Verein kritisiert Pläne am Homberg

Im November hatte es eine Demo am Homberg gegeben. Archivfoto: Günther Krämer

(red). Der Verein „Verkehrswende Vogelsberg“ kritisiert weiter die Pläne zum Industriegebiet „Am weißen Weg“ in Alsfeld. Dort sollen auf 440 000 Quadratmeter Fläche...

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ALSFELD. (red). Der Verein „Verkehrswende Vogelsberg“ kritisiert weiter die Pläne zum Industriegebiet „Am weißen Weg“ in Alsfeld. Dort sollen auf 440 000 Quadratmeter Fläche Gewerbe und Industrie ansiedeln. Die Stadtverordneten haben im vergangenen Jahr dem Verkauf bereits von über 200 000 Quadratmetern an Nordwest Handel sowie DHL für ihren neuen zentralen Deutschland-HUB mit großer Mehrheit zugestimmt. Umwelt- und Landwirtschaftsverbände kritisieren das Vorhaben.

„Wir brauchen eine Verkehrswende. Doch anstatt die ‚Weichen‘ dafür zu stellen, soll in Homberg, Reuters und Alsfeld eine falsche Logistik-Entwicklung ‚zementiert‘ werden“, wird Claus Rauhut von „Verkehrswende Vogelsberg“ in einer Pressemitteilung zitiert. Mit der Ansiedlung von Logistikfirmen würden vorsätzlich noch mehr Emissionen in die ohnehin stark verkehrsbelasteten Gebiete gebracht. Die Städte und umliegenden Dörfer würden nachhaltig an Attraktivität und Naherholungsraum verlieren, befürchtet der Verein.

Der Verein kritisiert zudem, dass die Christlich Demokratische Union, CDU, das Christliche in ihrem Handeln vermissen lasse. „Einen respektvollen Umgang mit Mitmenschen, ein Miteinander in der Gesellschaft, der Einsatz für Schwache und Minderheiten und nicht zuletzt die Bewahrung der Schöpfung. All das sind christliche Werte, die helfen können, gute Antworten auf gesellschaftliche Frage zu liefern. Gerade in Krisensituationen wie bei der Flüchtlingskrise, der Klimakrise oder der Verkehrskrise“, schreibt der Verein. Doch gerade jene Partei setze sich unverhohlen für die Zerstörung der Schöpfung ein. Das könne nicht unwidersprochen bleiben. Für Claus Rauhut von der Verkehrswendeinitiative Vogelsberg passen solche Positionen nicht in die Zeit. „Die Mehrheit im Parlament kann probieren, sich gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit zu stellen. Ob das Industriegebiet auf dieser Grundlage tatsächlich entwickelt werden kann, bleibt überaus fraglich“, schreibt der Verein.

Die Stadt plant im Frühjahr die zweite Offenlage der Flächennutzungs- und Bebauungspläne und im Sommer den endgültigen Satzungsbeschluss. Ab dann kann gebaut werden.