In gebührenden Abstand für das Foto: Andreas und Karin Gramm erfreuen gemeinsam mit Walter Buchner die Hausener mit Fenster- und Hofmusik. Foto: R. Schmidt

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HAUSEN. Allabendlich klingen in Hausen seit einigen Wochen altbekannte Kirchen- und Heimatlieder in den Straßen und über den Dächern. Zum einen spielt das Kirchenmusiker-Ehepaar Karin und Andreas Gramm an geöffneten Fenstern im Obergeschoss ihrer Wohnung zum Lobe Gottes. Zum anderen lässt Walter Buchner Akkordeon und Orgel im benachbarten Anwesen erklingen.

Zu Buchners Liedgut gehört unter anderem die 120 Jahre alte Ode an das Heimatdorf „Ich lieb’ das schöne Örtchen, wo ich geboren bin“. Diese erklang früher oft in den Spinnstuben in Hausen, Garbenteich und Grüningen oder bei Familienfeiern, erinnerte Buchner. Gerade die dritte Strophe passe in die schwierige Zeit: „Oh, guter Vater droben beschütz‘ den Heimatort und segne ihn mit Frieden …“ singt er dann.

Andreas Gramm, der den Posaunenchor in Gießen-Wieseck leitet, spielt bereits seit Ende März mit seiner Frau auf Posaune und Trompete ein kirchenmusikalisches Ständchen für ganz Hausen. Dazu gehören Stücke wie „Großer Gott, wir loben dich“ und „Lobe den Herrn meine Seele“. Das Ehepaar vermisst die Proben und Auftritte der Posaunenchöre und die persönlichen Begegnungen mit Musikern und Zuhörern. Zu den beiden gesellte sich ihr 82-jähriger Nachbar Walter Buchner, der nicht nur als ehemaliger Vorsitzender des Gesangvereins Eintracht Hausen ortsbekannt ist.

Die zehnminütigen Ständchen am Abend bilden nun ein schönes Zeichen der Hoffnung und Lebensfreude für eine Zeit nach der Pandemie. Gerne lauschen Nachbarn und Spaziergänger in den umliegenden Straßen, Gärten und Höfen.