47 Jahre im Dienst der Stadt Herbstein

In kleinem Rahmen, aber trotzdem voller Dankbarkeit wurde jetzt Gerlinde Böttinger (Mitte) als Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Herbstein nach fast 48 Jahren durch Bürgermeister Bernhard Ziegler (links) und Heidi Schmelz (rechts) verabschiedet. Foto: Stock

Gerlinde Böttinger wurde nun im Herbsteiner Rathaus feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

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HERBSTEIN. (gst). Ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadtverwaltung Herbstein wird Gerlinde Böttinger sicherlich noch viele Jahre behalten, denn sage und schreibe 47 Jahre und sechs Monate arbeitete die Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt auf dem Berge. Seit dem 1. Februar 2022 befindet sie sich offiziell in der „Rente für langjährige Versicherte“, kann aber die freie Zeit schon seit der Vorweihnachtszeit nutzen, was die vier Enkelkinder besonders freut, für die sie jetzt einen Großteil ihrer neuen Freizeit aufwenden möchte. Dies erklärte sie bei der offiziellen Verabschiedung im Herbsteiner Rathaus durch Bürgermeister Bernhard Ziegler und Heidi Schmelz, seitens der Kollegenschaft – auch, dass sie gerne „die 50 Jahre voll gemacht“ hätte. Da aber die früher gewährte Gratifikation gestrichen worden sei, habe sie sich für einen früheren Rentenbeginn entschieden.

Bürgermeister Ziegler bedauerte, dass die Verabschiedung aktuell nur in kleinem Rahmen stattfinden könne. Er hoffe darauf, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch eine größere Feier möglich sein werde. Der Bürgermeister nannte in seiner Laudatio folgende Daten der langjährigen treuen Mitarbeiterin: Von 1974 bis 1976 erfolgte ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Herbstein und am 1. Juni 1976 erhielt sie dann, ihrer Ausbildung entsprechend, eine Anstellung als Verwaltungsfachangestellte. Am 24. Oktober 2000 wurde sie zur Standesbeamtin ernannt.

Gerlinde Böttinger wurde während ihrer langjährigen Dienstzeit in verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung eingesetzt. Sie leitete das Bürgerbüro mit Einwohnermeldewesen, Passwesen, Sozialversicherungswesen und war im Bereich Grundstücksverpachtungen tätig. Neben der Tätigkeit als Standesbeamtin kümmerte sie sich als Wahlleiterin für einen reibungslosen Ablauf von Europawahlen, Bundestagswahlen, Kommunalwahlen sowie Direktwahlen, stellte Ziegler weiterhin fest.

Besonders erwähnte das Stadtoberhaupt, dass viele Auszubildende bei ihr in der Abteilung „Einwohnermeldewesen“ einen Teil der geforderten Prüfungen absolviert hätten. Der Grund sei sicherlich, dass Gerlinde Böttinger viel von ihrem Wissen an die jeweiligen Auszubildenden weitergegeben habe. Ebenso habe sich die jetzt ausgeschiedene Mitarbeiterin durch Fortbildungen im Standesamtswesen, im Einwohnermeldewesen, im Passwesen und im Bereich Wahlen beruflich weiterqualifiziert. Weiterhin erwähnte der Bürgermeister, dass Gerlinde Böttinger bei Trauungen, die im Herbsteiner Gewölbe durchgeführt wurden, sogar die notwendige Tischwäsche gebügelt habe.

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Nach einem solch langen Berufsleben gab es bei der Verabschiedung viel zu erzählen und manche Anekdote sorgte für gute Laune. Aber auch die Tatsache, dass sich die Arbeit in einer Verwaltung massiv verändert hat, wurde im Rahmen der kleinen Feier thematisiert. Gerlinde Böttinger berichtete, dass es früher in der Stadtverwaltung nur ein Telefon gegeben habe und jeder Anruf penibel eingetragen wurde, samt Grund für den Anruf, damit dem Bürgermeister dann genau berichtet werden konnte.