Eintracht Frankfurt gewinnt gegen den VfB Stuttgart: Haller...

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Der Frankfurter Ante Rebic (r.) jubelt über sein Tor zum 1:0 mit Jonathan de Guzman. Foto: dpa

Mit einem Traumtor in der Nachspielzeit hat Sébastien Haller Eintracht Frankfurt zum ersten Heimsieg in der Saison geschossen. Der Franzose erzielte per Seitfallzieher den 2:1...

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FRANKFURT. Mit einem Traumtor in der Nachspielzeit hat Sébastien Haller Eintracht Frankfurt zum ersten Heimsieg in der Saison geschossen. Der Franzose erzielte per Seitfallzieher den 2:1 (1:0)-Endstand gegen den VfB Stuttgart. Ante Rebic (42.) hatte die hessischen Bundesliga-Fußballer in der ausverkauften Arena in Front gebracht, Stuttgarts Joker Simon Terodde (61.) ausgeglichen. Für die Hessen geht es nach der Länderspielpause am 14. Oktober bei Hannover 96 weiter. Verzichten müssen die Frankfurter dann auf Simon Falette: Der Franzose sah gegen den VfB in der 64. Minute für eine Notbremse die Rote Karte. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit ging es nach der Pause hoch her.

"Wir sind heute der glückliche Sieger", gestand Eintracht-Trainer Niko Kovac. "In der zweiten Halbzeit waren wir viel zu passiv. Das müssen wir in den nächsten zwei Wochen wieder einimpfen." Torschütze Haller strahlte: "Ich weiß auch nicht warum, aber ich mache lieber die schwierigen Bälle rein. Wir haben nie aufgegeben. Mannschaft und Fans haben diesen Erfolg verdient."

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Kovac nahm im Vergleich zum 1:2 bei RB Leipzig gleich fünf Veränderungen vor. Neben Gelson Fernandes (Muskelfaserriss) fiel mit Makoto Hasebe (Knie) ein weiterer defensiver Mittelfeldspieler wie befürchtet verletzt aus. Hasebe soll, so hofft Kovac, in Hannover wieder einsatzfähig sein. Jetro Willems und Marius Wolf mussten auf die Bank, Daichi Kamada stand nicht mal mehr im Kader. Dafür rückten Rebic, Mijat Gacinovic, Kevin-Prince Boateng, Taleb Tawatha und Marc Stendera in die Anfangsformation. Stendera, der sich in der Vorbereitung erst eine Schulter- und dann eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hatte, bestritt sein erstes Pflichtspiel seit dem 6. Mai (gegen Wolfsburg) für die Frankfurter. Der 21-Jährige bildete mit Jonathan de Guzman die Doppelsechs, Boateng stürmte gemeinsam mit Haller.

Nächster Sechser verletzt raus

Kovac setzte genauso wie sein Gegenüber Hannes Wolf auf eine stabile Defensive, nach vorne riskierten beide Teams nicht all zu viel. Die Eintracht hatte mehr Ballbesitz, die erste Chance verzeichnete der VfB. Nach einem leichten Ballverlust im Mittelfeld scheiterte Anastasios Donis an SGE-Keeper Lukas Hradecky, der glänzend mit dem Fuß klärte. Und die Frankfurter? Mijat Gacinovic (24.) versuchte es mal aus der zweiten Reihe, was Ron-Robert Zieler aber vor keine ernsthaften Probleme stellte. Ansonsten blieben Möglichkeiten Mangelware, es fehlte die nötige Konsequenz und Genauigkeit. Die Mannschaften beackerten sich im strömenden Regen vornehmlich im Mittelfeld. Kurz vor der Pause hatte die Eintracht dann das Glück auf ihrer Seite, traf aus dem berühmten Nichts. Stenderas unpräzisen Pass beförderte Holger Badstuber unglücklich in den Lauf von Rebic, der aus 13 Metern eiskalt zuschlug.

Zehn Minuten nach der Pause verlor die Eintracht den nächsten Sechser: Jonathan de Guzman musste mit muskulären Problemen raus. Für den Niederländer übernahm Marco Russ. Kovac stellte von der Vierer- auf eine Fünfkette um. Mit Russ als "Libero". Zudem zog der Kroate Boateng ins Mittelfeld zurück. Die Schwaben hatten nun mehr vom Spiel. Donis flankte, Chadrac Akolo traf den Ball aber frei vor dem Tor nur mit dem Knie - Hradecky war schnell zur Stelle (57.).

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Entscheidung in letzter Sekunde

Hannes Wolf nahm in der 60. Minute einen Doppelwechsel vor, brachte Terodde (für Santiago Ascacibar) und Josip Brekalo (für Andreas Beck) - und wurde belohnt. Nur Sekunde nach seiner Hereinnahme köpfte Terodde nach einer Ecke zum 1:1 in die Maschen. Der Torschütze stand auch drei Minuten später im Mittelpunkt: Falette brachte Terodde als letzter Mann zu Fall, Schiedsrichter Felix Brych zeigte dem Frankfurter Innenverteidiger Rot und auf den Punkt. Den Elfmeter nahm der Referee nach Auswertung der Videobilder wieder zurück, die Notbremse hatte unmittelbar vor dem Strafraum stattgefunden. Den abschließenden Freistoß drosch Daniel Ginczek weit über das Gehäuse. "Ich bin froh, dass es den Videobeweis gibt", meinte Kovac. "Stellen Sie sich mal vor, es hätte Strafstoß gegeben - dann wäre Schluss mit lustig gewesen."

Der Aufsteiger drängte nun auf den Sieg. Akolos Schuss aus kurzer Distanz blieb an Tawatha hängen (73.), Ginczek zielte aus 20 Metern nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (77.). Per Konter hatte die Eintracht dann die Riesenchance zum 2:1: Haller spielte quer zu Gacinovic, der den heranfliegenden Zieler genau anschoss (79.). Und die Gastgeber blieben gefährlich: Auch Haller scheiterte aus wenigen Metern an Zieler (83.). Die Eintracht machte weiter Druck. Aus guter Freistoßposition schoss Boateng in der 89. Minute aber klar drüber. Als alles schon nach einem 1:1 aussah, chipte der eingewechselte Willems einen Freistoß in die Mitte - und auf einmal flog Haller heran.