Eisenbahnfreunde Wetterau: Fahrten finden wieder statt

Die Wetterbrücke in Griedel, die bereits im vergangenen Jahr vom Rost befreit wurde, strahlt nun wieder (fast komplett) in neuem Glanz. Fotos: Theopold

Die Eisenbahnfreunde Wetterau haben die Zeit des Lockdowns dazu genutzt, vielfältige und auch aufwendige Arbeiten zu erledigen. Seit dem 5. Juli werden wieder Fahrten angeboten.

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. Wetteraukreis (red). Nachdem die Eisenbahnfreunde Wetterau die ersten Wochen des Jahres intensiv dafür genutzt hatten, Fahrzeuge und Strecke für die neue Saison vorzubereiten und fit zu machen, wurde Mitte März deutlich, dass sich die Dinge in diesem Jahr wegen der Corona-Krise möglicherweise anders entwickeln, als zunächst geplant. Wegen des Lockdowns musste der für Anfang April vorgesehene Start der neuen Fahrsaison erst einmal gestrichen werden. "Der Neustart war völlig offen", sagt Vorsitzender Stefan John. "Diese Situation war auch für uns völliges Neuland."

Was tun? Obwohl der Handlungsspielraum wegen der Kontaktbeschränkungen begrenzt war, machten sich die Eisenbahnfreunde daran, in Zweierteams oder auch alleine auf die Strecke zu gehen und die dort erforderlichen Arbeiten zu erledigen. Weil keine Fahrten stattfinden konnten, wurden zudem Aufgaben in Angriff genommen, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Die Wetterbrücke in Griedel, die bereits im vergangenen Jahr vom Rost befreit wurde, strahlt nun wieder (fast komplett) in neuem Glanz. Zunächst wurde die graue Vorstrichfarbe und anschließend der grün schimmernde Endanstrich aufgetragen. "Damit ist die Brücke wieder viele Jahre vor Rost geschützt, nur für die Außenseiten über dem Wasser müssen wir uns noch etwas überlegen", sagt John. In Münzenberg ist auf dem bereits im Dezember gesetzten Fundament die Fachwerkkonstruktion für den dort vorgesehenen Regenunterstand entstanden. Dach und Ausmauerung fehlen zwar noch, aber das Projekt schreitet weiter voran. Diese Maßnahme ist Teil eines größeren Projektes, in dem seit längerer Zeit die Infrastruktur in Münzenberg für die Fahrgäste verbessert wird.

Eine klassische Aufgabe für das Frühjahr ist das Freischneiden der Bahnübergänge. Für die Lokführer muss ein fest definiertes Sichtfeld beim Herannahen an den Bahnübergang frei sein, damit sie erkennen können, ob der Übergang gefahrlos befahren werden kann. Über die gesamte Strecke wurde das in akribischer Kleinarbeit erledigt.

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"Der Gleisbau hat uns stets begleitet, die Arbeiten an den Fahrzeugen ebenfalls. Mit den zunehmenden Lockerungen konnten wir dann auch wieder größere Trupps einsetzen", schildert John. Seit dem 5. Juli finden die Fahrten ohne Dampflok wieder unter Corona-Bedingungen statt.

Die Einnahmen der ersten drei Monate fehlen natürlich, die Eisenbahner hoffen, die Verluste teilweise ausgleichen zu können. "Wir hoffen auch auf die Unterstützung der Region. Wie das aussehen kann, dafür haben wir eine Internetseite eingerichtet. Auf www.eure-erlebnisbahn-in-der-wetterau.de finden sich jede Menge interessante Informationen", wirbt Vorsitzender John.