Eintracht Frankfurt erkämpft sich Unentschieden gegen Inter...

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Mailands Matias Vecino (l) und Frankfurts Sebastien Haller kämpfen um den Ball.  Foto: Uwe Anspach/dpa

Gegen Inter Mailand hat sich Eintracht Frankfurt ein 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League erkämpft. In der zweiten Hälfte zeigte die Hütter-Elf eine deutliche...

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FRANKFURT. Keine Tore, aber jede Menge Dramatik im Frankfurter Waldstadion: Beim 0:0 im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals lieferten sich die Eintracht und Inter Mailand einen packenden Schlagabtausch. Der Tabellenvierte der italienischen Serie A bestimmte das Geschehen in der ersten Halbzeit, SGE-Torhüter Kevin Trapp hielt einen Foulelfmeter von Mailands Marcelo Brozovic (22.). Nach der Pause hatte der hessische Bundesligist mehr vom Spiel. In der 54. Minute musste Frankfurt-Trainer Adi Hütter auf die Tribüne: Der sonst so besonnene Österreicher forderte einen Elfmeter, tobte und trat eine Trinkflasche weg. Es ist also alles angerichtet für ein hitziges Rückspiel, zu dem mindestens 13_500 Eintracht-Fans mitfahren werden, am nächsten Donnerstag (21 Uhr).

Frankfurts „Libero“ Makoto Hasebe zeigte sich zuversichtlich: „Ich glaube, wir waren heute die bessere Mannschaft – und wir werden es auch in Mailand sein. Unsere Chancen stehen bei 51 Prozent.“ Das sah auch Mittelfeldmann Sebastian Rode so: „Wir haben eine gute Ausgangslage. Wir sind überall in der Lage ein Tor zu schießen.“ SGE-Vorstand Axel Hellmann sagte: „Wir haben nun ein richtiges Endspiel. Im Mai haben wir gezeigt, dass wir Endspiel können.“

Beeindruckende Choreografie

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Schon das Hinspiel war von Beginn an ein mitreißender Europacup-Abend. Kurz vor dem Anstoß herrschte Gänsehaut-Stimmung: Eine der größten Choreografien der Eintracht-Geschichte elektrisierte die 48.000 Zuschauer. Die ganze Arena – ein Meer aus Glitzerfahnen. Auf der Westtribüne stand in Schwarz und Gold „120“ – anlässlich des 120. Geburtstags der SGE an diesem Freitag. Auf den anderen drei Tribünen schwenkten die Zuschauer silberne und rote Fahnen. Zur Erinnerung: Beim Rückspiel gegen Donezk hatten die Frankfurter Ultras die Mega-Choreografie nach einem Polizeieinsatz noch kurzfristig abgesagt. Auf dem Rasen brannte aber zunächst Inter ein Eröffnungsfeuerwerk ab: Die Gäste drangen in den ersten fünf Minuten gleich drei Mal in den gegnerischen Strafraum ein – die Eintracht schien wie gelähmt. Es dauerte zehn Minuten, bis die Hausherren, bei denen Luka Jović für den verletzten Ante Rebić (Knie) sowie Gelson Fernandes für den in der Europa League nicht spielberechtigten Almamy Touré begannen, ihren Rhythmus fanden.

Dann die 21. Minute: Mailands Lautaro Martinez ging nach einem leichten Kontakt von Fernandes zu Boden, der schottische Schiedsrichter William Collum zeigte sofort auf den Punkt – eine umstrittene Entscheidung. Brozovic trat an, schoss in die von ihm aus gesehene untere rechte Ecke und Trapp parierte glänzend. Nur Sekunden später war der Schlussmann erneut zur Stelle, entschärfte Milan Skriniars Versuch mit der Hacke. Inter blieb die aktivere Mannschaft.

Die Eintracht kam mit mehr Schwung aus der Kabine. Es ging Schlag auf Schlag. In der 51. Minute jubelten die Frankfurter, Danny da Costa hatte den Ball über die Linie befördert. Doch der Treffer zählte zurecht nicht, da Sebastién Haller direkt daneben im Abseits stand. Keine zwei Minuten später kam Haller im Zweikampf mit Danilo D‘Ambrosio im Strafraum zu Fall, diesmal verzichtete Collum auf den Pfiff. Hütter war auf 180 – und flog vom Platz. „Wenn der Schiedsrichter den ersten Strafstoß pfeift, muss er den zweiten auch pfeifen. Stattdessen den Trainer runter zu schicken, ist lächerlich“, sagte Rode. Hütter erklärte: „Das war ein klarer Elfmeter, das hat mich aufgeregt. Das Verhalten hat mir selbst nicht gefallen, deshalb musste ich natürlich auf die Tribüne.“

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Die Frankfurter spielten sich nun in einen kleinen Rausch, scheiterten aber mehrfach an Inter-Torwart Samir Handanovic. SGE-Verteidiger Martin Hinteregger köpfte zudem eine 100-prozentige Chance daneben (70.). In der Schlussphase zielte Jovic erst haarscharf am Pfosten vorbei (85.), fand dann erneut in Handanovic seinen Meister (86.). In der 88. Minute zog Mijat Gacinovic ab, aber wieder reagierte der Keeper richtig. Es blieb beim 0:0. Die Eintracht darf also weiter vom Einzug ins Viertelfinale der Europa League träumen.