300 Spaziergänger zeigen Solidarität mit Baumbesetzern im Dannenröder Forst
Sie dankten sich gegenseitig für ihre Unterstützung beim Protest gegen den Bau der Autobahn A 49: die jungen Leute, die Bäume "besetzt" haben, um gegen den Bau der A 49 zu protestieren, zum einen und die rund 300 Menschen aus den umliegenden Ortschaften, die am Sonntag ihren Sonntagsspaziergang im Dannenröder Forst unternommen hatten zum anderen.
Von Gerhard Kaminski
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DANNENROD - Sie dankten sich gegenseitig für ihre Unterstützung beim Protest gegen den Bau der Autobahn A 49: die jungen Leute, die Bäume "besetzt" haben zum einen, und die Menschen aus den umliegenden Ortschaften, die am Sonntag ihren Sonntagsspaziergang im Dannenröder Forst unternommen hatten, zum anderen. Rund 300 Spaziergänger versammelten sich am Sportplatz des Ortes, wo die Baumbesetzer ihr "Büro" eingerichtet haben. Barbara Schlemmer, Kritikerin der Autobahnpläne von den Homberger Grünen, begrüßte sie und erläuterte den Weg zu den Baumhäusern im Wald. Mit ihnen wollen einige Aktivisten verhindern, dass mit der Rodung von mehr als 100 Hektar Wald im Dannenröder Forst und Herrenwald auf der geplanten Trasse der A 49 begonnen wird.
Bei leichtem Nieselregen bewegte sich anschließend der Demonstrationszug dorthin, entlang der für die Rodungsarbeiten bereits vorgenommenen Markierungen. Diejenigen, die sich gegenüber unserer Zeitung zu den Gründen für ihre Teilnahme am Protestspaziergang äußerten, betonten vor allem ihre Kritik daran, dass wertvoller Wald für den Autobahnbau geopfert werde. "Es ist ein Unding, dass in einer Zeit, in der die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz als wichtig erkannt wird, hier ein alter Mischwald, der in diesem Zusammenhang als besonders wertvoll eingestuft wird, gefällt werden soll. Dazu kommt noch, dass alles im Trinkwasserschutzgebiet stattfindet", meinte beispielsweise Rixa Kraut aus Dannenrod. Sie ist der Überzeugung, dass dringend mehr für eine wirkliche "Verkehrswende" getan werden müsse, bei der vor allem der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ausgebaut wird. So sei für sie wichtig, eine gute Busverbindung von Dannenrod nach Marburg zu haben. Dass für die Autobahn "so viele alte Bäume" gefällt werden sollen, findet auch Ulrike Zaum aus Homberg nicht akzeptabel. Sie sei gekommen, weil sie schon immer gegen die A 49-Planung gewesen sei. "Ich finde die Aktion der jungen Leute gut und hoffe, dass sie zumindest zu einer Verzögerung der Rodung führt. Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt."
Ganz grundsätzliche Zweifel am Sinn und Nutzen der Autobahn für die Region äußerte Heinz Friedrich aus Dannenrod. Der 71-Jährige meinte: "Wir brauchen die Autobahn nicht. Der Verlust an Natur, ob außerhalb des Waldes oder innerhalb, ist durch den versprochenen wirtschaftlichen Gewinn nicht zu rechtfertigen. Die Vorteile werden andere haben, wir bekommen hier Dreck und Gestank. Das kann keiner gut heißen."