfurt ein deutliches 4:1. Ausnahmespieler Ante Rebic machte den Unterschied aus.

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FRANKFURT. Es war nicht besonders schön, aber es war eindrucksvoll. Als Tabellendrittletzter war die Frankfurter Eintracht in das Spiel gegen Hannover 96 gestartet und nach 90 Minuten waren die Frankfurter auf dem elften Tabellenplatz angekommen. Ein echter Befreiungsschlag, ganz so wie von Trainer Adi Hütter im Vorfeld gefordert. 4:1 (2:0) hieß es nach einem ziemlich einseitigen Spiel, das vom Frankfurter Superstar Ante Rebic geprägt wurde. Der kroatische Vizeweltmeister war nicht zu halten, bereitete das dritte Tor von Johnny de Guzman vor und schoss das 2:0 selbst. Die weiteren Treffer für die Gastgeber erzielten Evan Ndicka und Luka Jovic, für Hannover traf Florent Muslija. „Ich freue mich unglaublich für die Mannschaft und für die Fans“, sagte Trainer Adi Hütter, der erste Heimsieg für ihn und die Mannschaft sei ein „Befreiungsschlag“. Die 46.000 Zuschauer feierten die Mannschaft stimmten sich schon lautstark auf das Europapokalspiel am Donnerstag gegen Lazio Rom ein. „Das wollen wir jetzt genießen“; sagte Kapitän Marco Russ.

Die in der Liga übliche „Rotation“ hat jetzt auch bei der Eintracht massiv Einzug gehalten. Gleich fünf Positionen hat Trainer Hütter gegenüber dem Mittwoch-Spiel in Mönchengladbach verändert, also die halbe Mannschaft. Nur bei David Abraham war dies unfreiwillig, der Kapitän ist verletzt. Sein Startelfdebüt feierte der Brasilianer Allan Souza, sein Saisondebüt Routinier Marco Russ. Beide machten ihre Sache gut. Souza zeigte sich sehr ballsicher, Russ war gewohnt zweikampfstark. Mit „Auge und Erfahrung“ habe er es hingekriegt, sagte Russ, der für den an den Adduktoren verletzten Kapitän Abraham einspringen musste. Der Trainer lobte beide überschwänglich. Souza hat sich im Training aufgedrängt und wenn wir ihn irgendwann bewerten wollen, dann muss er auch spielen“, sagte Hütter, „er ist 90 Minuten gelaufen bis ihm die Zunge aus dem Hals hing.“ Russ habe seine Aufgabe „souverän gelöst“.

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Für das erste Tor müssen dicke Bretter gebohrt werden

Das Spiel hatte durchaus zäh begonnen, doch schon früh war zu sehen, dass die Frankfurter einen Ausnahmespieler in ihren Reihen haben. Ante Rebic machte den Unterschied aus. Er war besser als alle anderen auf dem Platz. Der Eintracht-Stürmer war nur mit Fouls zu stoppen. Gleich achtmal pfiff der Schiedsrichter nach Fouls an Rebic Freistoß für die Frankfurter. Die Eintracht beherrschte die Partie, kontrollierte sie, aber sie kam kaum zu Chancen. Es dauerte bis zur 18. Minute ehe Torró einen Kopfball aufs Netz setzte. Und erst in der 35. Minute gab es die erste echte Chance und gleich die Führung. Torró hatte den Ball nach einem abgewehrten Freistoß wieder hoch rechts nach außen in den Strafraum gebracht. Haller gewann einen Luftkampf gegen Anton, verlängerte den Ball mit dem Kopf nach innen und Ndicka drückte ihn volley mit links über die Linie. „Ich bin happy“, sagte der erst 19 Jahre alte Franzose nachher, „wir waren schon unter Druck, haben uns aber gerade im Kopf gut vorbereitet.“ Das 1:0 war verdient, auch wenn er dicke Bretter bohren musste, um endlich eine Lücke zu finden. Die Gäste spielten wie ein Tabellenletzter, mutlos, kraftlos und ohne irgendwelche Ambitionen nach vorne. Dass die Eintracht noch vor der Pause zum 2:0 kam, lag dann wieder an Rebic. Nach einem Einwurf von Da Costa verlängerte wieder Haller den Ball, Rebic setzte sich gegen seinen Bewacher Sorg durch, lief noch drei Meter und vollendete ganz sicher.

Hannover brachte zwei frische Angreifer zur zweiten Halbzeit, kam auch etwas besser ins Spiel, konnte sich aber keine einzige Gelegenheit herausarbeiten. In der 59.Minute sorgten die Frankfurter dann für klare Verhältnisse. Haller köpfte den Ball zu Rebic, der ging zum xten Mal an Sorg vorbei, machte noch einen kleinen „Übersteiger“, passte den Ball dann quer vors Tor. De Guzman musste nur noch ins leere Tor schießen. „Die Hälfte des Tores gehört Ante“, sagte der Holländer, der sein erstes Tor für die Eintracht geschossen hatte. Der Rest war Schaulaufen. Die Frankfurter konnten sogar ein paar Kräfte für das Spiel gegen Rom sparen, der erschreckend schwache Gegner leistete keine Gegenwehr mehr.

„Jeder weiß, dass er ein toller Spieler ist“

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Rebic bekam den verdienten Abgang. Als er nach 82 Minuten gegen Mijat Gacinovic ausgewechselt wurde, erhoben sich die Fans von den Plätzen. Ein Beifallssturm fegte durchs Stadion. „Jeder weiß, dass er ein toller Spieler ist“, schwärmte Trainer Hütter, „er ist eine Persönlichkeit auf Platz, er tut den anderen gut.“ Erst als Rebic gegangen war, kamen die Niedersachsen zu einem gefährlichen Angriff, der vier Minuten vor dem Ende durch den eingewechselten Florent Muslija noch den Ehrentreffer brachte. Doch die Eintracht konterte noch einmal, Luka Jovic schob in der Schlussminute zum 4:1 ein.

Von Peppi Schmitt