Keltergemeinschaft schickt Rudi Maas zur Hessenmeisterschaft

Mit ihrer Kreativität darf man die beiden Organisatoren Stefan Göldner (von links) und Markus Schindewolf durchaus als Botschafter des Apfelweins bezeichnen. Foto: Seifert  Foto: Seifert

Neuer Apfelweinkönig

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MICHELBACH. (ase). Einen echten Königsschoppen hat Rudi Maas aus Hausen-Arnsbach produziert. Immerhin konnte sich sein selbst gekelterter Apfelwein beim „Äppler-Check“ der Michelbacher Keltergemeinschaft mit 215 Punkten gegen 28 weitere Stöffche durchsetzen. Und so wird der emsige Hobbykelterer als neuer Michelbacher Apfelweinkönig die Region bei der 7. hessischen Apfelweinmeisterschaft am 23. Juni in Oberursel vertreten. Aus den Händen der beiden „Äppler-Check“-Organisatoren Markus Schindewolf und Stefan Göldner nahm Maas den großen Wanderbembel samt Anmeldeformular für die Hessenmeisterschaft entgegen.

Wer am Sonntagnachmittag auf der Michelbacher Hubertusstraße unterwegs war, dem zog der Duft von frisch gebackenem Zwiebelkuchen in die Nase. Im Hof und in der Scheune der Familie Schindewolf waren Tische und Bänke aufgestellt, und wo während der Keltersaison die Kelterpresse für frischen Most sorgt, standen 29 Bembel mit Apfelweinproben aufgereiht nebeneinander. Nach und nach füllte sich die Kelterscheune mit Freunden, Nachbarn und Hobbykelterern und der „Äppler-Check“ konnte beginnen. Eine breite Palette von geschmacklich völlig unterschiedlichen Apfelweinen stand zur Verkostung und Bewertung bereit. Wer sich für 5 Euro einen Bewertungsbogen und ein Testgläschen geholt hatte, durfte sich einmal quer durch die Welt des hessischen Nationalgetränks trinken. Dabei galt es, dem jeweiligen Schoppen die angemessenen Punkte zu vergeben. Um die Tester zu unterstützen, hatte die Keltergemeinschaft auf dem Bewertungsblatt auf einige Kriterien wie Farbintensität, Geruch, Geschmack, Säure oder Reinheit hingewiesen.

Hin und wieder wurden die Augen beim Probierschluck schon zusammengekniffen. Doch bekanntlich sind die Geschmäcker ja verschieden. Und was dem einen zu herb, ist dem anderen gerade angenehm.

Waren es in 2016 gerade einmal zwölf Hobbykelterer, die eine Probe zum „Äppler-Check“ abgegeben hatten, so konnten sich Markus Schindewolf und Stefan Göldner in diesem Jahr über 29 Test-Schoppen freuen, die nicht nur aus dem heimischen Michelbach, sondern auch aus Eschbach, Wernborn, Hausen, Wehrheim, Butzbach, Gambach und Oberursel den Weg in die Bembel der Keltergemeinschaft gefunden hatten.

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Mit 180 Punkten landete der Apfelwein vom Café Bohris aus Wehrheim auf dem zweiten Platz. Den dritten Platz musste sich die Feuerwehr Wernborn mit Heinz Maas aus Hausen teilen. Beide Apfelweinproben schafften es auf 171 Punkte.

Nachdem auch die zweite „Äppler-Check“-Auflage so großen Anklang gefunden hat, soll das Event zum festen Programmpunkt bei der Keltergemeinschaft werden. Damit darf sich die Apfelwein-Szene im Usinger Land freuen, dass ihr mit dieser Veranstaltung eine weitere Plattform für die Werbung rund ums hessische Nationalgetränk zur Verfügung steht. Schließlich produzieren die zahlreichen Hobbykelterer in der Region nicht nur leckere Apfelweine, sondern leisten auch einen erheblichen Beitrag für den Naturschutz. Mit der Erhaltung und Pflege von Streuobstwiesen schaffen sie Lebensräume für Vögel und Insekten und sorgen in der ausgeräumten Feldflur für Rückzugsräume und Ruhezonen für kleine Säugetiere.