Bingenheimer Saatgut AG will erweitern

Auf der Brachfläche des ehemaligen Steinbruchs möchte die Saatgut AG bis 2024 eine Betriebserweiterung bauen. Foto: Potengowski

Das Echzeller Gemeindeparlament beschließt die Aufstellung eines Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplanes für den anvisierten Standort im Steinbruch.

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ECHZELL. Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung für die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Teil des Steinbruchgeländes sowie eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans aus. Damit soll der Bingenheimer Saatgut AG ermöglicht werden, auf der Brachfläche neue Betriebsgebäude zu bauen. Gebhardt Rosmanith, Vorstandsvorsitzender der Saatgut AG hofft, dass die Erweiterung 2024 in Betrieb gehen kann. Dafür sind jedoch noch weitere Genehmigungen notwendig.

Als "sonstiges Sondergebiet" wird die Fläche im vorderen Bereich des Steinbruchgeländes ausgewiesen. Cathrin Ferber vom Planungsbüro Fischer aus Wettenberg, das die Änderung des Bebauungsplans vorbereitet, erläuterte, dass dort nach der vorläufigen Planung bis zu 17 Meter hohe Gebäude für Einkauf, Saatgut-Aufbereitung, -Diagnostik, -Forschung und Entwicklung, Lager, Abfüllung sowie Büros und Konferenzräume gebaut werden sollen. Außerdem solle ein Wall zum eigentlichen Steinbruch errichtet werden. Dieser solle, erklärte Ferber auf Nachfrage, den Betrieb der Saatgut AG vor Staub aus dem Steinbruchbereich abschirmen. Sie wies darauf hin, dass die Gebäudehöhen sich im Verlauf der Planung auch von der aktuell vorgesehenen Höhe von 17 Metern abweichen könnten. "Dadurch, dass das Gelände umspielt wird von höheren Strukturen, halte ich das für absolut vertretbar",

Christa Degkwitz (Grüne) erkundigte sich, ob für die Saatgutwaschanlage Regenwasser genutzt werden könne und Wasser wiederverwendet werde. Dazu wollte sie wissen, wie weit es möglich sei, Photovoltaik- oder Solaranlagen auf den Dächern innerhalb des Bebauungsplans vorzuschreiben. Ferber erläuterte, dass man die Nutzung von Solarenergie innerhalb des Bebauungsplans nicht vorschreiben könne. Das müsse gegebenenfalls separat vertraglich geregelt werden. "Da die Saatgut AG sich CO2-neutral und umweltfreundlich aufstellen möchte, gehe ich davon aus, dass das vorgesehen ist", ergänzte sie. Dies gelte auch für die nachhaltige Nutzung des Wassers. Dieses werde für die Waschanlage aufbereitet und mehrfach verwendet. Auch Rosmanith betont in seiner Antwort auf eine Anfrage noch einmal, dass das Unternehmen Wert auf eine "ökologische, gut vertretbare Bauweise" legt und im Betriebsablauf CO2-neutral werden möchte.

Bisher stünden die Planungen für die Betriebserweiterungen erst am Anfang. Dabei sei der Saatgut AG bewusst, dass die Änderung des Flächennutzungsplans Zeit benötige. "Da aber bereits im Vorfeld von vielen Seiten Zustimmung und Unterstützung signalisiert wurde, sind wir guter Dinge, zügig zum Ziel zu gelangen."

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Weiterhin müsse der Bereich des Steinbruchgeländes, auf dem die Saatgut AG bauen will, noch aus dem Bergrecht entlassen werden. Dazu habe die Bergbaubehörde bereits ihre Zustimmung signalisiert. Derzeit werde der eigentliche Steinbruch noch renaturiert. Bürgermeister Wilfried Mogk erläuterte auf Nachfrage, dass wegen des langen Zeitrahmens, bis auf dem Steinbruchgelände gebaut werden dürfe, dieses nicht als Standort für das neue Feuerwehrhaus in Bingenheim infrage komme. Außerdem hätten die Feuerwehrleute darauf hingewiesen, dass die Anfahrt bis zum Steinbruch weiter als zum aktuell geplanten Standort in der Nähe des Friedhofs sei. Dieser sei für die Mitglieder der Einsatzabteilung, die zum Teil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kämen, schneller zu erreichen.