1:0-Auswärtssieg durch umstrittenen Elfmeter: Eintracht...

aus Eintracht Frankfurt

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Die Kölner Dominique Heintz (rechts) und  Marco Höger gegen den Frankfurter Sébastien Haller. Foto: dpa

Eintracht Frankfurt musste lange warten. Sehr lange. Seit 23 Jahren konnte der hessische Fußball-Bundesligist nicht beim 1. FC Köln gewinnen. Doch diese Negativserie ist nun...

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KÖLN. Eintracht Frankfurt musste lange warten. Sehr lange. Seit 23 Jahren konnte der hessische Fußball-Bundesligist nicht beim 1. FC Köln gewinnen. Doch diese Negativserie ist nun gebrochen. In einem hitzigen Spiel erlöste Sebastien Haller sich und die Eintracht mit seinem Elfmetertor und sorgte so für einen schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Erfolg in Köln.

Allerdings begleitet von zahlreichen Protesten der Kölner, die sich in der entscheidenden Szene von Schiedsrichter Martin Petersen benachteiligt fühlten – aber auch ihre klaren Torchancen nicht nutzen konnten.

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Eintracht-Trainer Niko Kovac tat, was er unter der Woche angekündigt hatte und rotierte dreimal. Für Carlos Salcedo, der gleich in Frankfurt blieb, Jonathan de Guzman und Jetro Willems rückten Ante Rebic, Gelson Fernandes und Taleb Tawatha in die erste Elf. Und auch das System änderte Kovac. Wie in der zweiten Halbzeit gegen Augsburg startete die Eintracht gegen den FC mit einer Viererkette. Kevin-Prince Boateng rückte dafür in das zentrale offensive Mittelfeld, Sebastien Haller stürmte alleine.

Die erste Chance hatten nach einem um drei Minuten verzögerten Anpfiff – Fans der Eintracht warfen aus Protest gegen die Anstoßzeit um 18.30 Uhr Gegenstände auf das Spielfeld - aber die Kölner (9.). Doch der Linksschuss von Konstantin Rausch ging dann doch deutlich über das Tor von Lukas Hradecky. Trotz dieser ersten Torannäherung wirkte der FC verunsichert, immer wieder schlichen sich Ungenauigkeiten in den Spielaufbau ein. Fehler, die die Eintracht aber zunächst nicht nutzen konnte. Mehr als ein paar Flankenläufe über die linke Seite brachten die Hessen nicht zustande – und blieben in den ersten zwanzig Minuten gänzlich ohne Torchance.

Fehlpass leitet Führung der Eintracht ein

Positiv aus der Sicht der Frankfurter war nur, dass auch der FC Köln offensiv äußerst harmlos blieb. Und nach schwachen ersten zwanzig Minuten war es eben eine dieser Kölner Unsicherheiten, die der Eintracht die Führung schenkte. Dominic Maroh spielte einen katastrophalen Rückpass, den Mijat Gacinovic aufnahm. FC-Torhüter Timo Horn konnte den Mittelfeldspieler nur durch ein vermeintliches Foul stoppen und Schiedsrichter Martin Petersen zeigte zum Entsetzen der Kölner Fans auf den Elfmeterpunkt. Eine zumindest fragwürdige Entscheidung. Doch alle Pfiffe halfen nichts: Haller ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte trocken ins linke untere Eck.

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Durch das Tor gewann das Spiel an Fahrt. Die Eintracht hatte nur vier Minuten nach der Führung durch Gacinovic und Timothy Chandler die Doppelchance, um auf 2:0 zu stellen. Und auch der FC Köln machte nun mit. Jhon Cordoba stocherte den Ball irgendwie an Hradecky auf Simon Zoller vorbei, doch der verlor die Übersicht. Und traf nur Makoto Hasebe, der auf der Linie rettete. Es sollte aber nur ein kurzes spielerisches Hoch sein. Danach gab es wieder viel Kampf und Krampf. Köln zeigte sich nach dem Strafstoß zwar wütend, aber auch verunsichert. Hatte durch Cordoba aber in der 42. Minute aber noch eine gute Chance auf den Ausgleich. Die Eintracht machte dagegen nicht mehr als nötig, stand weitestgehend kompakt und versuchte, nach vorne einzelne Nadelstiche zu setzen. Ohne das Tor von Timo Horn jedoch noch einmal ernsthaft in Gefahr zu bringen. Somit ging es mit einem 1:0 für die Frankfurter in die Kabinen.

Hradecky hält die Führung nach der Pause sicher fest

Aus denen kam die Eintracht dann allerdings etwas schläfrig. Kurz nach Wiederanpfiff hatte Yuya Osako die Chance auf den Ausgleich. Doch seinen Schlenzer aus halblinker Position ging genau auf Hradecky, der den Ball sicher aufnahm. Auf der anderen Seite konnte Haller (51.) den Ball gleich zweimal nicht im Kölner Tor unterbringen. Danach zeigte sich ein ähnliches Bild wie in der ersten Halbzeit. Auf beiden Seiten blieb vieles Stückwerk. Die Kölner bemühten sich - angetrieben von den eigenen Fans - zwar redlich, doch die Eintracht hielt dagegen, brachte in den wichtigen Zweikämpfen immer wieder ein Bein dazwischen. Und verhinderte so, dass der Gastgeber zu klaren Chancen kamen. Wenn überhaupt wurde es nur aus der Distanz bei Schüssen des in der 60. Minute eingewechselten Milos Jojic (65.) und Matthias Lehmann (66.) gefährlich.

Doch Trainer Kovac wurde der zunehmende Kölner Druck wohl zu viel – er brachte den defensiveren de Guzman für Rebic. Doch das Bild auf dem Platz blieb gleich. Köln rannte, wenn auch zunehmend verzweifelt, weiter an. Der zur Pause gekommene Risse versuchte es erfolglos aus der Distanz. Danach reagierte Kovac erneut und brachte den schnellen Marius Wolf für Boateng, der sich in zahlreichen Zweikämpfen aufgerieben hatte. Doch knapp zehn Minuten vor Schluss wurde es nach einem abgefälschten Weitschuss so richtig gefährlich. Plötzlich stand Osako am Rande des Fünfmeterraums alleine – und schoss den Ball völlig unbedrängt über den Kasten der Eintracht. Eine symptomatische Szene. Denn danach passierte trotz vierminütiger Nachspielzeit nicht mehr viel, sodass die Eintracht drei Punkte aus Köln entführte.