Herbsteiner „Halfeuer“ brennen wieder

„Am Hopfmannsfelder Pfad“ in Herbstein brannte am Hutzelsonntag wieder ein „Halfeuer“. Foto: Henning

Feuer am „Hutzelsonntag“: Herbsteiner läuten Fastenzeit ein.

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HERBSTEIN. (hgh). Am Sonntag nach Rosenmontag, dem sogenannten „Hutzelsonntag“, gehört es bei der Fastnachtsvereinigung Herbstein (FVH) zum festen Bestandteil, dass mit dem Abbrennen eines „Halfeuers“ die Fastenzeit eingeläutet wird. In der Fastnachtshochburg Herbstein werden nach jeder Kampagne an vier verschiedenen markanten Fluren rund um die „Stadt auf dem Berge“ große, aufgeschichtete Holzstöße entzündet, die aber auch symbolisch den Winter vertreiben sollen. So leuchteten dann nach Einbruch der Dunkelheit sowohl in den Gemarkungen „Am Litzenstrauch“ und „Am Gallberg“ sowie „Am Rausch“ und „Am Hopfmannsfelder Pfad“ die vier großen Feuer weit über die Grenzen Herbsteins glutrot in alle Himmelsrichtungen.

Die Aktion beginnt bereits wenige Tage nach Weihnachten, wenn zahlreiche Kinder- und Jugendgruppen die nicht mehr benötigten Weihnachtsbäume einsammeln, um diese dann in Scheunen oder Hallen trocken lagern können. Dieses Grün wird dann zusammen mit Holz, Stroh und Reisig in mehreren Etagen von den Helfern und Verantwortlichen aufgeschichtet, sodass dann ein mächtiges Feuer entsteht.

Beim Abbrennen dieser „Halfeuer“ wird alljährlich sogar ein kleiner Wettbewerb ausgetragen, bei dem es unter anderem darum geht, das jeweilige Feuer so spät wie möglich anzuzünden, damit dieses dann am längsten brennt. Normalerweise ziehen die Halfeuer immer eine große Schar von Besuchern an. Allerdings war diesmal aufgrund zahlreicher „Coronageschädigter“ diese Anzahl nicht so hoch wie sonst. Nachdem das Feuer dann abgebrannt war, ging man traditionsgemäß wieder zum sogenannten „Hutzeln“. In früheren Jahren traf man sich dazu in Gastwirtschaften – heute verzehrt man die kleinen, süßen getrockneten Birnen und Pflaumen, die in Zuckerwasser gekocht werden, überwiegend im privaten Bereich.