Düdelsheimer im Kampf gegen Umweltsünder

Der Düdelsheimer Ortsbeirat hatte vor den Corona-Einschränkungen einen Frühjahrsputz organisiert.

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. Düdelsheim (red). Noch rechtzeitig, bevor durch die Anordnungen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt wurden, trafen sich etwa 70 Düdelsheimer Bürger zur traditionellen Müllsammelaktion. Ortsvorsteher Robert Preußer dankte ihnen für ihr Engagement und wies ausdrücklich auf die Schutzvorschriften hin.

In seiner Begrüßung erläuterte Preußer, wie sich die Nachrichten im Vorfeld des Aktionstages überschlagen hatten. Er habe deshalb für jeden Verständnis, der nicht teilnehmen wolle. Ebenso stehe es jedem frei, die Suppe, die zum Abschluss als symbolischer Lohn serviert wird, sich abfüllen zu lassen und zu Hause zu essen.

Er betonte, dass auch der Ortsbeirat abgewogen habe, welche Veranstaltungen und Aktivitäten zum Schutz vor Corona-Infektionen abgesagt werden. Beispielhaft nannte er das Osterfeuer. Er bedauerte, dass auch die Aufforstungsaktion der Düdelsheimer Bürger gemeinsam mit dem Revierförster Clemens Fischer und dem städtischen Forstarbeiter Hans-Peter Henrich gefährdet sei. Letztlich musste sie im Zuge der Verschärfung der Vorschriften abgesagt werden.

Preußer dankte den ehrenamtlichen Helfern für die anhaltend hohe Beteiligung an der Müllsammelaktion. Viele Familien nehmen bewusst gemeinsam mit ihren Kindern teil. Auf vorher festgelegten Strecken sammelten sie anschließend in kleinen Gruppen den Müll wieder ein, den rücksichtslose Mitbürger in den vergangenen Monaten achtlos in die Landschaft geworfen hatten. Dabei war auch in diesem Jahr ein Rückgang der Müllmenge gegenüber den Vorjahren festzustellen. Neben einer Unzahl an Kleinabfällen, die achtlos aus dem Autofenster oder bei Spaziergängen weggeworfen werden, findet sich jedoch immer wieder auch Sperrmüll, der gezielt abgeladen wird.

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Offenbar entledigen sich manche Leute ihrer Autoreifen, ausrangierter Möbelstücke oder Renovierungsabfälle vermeintlich kostengünstig, indem sie sie in der Natur abladen. Preußer verweist darauf, dass dies der Allgemeinheit deutlich höhere Kosten verursacht, als bei einer legalen Entsorgung über den Recyclinghof durch den Verursacher fällig würden.

"Auf Kosten der Allgemeinheit einige wenige Euro für eine ordnungsgemäße Müllentsorgung zu sparen kann für solche Umweltfrevler sehr teuer werden", warnt der stellvertretende Ortsvorsteher Ramon Franke. Denn wenn sie ertappt würden, müssten sie neben den Entsorgungskosten, die auch Personalkosten um den Müll wieder aus der Natur zu bergen enthielten, auch mit einem spürbaren Bußgeld rechnen.

Dabei wachse das Risiko, erwischt zu werden an. "Wer schon einmal an einem Frühlingssamstag mit anderen Bürgern gemeinsam Müll eingesammelt hat, achtet aufmerksam darauf, wenn Müll in der Landschaft abgeladen wird", weiß Franke aus der Rückmeldung von Bürgern. Und auch Jäger und Landwirte hätten durch ihre enge Bindung zur Natur ein besonders wachsames Auge auf wilde Müllentsorgung.