Linde in Groß-Felda gefällt

(hso). Am letzten Samstagvormittag ratterten am Groß-Feldaer Friedhof die Motorsägen. Die neben der Leichenhalle stehende Linde wurde gefällt. Sie war geschätzte 200 Jahre...

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GROSS-FELDA. (hso). Am letzten Samstagvormittag ratterten am Groß-Feldaer Friedhof die Motorsägen. Die neben der Leichenhalle stehende Linde wurde gefällt. Sie war geschätzte 200 Jahre alt, allerdings von einem Pilz befallen. Betrachtet man sich aus dem Feldataler Heimatbuch ein Bild des Ehrenmals von 1922 (also vor 100 Jahren), so sieht man dahinter schon mächtige Linden stehen. Dies lasse die Schlussfolgerung zu, dass diese bereits schon viele Jahrzehnte dort standen.

Unter anderem Otto Zulauf, Ehrenbürger der Gemeinde Feldatal, fragte sich, warum der Baum weichen musste. Er erinnerte sich an den Bau der neuen Leichenhalle in 1977/78. „Damals durften wir die beiden Linden links und rechts des geplanten Standortes aus Gründen des Naturschutzes nicht fällen“, so Zulauf. So musste der Neubau um einiges nach hinten versetzt werden. Nach Rücksprache mit dem Leiter des Gemeinde Bauhofs Stephan Wahl erläuterte dieser den Sachstand. Im vergangenen Jahr wurden bei einer Ortsbegehung die alten Linden am Friedhof, von einer Fachfirma und der „Unteren Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises“ in Augenschein genommen und auf Sicherheitsmerkmale hin überprüft. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass insgesamt die Kronen der alten Linden entlastet werden mussten, was auch bereits im Herbst 2020 teilweise geschehen ist. Dabei wurde auch die besagte Linde neben der Leichenhalle überprüft und hier stellte man fest, dass die Sicherheit für die Bürger und das angrenzende Gebäude nicht mehr gewährleistet sei. Sieht man sich den Baumstumpf an, so könne man nicht gleich erkennen, dass der Baum nicht mehr gesund war, aber der Teufel steckte im Inneren. In einer Höhe von wenigen Metern gabelt sich der Stamm. Ab dort waren die drei einzelnen Stämme von innen heraus stark von einem Pilz befallen und auch schon teilweise hohl. Ein Abbrechen der Teile wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen. So kam auch nach Ansicht der Fachleute ein Erhalt beziehungsweise eine Sanierung nicht mehr in Frage.