Trotz der Ankündigung der Deges am vergangenen Freitag erst mit den großflächigen Baumfällarbeiten zum Bau der A 49 im Herbst 2020 zu beginnen, wollen die Besetzer ihren Protest fortsetzen und in ihren Baumhäusern überwintern.
Von red
Archivfoto: Nadine Weigel/dpa
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KIRTORF/HOMBERG - Die Aktivisten im Dannenröder Wald planen, ihre vier Baumhäuser weiter zu bewohnen und dort zu überwintern. Das berichten sie am Sonntagvormittag in einer Pressemeldung.
In einer Erklärung auf ihrem Blog beziehen sie sich auf eine Pressemitteilung der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), in der ein Aufschub der Flächenkahlschläge um ein Jahr angekündigt wird. Aus Sicht der Besetzer ist der Rodungsaufschub ein Teilerfolg des breit aufgestellten Protests und Widerstands, dürfe aber nicht überbewertet werden.
Der Dannenröder Wald wurde am 1. Oktober mit drei Baumhäusern besetzt, um Baumfällungen für den Ausbau der A 49 zu blockieren. Seitdem schlafen jede Nacht unterschiedlich viele Besetzer in den durch Seilbrücken miteinander verbundenen Baumhäusern.
Die Deges, die derzeit für die Umsetzung des Bauprojekts verantwortlich ist, hatte am Freitag in einer Pressemitteilung erklärt, die Flächenrodungen für ein Jahr aufzuschieben (Unsere Zeitung berichtete). Aus Sicht der Besetzer ist das ein Teilerfolg, aber gleichzeitig finden sie: "Die Besetzung bleibt, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben", wie sie in einer Erklärung auf ihrem Blog darstellen. "Solange der Dannenröder Wald durch die Baupläne bedroht ist, muss er beschützt werden", betonen die Besetzer darin. Auch der nördlich von Stadtallendorf fortdauernde Ausbau der A 49 sei für die Aktivisten ein Grund, ihren Protest aufrecht zu erhalten: "Mit jedem gebauten Meter Autobahn werden Tatsachen geschaffen, mit denen später für die Zerstörung des Waldes argumentiert werden wird." Außerdem fordern sie ein grundsätzliches "Umdenken in der Mobilitätsfrage weg von motorisiertem Individualverkehr und wirtschaftlicher Wachstumslogik".
Unterdessen werden die Baumhäuser ausgebaut und weiter ausgerüstet, um die Überwinterung zu erleichtern, kündigen sie an. Nahe des Baumhausdorfes am Sportplatz Dannenrod betreiben die Besetzer zusammen mit gleichgesinnten Unterstützern aus der Region außerdem eine Mahnwache, wo Raum für Dialog und Austausch mit den von den Autobahnbauplänen betroffenen Menschen vor Ort entsteht. So organisiert die Schutzgemeinschaft Gleental jeden Sonntag um 14 Uhr einen solidarischen Waldspaziergang zu den bewohnten Bäumen.