Rückzug vom Runden Tisch

(red). Der Landestierschutzverband Hessen mit Sitz in Altenstadt hat seine Mitarbeit am Runden Tisch Tierwohl der Hessischen Landesregierung niedergelegt. Als Grund für den...

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ALTENSTADT. (red). Der Landestierschutzverband Hessen mit Sitz in Altenstadt hat seine Mitarbeit am Runden Tisch Tierwohl der Hessischen Landesregierung niedergelegt. Als Grund für den Rückzug nennt der Verband die Rodung großer Teile des 250 Jahre alten, intakten Mischwaldes für den umstrittenen Ausbau der A 49, wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Es ist niemandem zu vermitteln, dass die hessische Umweltministerin einerseits Maßnahmenpakete für einen klimastabilen Wald und die Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee ausruft, und sich ihr in Hessen für Wirtschaft und Verkehr zuständiger Parteikollege gleichzeitig hinter vermeintlich demokratischen Prozessen und Zuständigkeiten des Bundes verschanzt“, begründet der Verbandsvorsitzende Dr. Hans-Jürgen Kost-Stenger den Schritt. Dem Beispiel anderer Bundesländer folgend, hatte Hessen den Runden Tisch Tierwohl im März 2015 ins Leben gerufen, um der wachsenden öffentlichen Kritik an der Nutztierhaltung zu entsprechen. Tagten die einzelnen Arbeitsgruppen bis Mitte 2019 noch regelmäßig, habe die Frequenz der Treffen zuletzt merklich nachgelassen. Die letzten Einladungen seien im Januar 2020 an die Teilnehmer/innen rausgegangen. Auch darin sieht der Landestierschutzverband Hessen die mangelnde Wertigkeit des Tierwohls in Hessen widergespiegelt: „Wenn selbst Bundesparteitage digital stattfinden können, lassen sich die derzeitigen Pandemiebeschränkungen kaum als Grund anführen, die Arbeitstreffen auszusetzen“, kritisiert Kost-Stenger.