"Wir werden nicht aufgeben", sagte BUND-Landesvorsitzender Jörg Nitsch beim Waldspaziergang im Dannenöder Forst.
Jörg Nitsch (links) und Dr. Wolfgang Dennhöfer vom BUND bekräftigen die Fortsetzung des Protests gegen die A 49. Foto: Kaminski
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DANNENROD (gka). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Baugenehmigung für die Autobahn 49 im Abschnitt zwischen Stadtallendorf und Gemünden bestätigt. Gleichzeitig sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durch das Urteil seine Auffassung bestätigt, dass der Planfeststellungsbeschluss die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) missachtet. Deshalb und wegen der grundsätzlichen Kritik am Autobahnbau als nicht zum dringend nötig Klimaschutz passend, will der Verband seinen Protest fortsetzen. Dies machte der Vorsitzende des BUND-Landesverbands Jörg Nitsch am Freitag bei einem Besuch im Dannenröder Forst deutlich.
"Baurecht ist keine Baupflicht", betonte Nitsch erneut als Schlussfolgerung zur rechtlichen Situation nach dem Leipziger Gerichtsurteil. Der BUND werde alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, den Herrenwald, den Dannenröder Forst und das Grundwasser im betroffenen Gebiet zu schützen. "Die A 49 darf nicht gebaut werden", so Nitsch entschlossen.
Die vielen Transparente gegen die A 49-Planung in den Ortschaften auf seinem Weg zum Waldspaziergang sowie das starke positive Echo aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in den letzten Wochen hätten ihn darin bestärkt, dass der BUND mit seinem Engagement für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik nicht nachlassen dürfe. "Wir wollen hier vor Ort deutlich machen, was wir von den Verkehrspolitikern in Wiesbaden und Berlin erwarten. Wir fordern von unserer Landesregierung und dem Bundesverkehrsminister ein Moratorium beim Straßenbau", so der BUND-Landesvorsitzende. Aus Sicht seines Verbands sei es falsch, "in den nächsten Jahren gewaltige Geldbeträge in Straßenneubauten zu investieren, von denen die meisten nach der unverzichtbaren Verkehrswende nicht gebraucht würden. Klar ist, dass der heutige Individual- und Warenverkehr keine Zukunft hat. Die Alternative sei der Ausbau des Schienenverkehrs, sowohl für die Personen- als auch für die Güterbeförderung. "Klar ist auch, dass den Menschen in den Dörfern an der B 62 und B 254 und anderswo sofort gegen den massiven Durchgangsverkehr geholfen werden muss", zeigte Nitsch Verständnis für deren Situation. Mit dem "Dannenröder Appell" hätten die Bürgerinitiativen gegen den A 49-Bau und der BUND für den Bereich Straßenplanung Alternativvorschläge ohne Autobahn vorgelegt.
"Wir werden nicht aufgeben", bekräftige Nitsch die Absicht seines Verbands, sich weiter zusammen mit den verschiedenen Bürgerinitiativen gegen den Autobahnbau zu engagieren. Die guten Argumente gegen den Autobahnbau seien schon seit Jahrzehnten vorgetragen worden, aber die Planer hätten "stur weitergemacht", mit dem Ergebnis eines Planungsdinosauriers, der nicht zu den aktuellen Anforderungen an den Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung passe. Sollt es am Ende nicht gelingen, diesen ins Verkehrsmuseum zu bringen, "wollen wir uns nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben, den Autobahnbau zu verhindern", so Nitsch.