Wichtiges Element der Rettungskette in Schwalmtal

Übergabe des ersten Defibrillators für die Gemeinde Schwalmtal am Rathaus (v.l.): Henning Schmehl, Karl Georg und Timo Georg.  Foto: DRK
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DRK hat Spendenkampagne für flächendeckendes Netz von Defibrillatoren in Schwalmtal gestartet. Die Gemeinde unterstützt mit 10.000 Euro.

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SCHWALMTAL. Es war ein besonderer Anlass, zu dem Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg den Vorsitzenden Karl Georg und den Bereitschaftsleiter Henning Schmehl des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Ortsverein (OV) Schwalmtal ins Rathaus eingeladen hat. Die Gemeinde Schwalmtal stellt 10.000 Euro im Haushalt bereit, um eine flächendeckende Versorgung mit Defibrillatoren zu ermöglichen. Um die hohen Kosten des Projektes zu finanzieren, bittet das Deutsche Rote Kreuz um Spenden. "Die Gemeinde Schwalmtal hat 10.000 Euro im Haushalt bereitgestellt, um das Projekt zu starten", erklärte Bürgermeister Timo Georg. Weitere 10.000 Euro sollen durch Spenden der Schwalmtaler sowie der ortsansässigen Firmen aufgebracht werden.

"Vorab wurde viel darüber nachgedacht, wie diese lebensrettenden Geräte effektiv eingesetzt werden können", sagte Timo Georg, der gemeinsam mit Schmehl das Konzept für die flächendeckende Versorgung entwickelt hat. Defibrillatoren sind nur dann sinnvoll, wenn sie für die breite Öffentlichkeit verfügbar und zugänglich sind. Es wäre sinnlos, diese Geräte hinter verschlossenen Türen aufzubewahren, da im Prinzip jeder, auch ohne Fachkenntnisse, in der Lage ist, die Geräte zu bedienen. Zudem erhofft man sich eine Verbesserung der Versorgung durch die geplante "Voraushelfer"-Initiative des Vogelsbergkreises, so Schmehl weiter.

"Mit jeder Minute, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand vergeht, ohne dass jemand mit der Herzdruckmassage und Beatmung beginnt, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent", mahnte Schmehl, der selbst im Rettungsdienst tätig ist. Ein früher Einsatz eines Defibrillators ist empfohlen, da er bereits in den ersten Minuten durch einen Stromstoß das lebensbedrohende Kammerflimmern unterbrechen kann. Zusätzlich ist die Anleitung der Ersthelfer durch das angeschlossene Gerät während der Reanimation von Vorteil. Im Ernstfall muss ein Ersthelfer neben dem unmittelbaren Beginn der Herzdruckmassage und Beatmung nur noch den Defibrillator anschließen und den Anweisungen folgen. Dies stellt gerade in einer solchen Stresssituation eine enorme Hilfe dar.

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Die Geräte der Firma "Corplus" eignen sich besonders, da sie sowohl einfach zu bedienen sind als auch mit den Rettungswagen kompatibel sind. Das DRK erhält zudem einen leichten Überblick über Wartung, Standort und Zustand der Geräte, da sie mit einer SIM-Karte und einem integrierten Notruf ausgestattet sind. Sollte man also sein Telefon vergessen haben, kann der Notruf auch direkt über das Gerät abgesetzt werden.

Die Geräte sollen in Zukunft nicht nur von geschulten Einsatzkräften, sondern auch von jedem Einzelnen eingesetzt werden können. Interessierte können sich als "Voraushelfer" im DRK engagieren, eine Ausbildung absolvieren und sich später im System des Vogelsbergkreises registrieren lassen. "Dieses ehrenamtliche Engagement ist gerade auf dem Land ein wesentliches Element der Rettungskette und wird in Zukunft unverzichtbar sein", sagte Timo Georg.

Es wird darum gebeten, dass sich jeder Interessierte, unabhängig von Qualifikationen, meldet, um Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten organisieren zu können. Neben dem Erste-Hilfe-Kurs für "Voraushelfer" ist geplant, eine Grundqualifikation einzuführen, um die Sicherheit bei Einsätzen zu gewährleisten. Jeder kann qualifiziert Hilfe für seine Nachbarn, Freunde oder sogar seine eigene Familie leisten, bis ein Rettungswagen vor Ort ist. Zudem sollen in Schwalmtal bereits qualifizierte Personen wie etwa medizinisches Personal in das System registriert werden. Besonders wichtig ist dies bei Reanimationseinsätzen, bei denen die "Voraushelfer" per Handy alarmiert werden sollen.

Der DRK-Ortsverein Schwalmtal bietet im Rahmen der Einweihungsveranstaltungen der Defibrillatoren Erste-Hilfe-Kurse für jedermann an, um an einem Simulator den Defibrillator zu testen. Die Termine werden zeitnah auf der Website der Gemeinde Schwalmtal, der Website und Facebook-Seite des DRK-Kreisverbandes Alsfeld sowie in der Presse bekannt gegeben.

Ein erstes Kennenlernen mit dem Projekt ist am Dorfjubiläum in Brauerschwand am 16. Juli an der Volkshalle möglich. Dort wird das DRK neben seiner Rettungswagenhüpfburg auch die aktive Arbeit vorstellen und den ersten Defibrillator gemeinsam mit Bürgermeister Timo Georg einweihen.