Weideschuss: Gericht bestätigt Auflagen des Wetteraukreises

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Das Verwaltungsgericht Gießen weist die Klage eines landwirtschaftlichen Betriebes aus der Wetterau gegen einzelne Modalitäten der Weideschlachtung durch einen Kugelschuss ab.

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WETTERAUKREIS. Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen hat die Klage eines landwirtschaftlichen Betriebes aus der Wetterau gegen einzelne Modalitäten der Weideschlachtung durch einen Kugelschuss abgewiesen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können dagegen binnen eines Monats die Zulassung der Berufung beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel beantragen.

Die Klägerin ist den Angaben des Gerichts zufolge ein landwirtschaftlicher Betrieb mit einer Spezialisierung im Bio-Rindfleisch-Segment. Die Rinderherden würden das ganze Jahre über auf der Weide gehalten. Sowohl die Zucht als auch die Mast und die Schlachtung erfolgten im Betrieb der Klägerin. Geschlachtet würden die Tiere auf der Weide. Damit das durch einen Kugelschuss möglich sei, habe der Wetteraukreis der Klägerin eine entsprechende Genehmigung erteilt, die der Landkreis jedoch an mehrere Auflagen geknüpft habe, erklärt das Verwaltungsgericht am Montag in einer Pressemitteilung.

Zwischen den Beteiligten sei ursprünglich insbesondere eine Bestimmung streitig gewesen, nach der das Rind, das abgeschossen werden solle, mit weiteren Rindern der Herde in einem maximal 15 mal 15 Meter großen Areal separiert werden müsse. Diese Regelung hatte der Wetteraukreis bereits Mitte vergangenen Jahres wieder aufgehoben. Der Kugelschuss zur Betäubung und die Entblutung des Rindes müssen jetzt nur noch in einem "begrenzten Areal" erfolgen.

Die Beteiligten stritten laut Verwaltungsgericht dann noch über eine Bestimmung, nach der eine Schusswaffe zur Betäubung oder Tötung der Rinder nur dann eingesetzt werden dürfe, wenn das Fangen oder Verladen des Tieres zum Transport zur Schlachtstätte mit einer Gefährdung von Mensch und/oder Tier einhergehe oder erheblichen Stress für das Tier bedeuten würde. Das müsse im Einzelfall geprüft werden. Eine derartige Einzelfallprüfung für jedes einzelne Rind hielt die Klägerin laut Gericht für unnötig, da sie die Voraussetzungen für die Genehmigungserteilung insgesamt erfülle.

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Dem folgte das Verwaltungsgericht nicht. Nach den einschlägigen tierschutzrechtlichen Vorschriften stelle die Betäubung beziehungsweise Tötung durch einen Kugelschuss nur die Ausnahme bei einer Weideschlachtung dar, entschieden die Richter. Das Standardverfahren sei der Bolzenschuss. Hintergrund sei, dass das Kugelschuss- gegenüber dem Bolzenschussverfahren Nachteile berge, was Zielgenauigkeit und Verletzungsgefahren angehe.