Eintracht Frankfurt: Der Kapitän geht von Bord

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Eintracht Frankfurts Kapitän David Abraham. Foto: dpa

Eintracht-Kapitän David Abraham wird die Adlerträger im Januar verlassen und nach Argentinien zurückkehren. Der Grund für seinen vorzeitigen Abgang ist mehr als verständlich.

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FRANKFURT. Die Entscheidung ist gefallen: David Abraham wird die Frankfurter Eintracht im Januar nach dann fünfeinhalb Jahren verlassen und in seine Heimat Argentinien zurückkehren. Sein letztes Pflichtspiel ist für Mitte Januar gegen den FC Schalke 04 geplant. Danach wird der noch bis Mitte 2021 laufende Vertrag vorzeitig aufgelöst. Die Eintracht hält damit ein Versprechen, das sie ihrem Kapitän gegeben hat.

Grund für den vorzeitigen Abgang: Abraham will zurück zu seiner Familie, sehnt sich vor allem nach seinem Sohn Alfonso. „Seit viereinhalb Jahren bin ich nun Vater und habe insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie meinen Sohn sehr wenig gesehen“, erklärt der 34 Jahre alte Profi, „gerade diese Zeit, sein Kind heranwachsen zu sehen, lässt sich durch nichts ersetzen.“ Abraham will seine Profikarriere offiziell beenden.

„Freue mich riesig auf meine Familie“

Trainer Adi Hütter, Manager Bruno Hübner und Sportvorstand Fredi Bobic hatten in Gesprächen alles versucht, Abraham zum Bleiben bis zum Ende der Saison zu überreden - vergeblich. Abraham hatte schon im Sommer geplant, in seine Heimat zurückzukehren, doch die Corona-Pandemie hatte ihn veranlasst noch ein halbes Jahr länger zu bleiben. „Natürlich haben der Trainer und andere versucht, mich zum längeren Verbleib zu überreden. Aber ich freue mich jetzt riesig auf meine Familie“, sagt Abraham, der seit 2007 sein Geld in Europa verdient. Zunächst im spanischen Tarragona. Vier Jahre hat er beim FC Basel gespielt, ein halbes Jahr für den spanischen Erstligisten FC Getafe, dann bei der TSG 1899 Hoffenheim, seit 2015 für die Eintracht. Bislang hat der Abwehrspieler 177 Bundesligaspiele bestritten, davon 131 für die Eintracht.

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Die Eintracht war über die Pläne ihres Kapitäns immer informiert, hatte also genügend Zeit, sich um einen Nachfolger zu kümmern. Dafür gibt es nun zwei Möglichkeiten. Zum einen versucht Trainer Hütter den Brasilianer Tuta nach und nach einzubauen. Ob der talentierte Tuta tatsächlich die Qualität Abrahams besitzt könnten „nur die Spiele zeigen“, sagt Hütter. Die zweite Möglichkeit wäre ein Wintertransfer. Gesucht wird vor allem ein Spieler, der ähnlich schnell auf den Beinen ist wie Abraham, der trotz seines hohen Alters nach wie vor zu den schnellsten Spielern bei der Eintracht gehört.

Von Peppi Schmitt