Am Gipfelkreuz des Similauns angekommen (von oben, links): Reiner Köhl, Klaus-Dieter Jensen, Markus Hüttl, Dirk Queckbörner und unten rechts Burkhard Köhl. Foto: Kömpf

(red). Wie stets in den vergangenen Jahren, unternahmen fünf Freunde, die alle aus Gemünden stammen, eine Tour in den Bergen. In diesem Jahr wieder einmal eine Hochtour. Die...

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NIEDER-GEMÜNDEN. (red). Wie stets in den vergangenen Jahren, unternahmen fünf Freunde, die alle aus Gemünden stammen, eine Tour in den Bergen. In diesem Jahr wieder einmal eine Hochtour. Die brachte besondere Herausforderungen mit sich, wie sich schnell herausstellen sollte. Treffpunkt war das Bergsteigerdorf Vent im hinteren Ötztal.

Der Rucksack war in diesem Jahr durch Corona-bedingte Mehrausstattung, wie dickem Schlafsack, bereits um einiges schwerer. Jetzt musste jeder noch vor dem Start Steigeisen, Karabiner, Seile und Gurte darin unterbringen. Beim Aufstieg zur ersten Hütte spürte man dann das größere Gewicht sehr deutlich.

Gleich der nächste Tag sollte zeigen, was in diesem Jahr geleistet werden musste. Der harte Aufstieg über Schnee und Eis hinauf zum Similaun in 3606 Metern Höhe, forderte einiges ab. Entgegen allen Vorhersagen war das Wetter aber schön und sonnig und sollte die ganze Woche so bleiben. Auf dem Gipfel angekommen, entschädigte daher auch der grandiose Ausblick die Bergkameraden für alle Anstrengungen. Die angenehmen Temperaturen hatten aber den Nachteil, dass die Verhältnisse auf dem Gletscher beim Abstieg zur Similaunhütte auf 3019 Meter schnell schlechter und durch den tiefer werdenden Schnee stetig anstrengender wurden.

Der dritte Tag führte zunächst zur Fundstelle des berühmten „Ötzi“ und von dort weiter über steile Gletscher hinab und hinauf zum 3360 Meter hohen Saykogel. In völliger Stille und ganz allein, soweit man blicken konnte, genoss man dort bei strahlendem Sonnenschein den besonderen Zauber der Berge. Der Abstieg über einen schmalen felsigen Grat war zwar an vielen Stellen ausgesetzt und erforderte volle Konzentration und Trittsicherheit, ersparte aber den längeren Weg über den Gletscher. Das Tagesziel, das tausend Meter tiefer liegende gut geführte Hochjochhospiz, erreichte man am späten Nachmittag. Die ersten Tage hatten ihre Spuren hinterlassen und so fiel die nächste Tagestour besonders schwer. Der sehr steile, stundenlange Aufstieg direkt von der Hütte weg und schließlich der Schlussanstieg zur Vernagthütte erschöpfte die Männer deutlich. Und so entschied man sich aus Sicherheitsgründen dazu, den am nächsten Tag vorgesehenen Aufstieg zur Wildspitze nicht anzugehen. Nur der Kamerad Markus Hüttl bestieg den über 3700 Meter hohen Berg gemeinsam mit dem Bergführer und einem weiteren Mann. Die anderen nahmen sich dafür das Gipfelkreuz der Mittleren Guslarspitze in 3126 Meter Höhe zum Ziel, den dritten 3000er in dieser Woche.

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Am Abend waren alle mit ihrer Leistung zufrieden und feierten die Gipfel dieser Tour in der typischen Hüttenatmosphäre. So ging man frisch und gut gelaunt den sechsten und letzten Tag an. Es mussten zwar noch auf zehn Kilometern 1000 Höhenmeter auf teilweise ausgesetzten Wegen bewältigt werden. Mit den Anstrengungen der letzten Tage war das aber nicht mehr zu vergleichen. Und so erreichte man auch noch vor Mittag die Liftstation oberhalb von Vent, dem Endpunkt der Tour. Auf der Fahrt hinab ins Tal, zeigte sich das Ötztal nochmal von seiner schönsten Seite.

Bei früheren Touren hatte man zwar teilweise mehr Höhenmeter und längere Wege zurückgelegt. Die Höhe, die Steilheit und Beschaffenheit des Geländes sowie das höhere Gewicht des Gepäcks, stellten diesmal aber deutlich härtere Anforderungen als sonst, waren sich alle einig.