Corona-Fall an Wetterauer Schule

In Bad Nauheim ist ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Wetteraukreis mitteilt, hatte er am Donnerstag einen Abstrich machen lassen. Wegen Überlastung der Labore lag das Ergebnis erst am Montag vor. Da hatte der Junge aber bereits am Unterricht teilgenommen. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Ein Schüler in Bad Nauheim ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Wetteraukreis nahm er am Unterricht teil, obwohl das Ergebnis seines Abstriches noch nicht...

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. Wetteraukreis (red). Das neue Schuljahr hat für die Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim mit einem Corona-Fall begonnen. Denn: Bei einem Schüler des Gymnasiums wurde das Coronavirus nachgewiesen. Das teilte der Wetteraukreis am Dienstag mit. Alle Klassenkameraden sowie die beiden Lehrer, die am Montag in der Klasse unterrichtet haben, müssen bis zum 31. August in Quarantäne.

Laut der Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch wird das Wetterauer Gesundheitsamt die Mitschüler sowie die beiden Lehrer am kommenden Sonntag auf Covid-19 testen. Alle betroffenen Schüler beziehungsweise deren Eltern seien noch am Montag über die Quarantäne informiert worden. Diese gelte für die Kontakte ersten Grades, das heißt, für die Mitschüler und Lehrer des infizierten Schülers, aber nicht für deren Eltern, Geschwister und andere Familienangehörige. Weil kein klassenübergreifender Unterricht stattfand, seien keine parallelen Lerngruppen oder Klassen betroffen.

Wie der Kreis mitteilte, war der Schüler in der vergangenen Woche aus dem Urlaub zurückgekehrt und hatte am Donnerstag in einer Hausarztpraxis einen Abstrich machen lassen. Wegen der Überlastung der Labore sei das Ergebnis erst am Montagvormittag übermittelt worden. Doch da hatte der Schüler bereits am Unterricht teilgenommen. Die Ernst-Ludwig-Schule wurde gegen 13.15 Uhr informiert. Becker-Bösch kritisiert das Verhalten des Schülers und seiner Eltern: "Es ist fahrlässig, die Ergebnisse eines Corona-Tests nicht abzuwarten, sondern gleich in die Schule zu gehen. Ich appelliere an die Eltern, mehr Verantwortung zu zeigen. Das ist für die Eindämmung des Virus unverzichtbar. Gerade die besonders gefährdeten Personengruppen sind auf die Solidarität und das Verantwortungsbewusstsein ihrer Mitmenschen angewiesen. Der Fall an der Ernst-Ludwig-Schule zeigt, wie dünn das Eis ist, auf dem wir uns bewegen, und wie schnell wieder ein Lockdown kommen kann." Zudem appelliert sie an alle Wetterauer, Abstand zu halten, die Hygieneregeln einzuhalten und die Alltagsmasken zu tragen. "Auch wenn das bei den hohen Temperaturen sehr unangenehm ist. Viel unangenehmer wäre es, wenn uns das Infektionsgeschehen aus den Händen gleiten würde und wir eine massive zweite Welle erleben würden", sagt Becker-Bösch.

Zusätzlich zu dem Fall in Bad Nauheim sind seit Montag noch fünf weitere Corona-Fälle aus Büdingen (1), Echzell (1) und Karben (3) gemeldet worden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Fälle lag danach bei 460 (Montag: 454). Die Zahl der insgesamt aus der Quarantäne entlassenen Personen verharrte dagegen bei 378. An den Folgen einer Covid-19-Erkrankung sind im Wetteraukreis bis dato 13 Menschen gestorben.

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Aktuell erkrankt sind demnach 69 Wetterauer (63). Im Krankenhaus lagen am Dienstag zwölf Corona-Patienten (16), von denen neun stationär behandelt wurden, also in einem Normalbett. Eine intensivmedizinische Behandlung war bei drei Patienten notwendig.

Vom Schwellenwert (Inzidenz), der eine Verschärfung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens nach sich zieht, ist die Wetterau trotz der neuen Fälle nach wie vor weit entfernt. Er liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Im Wetteraukreis mit seinen 308 000 Einwohnern liegt die Inzidenz derzeit bei zehn, nachdem die Zahl der Infizierten in den vergangenen sieben Tagen um 29 gestiegen ist.