Aussichtsturm auf den Steinern - Düdelsheimer Attraktion

Rolf Klarmann, Robert Preußer, Klaus Karger, Andreas Wenk, Frank Schwab und Sascha Mebs (v.l.) bei der Einweihung des Aussichtsturmes. Foto: Potengowski

Mit einer kleinen Feier weihte der Heimat- und Bürgerverein das im Sommer errichtete Schutzdach für den Aussichtsturm auf den Steinern in Düdelsheim ein.

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. Düdelsheim. Mit einer kleinen Feier weihte der Heimat- und Bürgerverein das im Sommer errichtete Schutzdach für den Aussichtsturm auf den Steinern ein. Der Vorsitzende Andreas Wenk dankte allen, die sich für die Realisierung des Projekts eingesetzt hatten, insbesondere Klaus Karger von der Wirtschaftsförderung Wetterau, der den Verein bei der Beantragung von Fördergeldern unterstützt hatte. Karger lobte im Gegenzug wie auch Bürgermeister Erich Spamer die Dorfgemeinschaft. Diese zu fördern, sei ein Ziel des Leader-Programms.

Wenk erinnerte daran, wie der Verein nach dem Dorffest 2019 den Vorschlag von Werner Luft, Besucher und Aussichtsturm mit einem Dach zu schützen, diskutiert worden war. Spätestens, nachdem Ortsvorsteher Robert Preußer Angebote, die auch Reparaturen am Turm umfassten, eingeholt hatte, war klar, dass der Verein alleine eine solche Investition nicht würde finanzieren können. Auch Eigenleistung schied wegen des Umfangs des Projekts aus.

Karger und Britta Schellhammer von der Wirtschaftsförderung empfahlen dem Verein eine Förderung durch das Regionalbudget im Zuge des Leader-Programms. Wenk übersetzte den Titel, der etwas sperrig "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raumes" bedeutet, genial ins Oberhessische: "Die Leut mache ebbes Scheenes fier Dilsem, Iwwerdorf un de Rest von de Welt." Er erklärte, dass Preußer es noch kürzer ausdrücken könne. "Der Bürgersinn wird gestärkt und gelebt."

Wenk erläuterte, dass Schutzdach und Reparaturen mit 80 Prozent gefördert wurden. Für den Antrag habe der Heimat- und Bürgerverein die Bedeutung des Turmes als regionale Attraktion sowohl für Einheimische aber auch Touristen betont. Gerade auch für die Pilger auf der Bonifatiusroute sei der Turm mit dem Blick zum Glauberg und weit über die Landschaft ein Anziehungspunkt. Die Bonifatiusroute mit den Pilgern komme wiederum der Region und Düdelsheim zu Gute. Inzwischen gebe es im Dorf mehrere Ferienwohnungen für die Pilger. Wenk dankte Waldemar Bähr sowie anderen Vereinsmitgliedern, die sich für die Pflege und den Erhalt des Düdelsheimer Abschnitts des Pilgerweges sowie Pflege- und Aufräumarbeiten auf den Steinern einsetzen.

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Besonders dankte er dem Zimmermann Sascha Mebs und dem Statiker Rolf Klarmann, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, das Schutzdach zu realisieren. Insgesamt haben Dach und Reparaturen 17 500 Euro gekostet. Davon sind aus dem Regionalbudget des Leader-Programms 13 000 Euro geflossen. Wenk rechnete vor, dass der Heimat- und Bürgerverein noch 4700 Euro zu finanzieren gehabt habe, was eine erhebliche Belastung der Kasse sei.

Karger erklärte, dass das Projekt des Schutzdaches für den Aussichtsturm gut in die Förderkriterien passe. Dadurch werde das bürgerschaftliche Engagement unterstützt und ein Begegnungsort für Einheimische und Touristen aufgewertet. "Der Heimat- und Bürgerverein ist wie viele Vereine eine treibende Kraft für das Zusammenkommen von Bürgern", würdigte er. "Dieses ehrenamtliche Engagement verdient unsere Hochachtung." Karger wies darauf hin, dass der Aussichtsturm eines von 17 Projekten in der Region, von denen allein drei in Büdingen umgesetzt wurden, ist, die 2020 mit Leader-Mitteln gefördert wurden.

Preußer blickte auf die Geschichte des Aussichtsturms zurück, der ursprünglich am Glauberg gebaut worden war. Dabei konnte er sich einen Seitenhieb zur Entwicklung der Gebühren nicht verkneifen. Hatte die erste Baugenehmigung für den Turm am Glauberg 1999 noch 100 Mark gekostet, so seien für die Genehmigung für den Wiederaufbau des Turms, den Preußer dem Förderverein Keltenwelt abgekauft hat, elf Jahre später 110 Euro berechnet worden.

Sichtlich gerührt erinnerte Robert Preußer an die ehrenamtlichen Helfer, die damals den Turm an den Steinern aufgestellt hatten und an die Gründung des Heimat- und Bürgervereins am 1. November 2011. Er dankte dem Verein für Erhalt und Pflege des Turmes und dem Düdelsheimer Hausberg. Ebenso dankte er Andreas Wenk, der mit der Wirtschaftsförderung die Fördergelder erfolgreich beantragt hatte und Erich Spamer, dass die Stadt ihr Einverständnis gegeben hat, den Turm auf den Steinern aufstellen zu lassen.

Lob für Ortsvorsteher

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Der Büdinger Bürgermeister lobte Preußer für sein Engagement als Ortsvorsteher und dafür, dass er den Turm gekauft hatte. "Selbst wenn Du die Absicht hast, das Staffelholz abzugeben, Du wirst dafür sorgen, dass das in Ordnung bleibt. Dafür bist Du zu viel Düdelsheimer", sagte er voraus. "Dein Nachfolger wird es schwer haben, in so große Fußstapfen zu treten. Düdelsheim ist ein Vorzeigeort."

Diesem Lob schloss sich auch der Zimmermann Sascha Mebs an, der für die unkomplizierte Unterstützung mit Geräten dankte. "Ihr Düdelsheimer habt echt tolle Leute, die mitmachen." Ebenso dankte er dem Statiker Rolf Klarmann für die gute Zusammenarbeit. "Statiker und Zimmerleute können auch Feinde sein", erklärte er. Mebs wies darauf hin, dass er an dem Turm bei der Reparatur einige Rätsel versteckt habe. Neben vier Löchern in einem Brett habe er unter anderem drei Schrauben weggelassen - als Suchspiel für Besucher.