Bunter Schwarm täglich zu Gast

Bei diesem Trio am Straßenrand handelt es sich um Stieglitze. Foto: Perkuhn

(mpe). Wie ein dunkelgraues Band zwischen Schnee und Eis schlängelt sich die schmale Straße zwischen zwei Dörfern im Feldatal entlang. Plötzlich, direkt am Fahrbahnrand,...

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FELDATAL. (mpe). Wie ein dunkelgraues Band zwischen Schnee und Eis schlängelt sich die schmale Straße zwischen zwei Dörfern im Feldatal entlang. Plötzlich, direkt am Fahrbahnrand, drei bunte Tupfen. Als wenn nichts wäre, trotzen sie Kälte und Wind, die Stieglitze, auch bekannt unter dem Namen „Distelfinken“.

Außerhalb der Brutzeit meist in kleinen Gruppen unterwegs, kann man sie hin und wieder in Schwärmen von Bluthänflingen oder von Girlitzen entdecken. Fast ein wenig exotisch wirken sie an dieser Stelle auf dem Bankett, als wären sie etwa aus einem Käfig entflogen. Obwohl sie selten auch in Volieren gehalten werden, dürften es in diesem Falle ganz normale Wildvögel sein – die man im Übrigen auf keinen Fall einfangen darf.

„Sie sind sicher auf der Suche nach Samen und nutzen dafür den Schnee und den vegetationsfreien Straßenrand“, erklärt Hobby-Ornithologe Tilman Oeppert zum Nahrungsverhalten der geschäftigen Wonneproppen. Halbreife und reife Sämereien von Stauden, Wiesenpflanzen und Bäumen stehen ganz oben auf ihrer Speisekarte. Wenn man Glück hat, kann man diese Finkenart beispielsweise im Sommer dabei beobachten – wenn die Vögel wie kleine hin- und her springende farbige Flummis in der „Wolle“ der aufgeblühten Disteln versteckt eifrig nach Nahrung picken.

2016 wurden die Stieglitze vom Naturschutzbund und vom bayrischen Vogelschutzverband zum „Vogel des Jahres“ benannt, derzeit gelten sie als nicht gefährdet. Zu Hause sind sie unter anderem in Westeuropa bis Zentralasien und Mittelsibirien oder etwa in Nordafrika, Südamerika und Australien. Als typische „Teilzieher“ macht sich ein Großteil auf in südlichere Gefilde, andere überwintern auch bei uns.

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Im Feldatal erlebt beispielsweise ein Ehepaar derzeit seit vergangenem Weihnachten in seinem Garten hinter dem Haus jeden Tag um die Mittagszeit einen Schwarm von bis zu 25 der fröhlich bunten Gesellen. Recht angetan scheinen sie von dem dort liebevoll servierten Vogelfutter.