BDZV: Auch Journalismus gehört zur kritischen Infrastruktur

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hält freie Berichterstattung in Zeiten der Coronakrise für unabdingbar, sie sei Teil der "kritischen Infrastruktur".

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. Berlin (dpa). Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, Verkaufsstellen für Zeitungen weiter offen bleiben zu lassen. Die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus dürften "nicht zu einer Einschränkung der Berichterstattung durch die Medien führen", teilte der BDZV in Berlin mit. Die Zeitungen seien mit ihrer ausgeprägten Aufklärungs- und Erklärfunktion auch in der Coronakrise systemrelevant. Es sei daher eine bürgernahe und richtige Entscheidung, die Zeitungsverkaufsstellen, wie etwa Kioske, von der aktuellen Schließung vieler Geschäfte auszunehmen. "Wenn freie Recherche, Herstellung und Verbreitung von Zeitungen nicht mehr gewährleistet sind, werden Teile der Bevölkerung von der Berichterstattung abgeschnitten. Das gilt auch für die digitalen Vertriebswege", sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Die aktuellen Regelungen zu Notversorgungen bei der Kinderbetreuung in den Bundesländern zeigten, dass die Definitionen der "kritischen Infrastrukturen" regional unterschiedlich seien. "Es wäre gut, wenn wir uns in Deutschland auf eine einheitliche Definition einigen könnten, was kritische Infrastrukturen sind. Die Berichterstattung durch freie Medien gehört eindeutig dazu", betonte Wolff. Die Versorgungskette von der Papierbeschaffung über die journalistische Arbeit bis zum Zeitungsträger müsste von behördlichen Einschränkungen ausgenommen werden. Im aktuellen Sperrgebiet im bayerischen Ort Mitterteich sei das durch die Ausstellung behördlicher Passierscheine für die Zeitungszusteller zum Glück gewährleistet.