Sattelzug kippt bei Köddingen in Graben

Leicht entzündliche Kügelchen hat der Sattelzug geladen, der bei Köddingen in den Graben gekippt ist. © fuldamedia

Nach einem Lkw-Unfall war die Landesstraße bei Köddingen auch am Freitagabend noch gesperrt. Der Laster sollte laut Polizeisprecher Samstagvormittag entladen werden.

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KÖDDINGEN. Köddingen (red/webe). Nachdem am Freitagmorgen ein Sattelzug mit einer als Gefahrgut klassifizierten Ladung bei Köddigen umgekippt ist, wurde die Landesstraße 3326 zwischen Köddingen und dem Abzweig nach Stumpertenrod voll gesperrt. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidium Osthessen am Freitagnachmittag auf Anfrage sagte, sollte die Sperrung auch noch bis zum nächsten Tag andauern.

"Das Fahrzeug kann nicht entladen werden, das hat aber nichts mit der Gefährlichkeit des Stoffes zu tun", beruhigte er. Der geladene Stoff - ein Granulat - sei in der Form, "wie er da ist, nicht gefährlich".

Das bestätigte auch der Vogelsberger Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland: Von dem Stoff an sich würde in dieser Form unmittelbar keine Gefahr ausgehen. "Aber sobald daran hantiert wird, muss man sehr vorsichtig umgehen, weil brennbare Dämpfe freigesetzt werden könnten." An der Unfallstelle vor Ort war auch der Gefahrgutzug der Feuerwehr, der geprüft hat, ob bei dem Unfall Ladung ausgetreten ist. Holland: "Die Feuerwehr ist zu einem umgestürzten Lkw gerufen worden in Form eines Gefahrguteinsatzes. Bei der Erkundung hat sich ergeben, dass Gefahrstoffe als Stückgut in dem Lkw verladen sind. Der Lkw ist durch noch ungeklärte Ursache von der Landstraße abgekommen, in den Graben gekommen und auf die Seite gestürzt. Dabei ist auch die Ladung entsprechend umgestürzt."

Entladung verzögert sich

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Die Feuerwehr hat noch erkundet, ob neben dem Gefahrstoff an sich noch andere Stoffe wie auslaufende Betriebsstoffe zu verzeichnen sind. Das sei nicht der Fall, sagt Dr. Sven Holland. Im Anschluss wurden die Maßnahmen für die Bergung getroffen. Allerdings sei die Feuerwehr nicht in der Lage, eine Bergung zu Händeln. "Das muss eine Fachfirma machen. Jetzt ist es so, dass wir einen großen Teil zurückgebaut haben", so Holland. Von den 50 Einsatzkräften vor Ort konnte ein Großteil wieder abrücken. Eine Gefahr für die Umwelt würde nicht bestehen, versichert der Kreisbrandinspektor. "Der Stoff ist nicht wassergefährdend. Auch der Kraftstofftank ist intakt, sodass wir keine Umweltgefährdung haben. Die Erkundungen wurden von Einsatzkräften mit Atemschutz durchgeführt. "Die Situation war erst unklar. Es hätten Säcke offen sein und eventuell Dämpfe freigesetzt werden können. Auch handelt es sich um feines Granulat, es könnten sonst Stäube eingeatmet werden. Daher gehen wir auf Nummer sicher", sagt Dr. Holland.

Der Lkw-Fahrer ist unversehrt und wurde vom Rettungsdienst vorsichtshalber betreut.

Entladen werden soll der Laster laut dem Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen am Samstagvormittag. Dann werde man sich auch darum kümmern, den Sattelzug wieder aufzurichten. Die Straßenmeisterei habe am Freitag die Landesstraße baulich abgesperrt, dass bis zum Ende der Bergungsmaßnahme niemand dort vorbeifahren könne.

Die Spezialfirma wird am Samstag dann mit einem Trockensauger die offenen Säcke absaugen. Die restlichen Säcke werden ebenfalls geöffnet und abgesaugt und vor Ort in andere Säcke neu verpackt und auf einem anderen Lkw verladen. Anschließend wird der havarierte Lkw aus dem Graben gehoben, aufgestellt und von einem Bergungsunternehmen abgeschleppt.

Vor Ort waren 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Rettungsdienst und eine Streife der Alsfelder Polizei.

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Zur Unfallursache teilte der Präsidiumssprecher mit, dass der Sattelzug aus bislang "unbekanntem Anlass" nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gestürzt sei.