Tierquäler gesucht: Jungbulle in Ilbeshausen verstümmelt

Symbolfoto: Hollerich

Tierquäler gesucht: Unbekannte haben in der Nacht auf den 7. Mai einen Jungbullen im Grebenhainer Ortsteil Ilbeshausen verstümmelt. Die Tierschutzorganisation Peta setzt nun...

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VOGELSBERGKREIS. Tierquäler gesucht: Unbekannt haben in der auf den 7. Mai einen Jungbullen im Grebenhainer Ortsteil Ilbeshausen verstümmelt. Die Tierquäler schnitten dem Jungtier präzise ein Dreieck mit einer Schenkellänge von rund 40 Zentimetern aus der rechten Schulter, berichtet die Tierschutzorganisation Peta. Die Art und Tiefe der Wunde deute darauf, dass das Tier vor der Tat fixiert oder betäubt wurde. Eine Eigenverletzung schließt die Polizei nach derzeitigem Kenntnisstand aus. Zum Tatzeitpunkt befand sich der Bulle wehrlos auf einer am Vulkanradweg gelegenen Weide. Er wurde durch die Schnitte so schwer verletzt, dass er getötet werden musste. Die Polizeistation Lauterbach ermittelt und nimmt unter der Telefonnummer 06641/9710 sachdienliche Hinweise entgegen. Möglicherweise waren mehrere Personen an den Taten beteiligt.

Peta setzt Belohnung aus

Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt Peta nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zu seiner Verurteilung führen. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 0711/860 59 10 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation melden - auch anonym.

"Einem Tier bei lebendigem Leib ein Stück Fleisch aus dem Körper zu schneiden ist unfassbar grausam. Der wehrlose Jungbulle muss unsägliche Schmerzen erlitten haben", sagt Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. "Wir hoffen, dass die Polizei intensive Ermittlungen anstellt, denn wir haben es hier mit einem oder mehreren besonders gefährlichen Menschen zu tun, die umgehend gestoppt werden müssen. Wer Tiere so furchtbar quält, der schreckt meist auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück."

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Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte seien sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: "Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält." Peta setze regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.