Hessenweite Inzidenz bei 100 - folgt neuer harter Lockdown?

aus Coronavirus-Pandemie

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Lieber wieder Homeschooling. Gegen den geplanten Präsenz- und Wechselunterricht in Hessen gibt es wegen steigender Inzidenz-Werte aktuell deutlichen Widerstand. Foto: Sascha Kopp

Der Corona-Inzidenzwert hat in Hessen wieder die Marke von 100 erreicht. Jetzt stehen entsprechende Maßnahmen zur Debatte. Der Wechselunterricht ist bereits massiv in der Kritik.

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FRANKFURT/WIESBADEN/BERLIN. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus pro 100.000 Einwohner in Hessen hat binnen sieben Tagen wieder die Marke von 100 erreicht. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Am Tag zuvor hatte der Wert bei 93,4 gelegen. Eine Inzidenz von unter 100 war als Voraussetzung für Lockerungen genannt worden, wie sie etwa in Schulen ab kommender Woche vorgesehen waren. Den RKI-Angaben zufolge wurden 1554 Neuinfektionen registriert, die Zahl der Todesfälle stieg um 14 auf 6108. Seit Beginn der Pandemie sind 201 865 Corona-Infektionen im Bundesland nachgewiesen worden. An diesem Donnerstag tagt das Corona-Kabinett, um über Konsequenzen aus den steigenden Infektionszahlen zu beraten.

Präsenz- und Wechselunterricht in Hessen ist umstritten

Von Montag an sollen alle Schüler in Hessen tageweise zurück in den Unterricht. Dieser Plan des Kultusministeriums stößt auf immer breitere Kritik. Erste Städte und Kreise haben dem Land bereits eine Abfuhr erteilt, Eltern zum Protest aufgerufen. Das Corona-Kabinett der hessischen Landesregierung will an diesem Donnerstag auch dieses Thema diskutieren.

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Wegen der Corona-Pandemie wird derzeit für die Klassen 1 bis 6 Wechselunterricht angeboten: Jeweils die Hälfte der Klasse kommt jeden zweiten Tag oder jede zweite Woche in die Schule. Nur die jeweiligen Abschlussklassen bekommen vollständigen Präsenzunterricht. Die Jahrgangsstufen 7 bis 11 lernen im Distanzunterricht, also zu Hause im sogenannten Homeschooling.

Am 9. März verkündete Kultusminister Alexander Lorz (CDU), dass in den letzten zwei Wochen bis zu den Osterferien - also 22. März bis 1. April - "für jede Schülerin/jeden Schüler an mindestens einem Tag pro Woche Präsenzzeit in der Schule stattfinden soll". Als Voraussetzung für die geplanten Öffnungsschritte galt, dass der landesweite Inzidenzwert nicht über 100 steigt. Die Schulen waren überrascht - und wenig begeistert, wie aus zahlreichen Elternbriefen hervorgeht.

Zurück zum Lockdown bei Inzidenz über 100

Sollte die Sieben-Tages-Inzidenz über den Wert von 100 steigen, stünde ein erneuter Lockdown in Hessen an. So müssten große Teile des Einzelhandels wieder schließen und dürften auch kein Terminshopping mehr anbieten. Auch Museen oder Zoos müssten ihre Pforten wieder schließen. Auch die Kontaktbeschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger würden wieder verschärft. Zudem würde der Sport im Freien wieder weiter eingeschränkt.

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Die steigende Inzidenz und der Corona-Lockdown werden am Donnerstag einmal mehr Thema im hessischen Landtag sein. Bei den Plenardebatten in Wiesbaden soll es unter anderem um die Folgen der Pandemie für die Gastronomie und die Schulen gehen. Die AfD-Fraktion fordert eine "sofortige Beendigung des Lockdowns", die FDP-Fraktion sieht Versäumnisse der Landesregierung etwa beim Schutz der Menschen in Alten- und Pflegeheimen vor einer Infektion.

Von dpa