Erster Auswärtssieg für die Eintracht: 2:1 gegen Union Berlin

aus Eintracht Frankfurt

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Djibril Sow von Eintracht Frankfurt (l.) kämpft gegen Berlins Sebastian Andersson um den Ball.  Foto: dpa

Eintracht Frankfurt gewinnt im Freitagabendspiel gegen Aufsteiger Union Berlin verdient mit 2:1.

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BERLIN. Es ist die Stimmung, die dieses Stadion und diesen Aufsteiger ausmachen. Union Berlin, das jüngste Mitglied der Bundesliga, ist eine Bereicherung. Nicht unbedingt fußballerisch, aber es gibt ja auch noch andere Komponenten. Da steht eine Mannschaft auf dem Platz, die kämpft und rennt, mehr geht nicht. Und da stehen und sitzen Zuschauer auf den Tribünen, die 90 Minuten singen und darauf hoffen, dass ihre Mannschaft bei all den Emotionen wenigstens ab und zu einen spielerischen Lichtblick hat. Doch davon kamen viel zu wenig. Die Frankfurter Eintracht hatte zwar kein leichtes Spiel vor 22.000 Zuschauern, darunter knapp 3000 aus Frankfurt, im Stadion an der „Alten Försterei“, aber so wirklich gefährdet waren sie nur ganz am Anfang und in der Schlussviertelstunde. Da brauchten sie zwei tolle Paraden von Kevin Trapp, um am Ende verdient mit 2:1 (0:0) den ersten Auswärtssieg der Saison einzufahren. Die beiden Stürmer Bas Dost und André Silva sorgten für die Frankfurter Treffer. Der ehemalige Mainzer Anthon Ujah schaffte vier Minuten vor dem Ende den Anschluss.

Zwei Ausfälle nach dem Abschlusstraining hatten die Möglichkeiten von Trainer Adi Hütter ein wenig eingeschränkt. David Abraham und Danny da Costa seien „angeschlagen“ vermeldete die Eintracht. So blieb es in der Defensive bei Almamy Touré und Erik Durm auf der rechten Seite. Im Mittelfeld und Angriff brachte der Frankfurter Coach für Dominik Kohr und Goncalo Paciencia Daichi Kamada und Bas Dost.

Die Frankfurter hatten sich vorgenommen, diesmal wacher zu sein. Doch nach sechs Minuten hätte die Eintracht schon wieder in Rückstand geraten können. Beim ersten Eckball der Gastgeber ließen sich die Frankfurter von einem simplen Trick überraschen. Der Ball wurde flach nach innen gepasst und nicht wie üblich geflankt. Friedrich war um einen Sekundenbruchteil vor Hinteregger am Ball, doch Kevin Tapp konnte mit einer Blitzreaktion abwehren. Da war viel Können, aber auch ein bisschen Glück dabei.

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Es war freilich das „Hallo wach“ für die Gäste. Fortan spielte die Eintracht in der Defensive konzentrierter und ließ bis zur Pause nichts mehr zu. Solange kamen die Berliner nicht mehr in den Eintracht-Strafraum. Da also hat vieles besser funktioniert als noch zuletzt in Augsburg. Nach vorn aber taten sich die Frankfurter schwer, die sich bietenden Räume zu nutzen. Zwei, drei schöne Kombinationen waren zu wenig und die Abschlüsse waren noch wenige. Die beste Chance hatte Silva in der 16. Minute, als er mit dem Ball am Fuß alleine auf Gikiewicz zulief, dann aber einen Haken zu viel schlug anstatt schnell abzuschließen. Sicher, die Eintracht war die bessere Mannschaft, technisch und spielerisch überlegen. Aber das wirkte sich nicht so aus wie erhofft. Ganz einfach, weil es an Präzision beim Passspiel fehlte. Zudem blieb eine der eigentlich schärfsten Waffen stumpf. Filip Kostic war abgemeldet und wirkte nicht immer so motiviert, wie er es schon gezeigt hat. Da war Silva besser, aber letztlich auch nicht zielstrebig genug.

Das änderte sich beides nach der Pause gewaltig. Gleich beim ersten Angriff war es Kostic, der in der 48. Minute aus 18 Metern aufs lange Eck abzog. Torwart Gikiewicz konnte mit Mühe abwehren, aber Dost stand da, wo ein Torjäger zu stehen hat. Der Holländer drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Es war der zweite Treffer von Dost in dieser noch jungen Saison. Nun hatte die Eintracht wirklich alles im Griff. Und es gelang ihr kurz darauf eine prächtiger Angriff. Über Durm kam der Ball auf der rechten Seite zu Sow. Und dessen genau getimte Flanke köpfte Silva völlig freistehend in der 62.Minute zum 0:2 ein. Das war jetzt zielstrebig und präzise. Und es reichte zu einem letztlich souveränen Sieg, der nur noch einmal in Gefahr geriet, als der eingewechselte Becker am sensationell reagierenden Trapp scheiterte.

Von Peppi Schmitt