Lehmbauworkshop in Dirlammen

Die Teilnehmer des Lehmbauworkshops. Foto: Katharina Völlinger, Herbstein

Zu einem weiteren Workshop mit dem Thema Bauen mit Lehm hatte die örtliche IGB-Gruppe (Interessengemeinschaft Bauernhaus) Lauterbach auf dem ehemaligen Bauernhof Hintergasse 1...

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LAUTERTAL. (red). Zu einem weiteren Workshop mit dem Thema Bauen mit Lehm hatte die örtliche IGB-Gruppe (Interessengemeinschaft Bauernhaus) Lauterbach auf dem ehemaligen Bauernhof Hintergasse 1 in Dirlammen eingeladen. Am Vormittag wurden von Margarete Ridder aus Lauterbach die Grundlagen des Baustoffes Lehm und die allgemeinen Vorteile der Lehmbauweise erklärt: Lehm ist ein Gemisch aus Sand, Schluff, Ton und Steinchen und kann in Lehmgruben einfach der Erde entnommen werden. Lehm besitzt eine enorme Wasserspeicherfähigkeit und kann Wasser in vier physikalischen Ebenen speichern, ohne das er „nass“ wird. Man kennt die angenehme Kühle, die einem im Hochsommer in einem alten Bauerhaus anweht. Gleichzeitig hat der Lehm auch eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, die man etwa bei dem Bau von Lehmöfen ausnutzt. Lehm ist immer wiederverwendbar, hautfreundlich, schallabsorbierend und schottet Handystrahlen ab. „Geradezu ein idealer Baustoff der Zukunft“, so Ridder. Heute gibt es eine ganze Anzahl von fertigen Lehmprodukten, die einem das Bauen mit Lehm- im Gegensatz zu früheren Zeiten- vereinfacht. Wie kann man Lehmoberflächen beschichten, damit sie dauerhaft haltbar sind? Dazu hielt Malermeister Matthias Völlinger mit seiner Frau Katharina aus Herbstein einen Vortrag über mögliche Beschichtungen und ging danach auch auf die Aufarbeitung von alten Holzoberflächen ein. Am Nachmittag wurden Lehmflächen vorbereitet, verputzt, gestrichen, abgebeizt und gebürstet. Auch das Mauern mit Basaltsteinen wurde vorgeführt, denn viele Sockel und Stallwände sind im Vogelsberg mit den Bruchsteinen gemauert.

Als Abschluss wurde den Workshop-Teilnehmern, die sogar aus Darmstadt und dem Siegerland angereist waren, ein im Lehmmantel geschmorten Rinderbraten gereicht, der in einem ausgehobenen Erdloch über sechs Stunden gegart wurde. Die IGB-Gruppe Lauterbach lud gleich zu einer weiteren Veranstaltung ein: am 19. August über den geheimnisvollen Baumeister Hans Muth ein, und zwar an einem seiner Häuser um 17 Uhr in Jossa, Vogelsbergstraße 19, bei Hans und Inge Braunholz.