Ausgangssperre im Vogelsberg bleibt vorerst erhalten

Wegen der Corona-Pandemie gilt im Vogelsberg weiterhin die Ausgangssperre.  Grafik: Sasa Kadrijevic - stock.adobe

Auch wenn der Inzidenz-Wert der Corona-Neuinfektionen im Vogelsberg unter der 200er-Marke liegt, bleib die Aussgangssperre erhalten.

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VOGELSBERGKREIS. Zwar liegt der Inzidenzwert im Vogelsbergkreis seit einigen Tagen unter der 200er-Marke. Trotzdem bleibt über Silvester und Neujahr die Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie bestehen. Damit soll das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet eingedämmt und das Gesundheitswesen entlastet werden, wie aus einer Pressenotiz der Kreisverwaltung hervorgeht. In seiner Mitteilung erinnert der Landkreis noch einmal an die Regeln, die zu Silvester gelten.

Warum die Ausgangssperre im Vogelsberg weiter bestehen kann, auch wenn die Inzidenz fünf Tage in Folge unter 200 liegen sollte, erklärt hessenschau.de. Wie die Hessenschau auf ihrer Webseite berichtet, sehe das Eskalationskonzept des Landes eigentlich vor, dass die Ausgangssperre nach besagten fünf Tagen aufgehoben werden müsste. In vielen Kreisen bleibe sie trotzdem wegen einer Sonderregelung des hessischen Sozialministeriums. Dieses habe in einem Schreiben an die Kreise mitgeteilt, dass wegen der Weihnachtsfeiertage und während der Zeit "zwischen den Jahren" Verzögerungen bei der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen nicht ausgeschlossen werden könnten. Daher sei es den Kreisen freigestellt, ob sie die Zahlen der Feiertage bei ihren Entscheidungen berücksichtigen oder stattdessen auf die Werte vom 24. Dezember zurückgreifen.

Am 24. Dezember hatte die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen im Vogelsberg noch bei 236,6 gelegen, am Sonntag nach Weihnachten dann unter 200, ebenso wie am Montag, Dienstag und Mittwoch.

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"Im Vogelsbergkreis kam es durch die Feiertage und die Zeit ,zwischen den Jahren' zu Labor- und Meldeverzügen - beispielsweise wurden weniger Testungen durchgeführt und die Auswertung in Laboren dauerte länger", heißt es in der Mitteilung des Landkreises. Dadurch seien die an das Gesundheitsamt gemeldeten Fallzahlen nicht aussagekräftig. "Den Vorgaben der Landesregierung entsprechend werden die Fallzahlen in den fünf Tagen ab dem 6. Januar für eine Neubewertung der Lage herangezogen", teilt das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises mit.

"Umsicht, Vorsicht und Gelassenheit müssten neben Hoffnung und Zuversicht zum Jahreswechsel ganz oben auf unserer Liste stehen", richtet zudem Landrat Manfred Görig (SPD) seinen Appell an die Bürger des Vogelsbergkreises. Die Regeln seien nicht gemacht, um Mitmenschen zu gängeln, sondern um diese zu schützen. Es bleibe der wiederholte Appell an die Vernunft, und die Hoffnung auf ein gutes neues Jahr.

Auch Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak (CDU) findet deutliche Worte: "Niemand muss auf das Fest zum Jahreswechsel verzichten - es fällt nur eben in dieser ganz besonderen Zeit anders aus." Nach wie vor gelte es, das Gesundheitssystem zu entlasten, um die Aufgaben der kommenden Tage und Wochen zu meistern.