WLAN für Schulen

(red). Große Kartons mit Computern, Bildschirmen, Access Points, Switches, Kabeln und Steckern türmen sich in den Regalen. Bereits der erste Blick in die Werkstatt macht...

Anzeige

VOGELSBERGKREIS. (red). Große Kartons mit Computern, Bildschirmen, Access Points, Switches, Kabeln und Steckern türmen sich in den Regalen. Bereits der erste Blick in die Werkstatt macht deutlich: Da ist viel zu tun. Und Corona beschleunigt das alles noch, denn in Zeiten von Homeschooling kommt es gerade auf die digitale Ausstattung der Schulen an.

„Da waren wir bereits gut aufgestellt“, kommentiert Landrat Manfred Görig, „aber durch die Umsetzung des Digitalpakts nimmt das Ganze noch einmal an Fahrt auf.“ Daher soll die derzeit fünfköpfige IT-Abteilung im Amt für Schulische Bildung und Betreuung durch zusätzliches Personal verstärkt werden, „um die durch den Digitalpakt und weitere Sonderprogramme des Landes ausgelösten zusätzlichen Aufgaben abzuarbeiten“.

Rund sieben Millionen Euro aus dem Digitalpakt sowie eine weitere Zuweisung in Höhe von einer halben Million Euro „schaffen eine gute Grundlage, damit können wir auf dem Erreichten aufbauen“, erklärt Görig. Dabei müsse man sich im Gegensatz zu anderen Schulträgern nicht mehr die Frage stellen, wie man die Kreidetafeln durch interaktive elektronische Tafeln ersetzen kann. „Diese Aufgabe haben wir längst erledigt, schon vor fünf Jahren waren alle unseren Schulen mit all ihren Unterrichtsräumen mit einem solchen Board ausgestattet“, sagt der Landrat. Deshalb könne man sich jetzt auf die flächendeckenden WLAN-Strukturen konzentrieren.

Dafür müssten zum einen komplette WLAN-Netze neu eingerichtet und zum anderen bereits vorhandene Strukturen noch ergänzt werden, schildert Amtsleiter Berthold Habermehl. Daher seien inzwischen 600 Access Points und 140 Switches im Wert von rund 755 000 Euro beschafft worden. „Teilweise installieren wir die Access Points selbst in den Klassenräumen. Wir brauchen in jedem Unterrichtsraum einen solchen Access Point“, schildert der Amtsleiter.

Anzeige

Der WLAN-Ausbau folge sukzessive dem Fortgang beim Anschluss der Schulen ans Glasfasernetz. Laut Telekom soll bis zum Ende des Jahres etwa die Hälfte aller Vogelsberger Schulen einen Glasfaseranschluss haben. Zu den ersten gehören die Max-Eyth-Schule, die Gerhart-Hauptmann-Schule und die Geschwister-Scholl-Schule Alsfeld, wo die bereits verlegten Glasfaseranschlüsse in Kürze geschaltet werden.

WLAN-Netzwerke gibt es laut Görig inzwischen an 29 Schulen, wovon zwölf Schulen bereits voll ausgebaut seien. Dies seien mit wenigen Ausnahmen fast alle Sekundarstufe I-Schulen, insbesondere diejenigen, die mit iPad-Klassen arbeiten, sowie die Berufsschulen. Aber auch kleinere Grundschulen, wie zum Beispiel die Grundschulen Feldatal und Maar oder die Filialschule Storndorf, hätten inzwischen eine flächendeckende WLAN-Ausstattung.

Aus den in diesem Jahr bereitstehenden Haushaltsmitteln seien zudem unter anderem 200 Rechner und Monitore im Wert von 135 000 Euro beschafft worden. „Die müssen alle aufgebaut und eingerichtet werden“, sagt Habermehl. Der Arbeitsaufwand seines kleinen Teams sei enorm. „Wir haben 180 verschiedene Aufträge, es ist wirklich schwierig, alles zeitnah zu erledigen. Von daher kann es bei der einen oder anderen Schule schon einmal zu Verzögerungen kommen, aber jetzt bekommen wir ja Verstärkung.“

Die wird auch dringend gebraucht – wie eine weitere Zahl deutlich macht: Für die halbe Million Euro aus dem Sofortprogramm des Bundes zur Beschaffung digitaler Endgeräte wurden 900 Endgeräte (750 iPads und 150 Laptops) sowie entsprechendes Zubehör angeschafft. „Und jedes Endgerät muss von uns konfiguriert werden“, merkt Habermehl an. Die mobilen Endgeräte seien inzwischen größtenteils an die Schulen ausgeliefert worden.