Nächtlicher Protest auf Bundesstraße

Foto: Twitter/Dannenröder Wald @keinea49

Aktivisten melden Eilversammlung auf B 62 zwischen Lehrbach und Niederklein an und schlagen auf dem Asphalt ein Zelt auf.

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. Kirtorf/Vogelsbergkreis (cdc/dpa). "Was tun, wenn ein unrechtmäßiges Schlafverbot über alle Camps am Dannenröder Wald verhängt wurde? Einfach eine Demo auf der B62 gegen Schlafverbot machen. Packt Schlafsäcke, Isomatten und Zelte ein! Wir schlafen dort!", twitterte am Samstagabend "Dannenröder Wald @keinea49". Kurze Zeit später setzten einige Aktivisten den Aufruf in die Tat um und blockierten die Bundesstraße zwischen Lehrbach und Niederklein. Gegen 23.30 Uhr posteten die Aktivisten ein Foto mit einem aufgestellten Zelt Mitten auf der Bundesstraße. "Die Eilversammlung wurde angekündigt und in Abstimmung mit der Polizei genehmigt", erklärte eine Polizeisprecher am Sonntag gegenüber unserer Zeitung. Dementsprechend habe die Polizei, bevor die Aktivisten die Bundesstraße betraten, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet und die Bundesstraße in diesem Bereich für die Dauer des Protests voll gesperrt sowie eine Umleitungsstrecke eingerichtet. Die Protestaktion habe von circa 23.30 Uhr bis 1.15 Uhr gedauert. Da zu dieser Zeit auf der Strecke ohnehin nur sehr wenige Verkehrsteilnehmer unterwegs seien, habe es im Prinzip keine Beeinträchtigung des Verkehrs gegeben. Später seien die Protestierenden dem Angebot der zuständigen Versammlungsbehörde aus dem Vogelsbergkreis gefolgt, die örtlich und sachlich zuständig ist, und haben auf einer nahe gelegenen Wiese übernachtet. Diese hätten sie am Sonntagvormittag gegen 9 Uhr wieder verlassen.

Der Protest gegen den Weiterbau der A 49 war am Samstagnachmittag zunächst schleppend angelaufen. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage mitteilte, fanden sich schätzungsweise ein Dutzend Demonstranten bei einer Kundgebung in Dannenrod ein. Eine Veranstaltung in Schweinsberg sei kurzfristig abgesagt worden, da sich kaum Teilnehmer eingefunden hätten. Außerdem habe es am Samstagmittag noch drei Mahnwachen gegeben, die ebenfalls nur von wenigen Personen besucht worden seien. "Bisher gab es keine größeren Ereignisse", fügte der Sprecher hinzu.

Mehrere Polizeibeamte waren am Samstag im Einsatz, nachdem Veranstaltungen und Mahnwachen im Zusammenhang mit dem Protest gegen den Weiterbau der A 49 angekündigt waren. Umwelt- und Klimaschützer hatten bereits am Freitag in Wiesbaden gegen den Weiterbau der A 49 und die Rodung von Waldflächen für die Trasse protestiert. Das Regierungspräsidium (RP) Gießen hatte als zuständige Behörde für die angemeldete Veranstaltung am Samstag in Schweinsberg Auflagen vorgegeben und andere Aktionen verboten. Das Verwaltungsgericht in Gießen bestätigte in einem Urteil Auflagen und Verbote des RP nach einem Eilantrag des Versammlungsanmelders.

Am Sonntagabend kündigte die Gruppe an, erneut in der Nacht auf der B62 protestieren zu wollen.