Dubiose Fleischfunde im Vogelsberg

Wer tut so etwas? Hackfleisch wurde bei Schotten in der Natur entsorgt. Foto: Bausch

Tierschützer fanden Hackfleisch auf Spazierwegen und warnen vor möglichen schlimmen Folgen für Hunde, Katzen und Wildtiere

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VOGELSBERGKREIS. Im Raum Schotten fanden Mitglieder des Vereins Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg Hackfleischklumpen und warnen jetzt Tierbesitzer. Barbara Bausch betont für den Verein und auch die Hegegemeinschaft Schotten, dass an einem Spazierweg in Richtung Michelbach, vom Neubaugebiet kommend, als auch wiederholt in der Ludwigstraße in Schotten jeweils ein auffälliger Klumpen rohen Hackfleischs gefunden und der Polizei übergeben worden sei.

Zwar seien in Ersterem keine Gegenstände entdeckt worden, doch sei nicht auszuschließen, dass das Fleisch vergiftet gewesen sein könnte. Der zweite Fund sei noch in Untersuchung. "Wir möchten keine unnötige Angst verbreiten, dennoch ist in einem solchen Fall Vorsicht geboten. Passen Sie deshalb bitte gut auf, wenn Ihr Hund auf dem Spaziergang irgendetwas besonders 'Interessantes' findet. Sollten Sie ebenfalls auf diese Weise entsorgtes Fleisch finden, seien Sie bitte so gut und nehmen es in einem Kotbeutel mit. Lassen Sie es nicht liegen", erklärt Barbara Bausch. Auch sollte hinsichtlich möglicher Vergiftungserscheinungen auf Hunde oder Freigänger-Katzen besonders geachtet werden. Natürlich sei es auch denkbar, dass es sich bei dem Fund lediglich um weggeworfenes Fleisch handele - möglicherweise mit dem Hintergedanken, fleischfressenden Wildtieren "noch etwas Gutes tun" zu wollen. Sei Fleisch für den Menschen nicht mehr genießbar, sei es das auch für viele Tiere nicht mehr. Zudem sei industriell verarbeitetes Fleisch oft mit Stoffen versetzt, die Wildtieren schaden könnten, so Bausch.

Besonders kritisch sei das Entsorgen von Schweinefleisch! Was für den Menschen unbedenklich sei, könne für Wild tödlich sein: so beispielsweise der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP), der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von Tieren bis nach Deutschland gebracht worden sei, sondern über die achtlose Entsorgung infizierten Fleisches in der Natur.