Erst überlegen, dann am Zittern: Eintracht siegt 1:0 gegen...

aus Eintracht Frankfurt

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Frankfurts Martin Hinteregger (rechts) erzielt das Tor zum 1:0 gegen Nürnbergs Torwart Christian Mathenia. Foto: dpa

Eintracht Frankfurt bleibt auch im neunten Bundesliga-Spiel in Folge ohne Niederlage. Die Hessen besiegen Abstiegskandidat Nürnberg 1:0 und festigen damit den fünften Platz.

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FRANKFURT. Der Lauf der Eintracht geht immer weiter. Die Frankfurter sind nun schon seit dreizehn Pflichtspielen ungeschlagen, haben in diesem Jahr noch kein einziges Spiel verloren. Der 1:0 (1:0)-Sieg gegen den 1.FC Nürnberg war das neunte Spiel in der Liga in Folge ohne Niederlage, von den letzten sechs Spielen wurden fünf gewonnen. Diese Aufzählung positiver Statistiken könnten beliebig fortgeführt werden. Fazit Trainer Adi Hütter: „Ich finde schon, dass wir ein Spitzenteam geworden sind.“ Die Eintracht hat Platz fünf gefestigt, ist dem Vierten Borussia Mönchengladbach bis auf einen Punkt auf die Pelle gerückt und hat damit die Champions-League-Plätze im Visier.

„Wir jagen gerne“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic lächelnd. Der Trainer erinnerte sich ein paar Wochen zurück. „Als wir hier gegen Gladbach gespielt hat, hatten wir neun Punkte Rückstand, jetzt ist es es noch einer“, sagte der österreichische Fußball-Lehrer. Das entscheidende Tor vor 51.000 Zuschauern hatte Abwehrspieler Martin Hinteregger in der 31. Minute erzielt. Trotz eines Chancenverhältnisses von 10:3 mussten die am Ende müden Frankfurter ein wenig zittern und hatte es ihrem glänzenden Torwart Kevin Trapp zu verdanken, dass es beim hochverdienten Erfolg geblieben ist.

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Eintracht spielt hoch überlegen

In der dritten Minute hatte Hanno Behrens eine Kopfballchance für die Gäste vergeben. Das war der Weckruf für die Eintracht. Danach hatten die Frankfurter alles unter Kontrolle, nicht brillant, das war nach den Anstrengungen unter der Woche auch nicht zu erwarten. Doch sie spielten sicher, machten zwar keinen Dauerdruck, kamen aber dennoch immer wieder zu Gelegenheiten. Trainer Hütter hatte Evan Ndicka nicht im Kader und Sébastien Haller auf der Bank. Für sie spielten Gelson Fernandes und Goncalo Paciencia. Ansonsten hatte er der Mannschaft aus Mailand. Vertraut. Paciencia in der 13. und da Costa in der 14. Minute vergaben die ersten Chancen. In der 18. Minute rettete Sebastian Kerk nach einem Kopfball von Luka Jovic auf der Linie.

Die Führung gelang dann in der 31. Minute. Jovic spielte einen herrlichen Pass auf Kostic, dessen Hereingabe schob Martin Hinteregger aus kurzer Distanz über die Linie. Dieses 1:0 war hochverdient. Fünf Minuten darauf war die Eintracht dem zweiten Tor ganz nahe, doch Kostic traf aus sechs Metern nur die Latte. Schließlich scheiterte auch noch Paciencia aus kurzer Distanz an Torwart Mathenia. Nach dem Wechsel ging alles genauso weiter. Die Eintracht spielte hoch überlegen, zwar ohne hohes Tempo, aber immer kontrolliert. Und sie hatte Chancen. Jovic scheiterte nach einem Eckball mit einem Flachschuss, dann traf Paciencia in der 58. Minute mit einem Kopfball die Latte. Der Portugiese wurde dann ausgewechselt, für ihn kam Haller und hätte mit seinem ersten Ballkontakt in der 63. Minute fast das 2:0 erzielt. Doch er schoss Kerk den Ball volley an den Kopf. Das zweite Tor wollte einfach nicht gelingen, die Gelegenheiten wurden nun auch ein wenig nachlässig vergeben.

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Auf dem Weg zu einem echten Spitzenteam

Adi Hütter wollte sich damit gar nicht lange aufhalten. Er wäre vorher mit einem „dreckigen Sieg“ zufrieden gewesen, sagte er nachher, „jetzt nehme ich das 1:0 gerne.“ Der Sieg war verdient, und hätte deutlich höher ausfallen müssen. „Es war ein verdienter Arbeitssieg“, sagte der Frankfurter Trainer, „ich wusste, dass es nach Mailand kein einfaches Spiel werden würde.“ Auch das Publikum bewies ein feines Gespür für den körperlichen und mentalen Zustand der Mannschaft. Die Eintracht wurde begeistert gefeiert, Fehler wurden ohne Murren hingenommen, toleriert. Hütter lobte seine Spieler für eine „große Willensleistung“ und war „Stolz“ auf die Mannschaft.

Dass die Frankfurter auf dem besten Weg zu einem echten Spitzenteam sind, zeigt auch die Ausgeglichenheit in den Mannschaftsteilen. Über Wochen und Monate waren die Stürmer die gefeierten „Helden“, seit ein paar Spielen trägt daneben auch die abwehrende Abteilung große Verantwortung für die Erfolge. Von den letzten fünf Spielen hat die Eintracht viermal „zu Null“ gespielt und nur ganz wenige Chancen des Gegners zugelassen. Hinteregger, Hasebe und Ndicka, der diesmal von Touré vertreten wurde, spielen sicher, souverän, voller Selbstvertrauen. Und der Torwart wird immer besser. Als die Eintracht Kevin Trapp gebraucht hat, war er da. Bei der einzigen wirklich nennenswerten Nürnberger Gelegenheit in der zweiten Halbzeit, wehrte Trapp einen verdeckten Schuss von Behrens glänzend ab. „Kevin hat uns den Sieg festgehalten“, sagte Hütter.

Wie weit die Eintracht inzwischen auf ihrem Weg nach oben schon vorangekommen ist, macht eine Aussage des Nürnberger Trainers deutlich. „Mein Kollege konnte in der zweiten Halbzeit Haller und Rebic einwechseln“, sagte Boris Schommers, „das muss man sich einmal vorstellen, zwei solche Klassestürmer auf der Bank...“ Auch das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus.

Von Peppi Schmitt