Neue alte Geschichten aus dem „Blauen Eck“

Dass noch viele Exemplare vom 14. Freiensteinauer Geschichtskalender verkauft werden, ist der Wunsch von Fritz Helwig und Bernd Decker (von links). Foto: Stock

„Märchen on annern woahre Geschechde ausem Bloahe Ägg“: Der Freiensteinauer Geschichtskalender für das Jahr 2022 ist in zahlreichen Geschäften zu haben.

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FREIENSTEINAU. (gst). „Märchen on annern woahre Geschechde ausem Bloahe Ägg“, lautet der Titel des Freiensteinauer Geschichtskalenders für das Jahr 2022, den wieder der Geschichtsverein Freiensteinau herausgebracht hat. Übersetzt ins Hochdeutsche bedeutet es „Märchen und andere wahre Geschichten aus dem Blauen Eck – Alte Bilder und Texte aus 12 Dörfern“. Die vier Macher waren erneut der frühere Holzmühler Helmut Kersten, der Reichloser Fritz Helwig, und die Freiensteinauer Hans Döpping und Angela Cremer sowie der neu dazugekommene Vorsitzende des Geschichtsvereins, Bernd Decker.

Zu finden sind in dem 30-seitigen Kalenderwerk auch Auszüge aus den Ortschroniken aller Freiensteinauer Ortsteile. Unter anderem wird aus Freiensteinau berichtet, dass der Ort unter den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen gelitten hat. Aus Holzmühl wird berichtet, dass 1630 festgelegt wurde, dass jeder Holzmühler jährlich von seinem Hof eine Gans und neun Pfennige zum Kirchbau zu zinsen hat. Aus Hessisch-Radmühl wird berichtet, dass für den Bau des Schulhauses im Jahr 1804 in Hessisch-Radmühl das Bauholz teilweise aus den isenburgischen Wäldern illegal beschafft wurde. In Preußisch-Radmühl gibt es einen sogenannten „Schwedenstein“; sprich es handelt sich um einen gotischen Bildstock, der noch aus der vorreformatorischen Zeit stammt. Über Salz wird berichtet, dass die sogenannte „Alte Straße“, der Verkehrsweg der Fuhrleute von Frankfurt nach Leipzig die Gemarkung berührte. Prägend für Ober-Moos war die Bombardierung am 31. März 1945, wodurch 22 Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie die Kirche vernichtet wurden. Auch vor der Kirche machten Diebe nicht Halt. Aus Weidenau wird berichtet, dass am 5. Juli 1931 das Fehlen eines Kelches, der Monstranz nebst Cimborium festgestellt wurde. Nicht festgestellt werden konnte, wer die Tat verübt hatte.

Hier gibt es den Kalender zum Preis von 9,50 Euro: In Freiensteinau: Apotheke Detlef Krau; Blumenstübchen Hofmann; Post & mehr K. Günther; Gaststätte-Metzgerei Seipel. In Salz die Gaststätte Wilfried Sill. In Nieder-Moos der Landgasthof „Zur Post“ und in Radmühl in der Gaststätte „Zur Landesgrenze“. Auswärtige Interessenten können sich telefonisch bei Fritz Helwig unter der Nummer 06669/273 melden. Übrigens ein Euro pro Kalender erhält wieder die Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Freiensteinau.