Aufholjagd gegen Dortmund: Eintracht Frankfurt holt nach...

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Der Frankfurter Jetro Willems (rechts) nimmt den Ball vor Christian Pulisic an. Foto: dpa

Was für ein packendes Spiel in Frankfurt: Der bärenstarken Eintracht ist nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 (0:1) gegen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund...

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FRANKFURT. Was für ein packendes Spiel in Frankfurt: Der bärenstarken Eintracht ist nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 (0:1) gegen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund gelungen. Dabei wäre für die Hessen sogar noch mehr drin gewesen. Sébastien Haller (64./Foulelfmeter) und Marius Wolf (68.) trafen vor 51.500 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften WM-Arena für die Frankfurter, Nuri Sahin (19.) und Maximilian Philipp (57.) waren für den Champions-League-Teilnehmer erfolgreich.

Die Gastgeber hatten in der Summe die besseren Möglichkeiten, agierten aber nicht kaltschnäuzig genug. Zudem haderten die Adlerträger mit einigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen. "Ich bin glücklich über diesen Punkt. Meine Mannschaft hat über 90 Minuten ein Topspiel gegen einen Topgegner gezeigt. Eigentlich kann man gegen Dortmund nach einem 0:2 nicht zurückkommen. Das zeigt unsere Moral. Ich glaube, heute sind alle auf ihre Kosten gekommen. Das war Fußball zum Vorzeigen", erklärte Eintracht-Trainer Niko Kovac. "Jeder hat gesehen: Wir haben immer an uns geglaubt. Denn wir hatten das 0:2 einfach nicht verdient. Das war ein Fußball-Leckerbissen für alle Fans. Da soll noch mal einer sagen, Eintracht Frankfurt würde keinen schönen Fußball spielen", fügte Frankfurts Routinier Kevin-Prince Boateng hinzu.

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Bitter: Die Eintracht muss mutmaßlich länger auf Timothy Chandler verzichten. Der einzige bis dahin noch gesunde Rechtsverteidiger schied in der 37. Minute mit einer schweren Knieverletzung aus. Der US-Amerikaner war ohne Fremdeinwirkung plötzlich zu Boden gegangen. "Es sieht nicht gut aus", meinte SGE-Sportvorstand Fredi Bobic. "Er kommt in die Röhre, dann wissen wir mehr." Am Dienstag (20.45 Uhr) steht für die Eintracht das Pokalspiel bei Regionalligist FC Schweinfurt an, am kommenden Freitag treten die seit drei Partien unbesiegten Frankfurter im Rhein-Main-Derby bei Mainz 05 an.

Von Beginn an eine emotionale Partie

Die Dortmunder, die zuletzt 2:3 gegen Leipzig verloren hatten und in der Königsklasse nicht über ein 1:1 in Nikosia hinausgekommen waren, wollten sofort das Heft in die Hand nehmen, versuchten, die Eintracht hinten reinzudrängen. Doch die Gastgeber, bei denen Jetro Willems für Taleb Tawatha begann, hielten dagegen, gingen hochmotiviert in jeden Zweikampf. Es entwickelte sich von Beginn an eine emotionale Partie. Die 17. Minute: Frankfurts Ante Rebic setzte sich im Strafraum durch, zielte perfekt ins kurze Eck. Doch das Schiedsgericht entschied auf Abseits - eine auf den ersten Blick korrekte Entscheidung.

Keine 60 Sekunden später: Erneut sprang fast die komplette SGE-Bank wütend auf. Was war passiert? Marc Batra stoppte 25 Meter Rebic im vollen Sprint. Referee Robert Hartmann ließ weiterspielen. Batra spielte den Ball, traf aber auch den Gegenspieler. Der Dortmunder, letzter Mann in diesem Moment, hätte sich über einen Pfiff nicht beschweren dürfen. Und wieder nur eine Minute später: Schlug der BVB eiskalt zu. Batras Schussversuch landete genau im Lauf von Sahin, der aus sieben Metern das Spielgerät in die Maschen beförderte. Die Führung für die Gäste.

Die Eintracht startete nun einen wahren Sturmlauf. Und hatte Chancen im Minutentakt. Wolf scheiterte aus 16 Metern am herauseilenden BVB-Keeper Roman Bürki (31.). Rebic kam ebenfalls alleine durch, legte sich den Ball aber zum weit vor (33.). Haller zielte nur um Zentimeter rechts am Pfosten vorbei (34.). In der 37. Minute dann der Schock: Chandler sackte unter heftigen Schmerzen zusammen, deutete sofort an, dass es nicht mehr weitergeht. Für den US-Boy übernahm Carlos Salcedo. Die Eintracht drängte weiter auf den Ausgleich, es ging jedoch mit dem Rückstand in die Kabine. Die Eintracht-Fans begleiteten Hartmann mit einem Pfeifkonzert dorthin.

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Hasebe rettet auf der Linie

Die Hausherren suchten nach Wiederanpfiff direkt den Weg zum Tor. Immer wieder sorgten Rebic und Haller für Unruhe. Doch sowohl der Kroate als auch der Rekordtranster verstolperten Bälle oder blieben noch an einem Schwarz-Gelben hängen. Auf der Gegenseite vergab Pierre-Emerick Aubameyang gleich zwei Mal innerhalb von 120 Sekunden: Erst schoss der Stürmerstar aus acht Metern völlig freistehend weit über den Kasten (51.), dann scheiterte er am reaktionsschnellen SGE-Schlussmann Lukas Hradecky (53.). Vier Minuten später machte es Philipp besser, ließ Hradecky mit einem Flachschuss ins lange Eck keine Chance. Das 2:0.

Eine Vorentscheidung? Mitnichten, jetzt drehte die Eintracht so richtig auf. Die 63. und 64. Minute: Bürki rannte Rebic im Strafraum ungestüm um, Hartmann zeigte sofort zum Punkt und Haller verwandelte souverän. Die 68. Minute: Der Ball landete bei Wolf, der aus 17 Metern abzog und mit einem strammen Schuss einschweißte. Und nur zwei Minuten danach hätte Mijat Gacinovic sogar das 3:2 machen können, scheiterte mit seinem Kopfball aber an Bürki. Das gleiche Schicksal ereilte Haller in der 78. Minute. In der 90. Minute rettete Makoto Hasebe gegen Sahin auf der Linie. Es blieb letztlich beim Remis.