Frankfurt furios: Lazio Rom geht gegen starke Eintracht unter

aus Eintracht Frankfurt

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Jubel bei den Spielern von Eintracht Frankfurt,  hier nach dem 1:0 gegen Lazio Rom. Foto: dpa

Eintracht Frankfurt behauptet sich in der Gruppenphase der Europa League. In einem starken Spiel besiegte die Mannschaft am Donnerstagabend Lazio Rom.

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FRANKFURT. Es sollte ein Festtag werden, es wurde ein Festtag. Die Frankfurter Eintracht hat vor 47.000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Arena Lazio Rom mit 4:1 (2:1) besiegt, liegt damit mit der optimalen Ausbeute von sechs Punkten nach zwei Spieltagen auf Platz 1 der Europa-League-Gruppe H. Das Tor zur K.o.-Runde im neuen Jahr steht schon jetzt sperrangelweit offen. Die Frankfurter lieferten ein tolles Spiel, profitierten gegen vor allem in der ersten Halbzeit teilweise überlegenen Römern von zwei Platzverweisen für die Gäste. Die Treffer erzielten zweimal Danny da Costa, Filip Kostic und Luka Jovic, für Lazio traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich Marc Parolo. Viele Eintracht-Profis waren über sich hinausgewachsen, der „Power“-Angriff hatte gehalten, was man sich von ihm versprochen hatte. Überragend aber war Libero Makoto Hasebe. Der Japaner spielte 90 Minuten fehlerfrei, einfach perfekt. Ganz stark diesmal auch Filip Kostic.

Dass Trainer Hütter ausgerechnet auf Ante Rebic in der Anfangself verzichtet hatte, war dann bei der Bedeutung des Spiels doch sehr verwunderlich. Die Pause für den jungen Evan Ndicka, der bislang alle Spiele gemacht, durchaus nachvollziehbar. Sein Comeback im Kader feierte mangels anderer Alternativen Marc Stendera, mit dem bei der Eintracht eigentlich so wirklich niemand mehr rechnet.

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Das Spiel begann dann atemberaubend. Die Eintracht ging mit ihrem ersten Angriff in der 4. Minute Führung. Johnny de Guzman trat den Ball nach einer Ecke nach innen und Danny da Costa wuchtete den Ball aus vier, fünf Metern unter die Latte. Doch dieser Rückstand stachelte mehr die Römer an als sie die Eintracht beruhigte. Lazio spielte seine ganze Klasse aus, hatte viel Ballstafetten und wurde nach und nach immer gefährlicher. In der 10. Minute konnte Kevin Trapp mit einer fantastischen Parade gegen Dusan Basta retten. In der 23. Minute aber war es dann so weit. Währen die Frankfurter noch ein Handspiel des Gegners reklamierten, spielten die Römer schnell nach vorne. Marco Parolo stand schließlich völlig frei im Strafraum und schob ein. Es war der verdiente Ausgleich.

Wieder Pyro abgebrannt

Die Eintracht hatte kurzzeitig ihre Linie verloren, bekam keinen Zugriff mehr auf die ballsicheren Römer, tat sich zudem schwer, sich an die kleinliche Spielleitung des holländischen Schiedsrichters Gözübüyük zu gewöhnen. De Guzman, Trapp und Marco Russ sahen nacheinander die gelbe Karte. Dazu noch der Italiener Basta. Und die sollte Folgen haben. Denn in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit riss Basta den bärenstarken Kostic um, verhinderte damit einen Konter. Der Unparteiische blieb seiner Linie treu, zeigte erneut „gelb“ und schickte Basta vom Platz. Zu diesem Zeitpunkt führte die Eintracht schon mit 2:1. In der 28. Minute hatte Haller den Ball erkämpft, Gacinovic dann vorbereitet und Kostic den Ball unter die Latte gehämmert.

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Feuerwerk - leider nicht auf dem Platz. Die Fans konterkarierten den guten Eindruck, den sie bei der Choreografie hinterlassen hatten, mit völlig sinnlosen Abbrennen von Pyrotechnik. Die Eintracht brauchte diesmal sieben Minuten, um für eine Vorentscheidung zu sorgen. Es war ein fantastischer Konter, den die Hessen spielten, von Russ kam der Ball zu de Guzman, der Holländer spielte weiter auf Haller, der Franzose weiter auf Jovic. Und der Serbe, bis dahin eher blass, lupfte den Ball in Weltklassemanier über den Torwart. Sechs Minuten später hatte die Eintracht alle Karten in der Hand. Der Unparteiische stellte den Römer Joaquin Correa nach einer Grätsche von hinten gegen den Guzman von Platz. „Gelb“ wäre da auch möglich gewesen. Rot war ziemlich hart.

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Der Rest war Schaulaufen. Erstaunlich, dass Lazio noch immer mit einem feinen Passspiel glänzen konnte, freilich durch die numerische Unterlegenheit nicht mehr wirklich gefährlich vors Tor kam. Eintracht-Coach Hütter brachte dann noch Ante Rebic, auch Taleb Tawatha und Marc Stendera. Die Einwechslung Stenderas war ein besonderer Clou des Trainers. Vor vier Wochen noch abgeschoben, quasi aussortiert, jetzt mitten drin im Europapokal-Fieber. Das gibt es so auch nur bei der Eintracht. In der Nachspielzeit erhöhte da Costa auf 4:1. Die Frankfurter brachten das Spiel sicher nach Hause, wurden begeistert gefeiert.

Von Peppi Schmitt